
Zahlungsausfälle bei US-Studienkrediten explodieren – 9,5 Millionen säumig
Nach dem Ende der pandemiebedingten Stundungen sind allein zwischen April 2025 und März 2026 mehr als 4,2 Millionen Kreditnehmer in den Default gerutscht.
Die Zahl der US-Bundesstudienkredite im Zahlungsverzug hat einen historischen Höchststand erreicht. Einer Analyse der Associated Press zufolge stieg die Zahl der säumigen Kreditnehmer zwischen April 2025 und März 2026 um mehr als 4,2 Millionen auf insgesamt rund 9,5 Millionen. Das entspricht einem Fünftel aller bundesgestützten Studiendarlehen. Das ausstehende Volumen der notleidenden Kredite beläuft sich auf 233,3 Milliarden Dollar. Auslöser der Welle ist das Auslaufen der während der Pandemie gewährten Zahlungspause sowie einer einjährigen Schonfrist, die im Herbst 2024 endete.
Die Verschärfung wird durch den Umbau des Rückzahlungssystems unter der derzeitigen Regierung beschleunigt. Der großzügigste einkommensabhängige Tilgungsplan (SAVE) wurde abgeschafft, und seit diesem Monat steht neuen Kreditnehmern nur noch ein einziges einkommensabhängiges Modell zur Verfügung. Aus Washingtoner Sicht soll dies ein „fragmentiertes und verwirrendes“ System vereinfachen. Für Millionen Betroffene bedeutet die Reform jedoch spürbar höhere Monatsraten. Eine weitere Default-Welle sei daher wahrscheinlich, warnen Beobachter.
Die regionalen Schwerpunkte liegen im Süden der USA. Mississippi weist mit 28,3 Prozent die höchste Ausfallquote auf, gefolgt von Louisiana, Alabama und weiteren Staaten, die mehrheitlich an Donald Trump gingen. Betroffen sind vor allem Absolventen gewinnorientierter Privathochschulen sowie Haushalte, die durch unerwartete Gesundheitskosten in die Überschuldung rutschen. Die Texanerin Ashley Dreahn etwa geriet nach einer Krebserkrankung und Zahnbehandlungen mit einem Schuldenberg von 94.298 Dollar in den Default. Ähnlich schildert die Brasilianerin Barbara Boaventura, wie eine Krebsdiagnose und zahnmedizinische Folgekosten sie in eine Schuldenspirale von 120.000 Real trieben – ein Muster, das Verbraucherschützer in Brasilien als typische „Schneeball“-Dynamik beschreiben, wenn neuer Kredit nur noch alte Raten bedient.
Während Millionen mit den Folgen kämpfen, illustrieren andere Meldungen die Kluft der Vermögensverhältnisse. Die Milliardärin MacKenzie Scott, die einst selbst einen abgebrochenen Zahn mit Prothesenkleber flicken musste, spendete jüngst 20 Millionen Dollar an eine Organisation für Jugendpsychiatrie. Eine Multimillionärin in San Diego wiederum gibt jährlich 250.000 Dollar für Personal aus, das sich um ihre Kinder kümmert. In Brasilien, wo laut Serasa 83,5 Millionen Menschen mit überfälligen Rechnungen leben, raten Experten zu einer nüchternen Bestandsaufnahme und priorisieren existenzsichernde Ausgaben vor der Verhandlung mit Gläubigern.
Für die US-Säumigen bleibt die unmittelbare Zukunft ungewiss. Die Regierung hat Lohn- und Sozialversicherungspfändungen vorerst ausgesetzt. Ein Bericht von Moody’s Analytics rechnet jedoch damit, dass solche Zwangseintreibungen innerhalb des nächsten Jahres beginnen könnten – ein zusätzlicher Gegenwind in einer ohnehin fragilen Konjunktur.
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
| Indische & südasiatische Presse | +0.70 | aligned |
Die Brasilianerin begegnet der Schulden mit praktischen Ratschlägen, ohne das System zu beschuldigen.
Sie reduziert die Schuldenkrise auf eine Frage der persönlichen Verwaltung und bietet individuelle Lösungen an, anstatt öffentliche Politiken zu kritisieren.
Sie lässt systemische Ursachen wie fehlende öffentliche Gesundheitsversorgung und hohe Zinsen aus und erwähnt die US-Schuldenkrise nicht.
Das Studentendarlehenssystem ist gescheitert; Millionen Amerikaner werden von Schulden erdrückt.
Es verwendet alarmierende Daten und persönliche Geschichten, um die Unwirksamkeit der Aussetzungspolitik und die Notwendigkeit von Reformen zu demonstrieren.
Es lässt den brasilianischen Kontext und individuelle Lösungen wie Umschuldung oder Philanthropie aus und konzentriert sich ausschließlich auf die US-Krise.
Die Philanthropin MacKenzie Scott verwandelt ihre frühere Armut in ein Rekordgeschenk für die psychische Gesundheit von Jugendlichen.
Sie stellt vergangenes Elend der gegenwärtigen Großzügigkeit gegenüber, um Philanthropie als Lösung zu legitimieren und vermeidet Kritik an strukturellen Ungleichheiten.
Sie lässt die Studentenschuldenkrise in den USA und die brasilianische Situation aus und erwähnt nicht, dass eine einzelne Spende die Ursachen nicht behebt.
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