
Frankreichs WM-Auftakt gegen Senegal: Zwischen Favoritenrolle und historischem Trauma
Am fünften Turniertag debütieren mit Frankreich, Argentinien und Norwegen gleich mehrere Titelanwärter – doch das Duell der Franzosen mit Senegal weckt Erinnerungen an 2002.
Am fünften Spieltag der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 richten sich die Blicke auf das MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, wo Frankreich am Dienstagabend (22:00 Uhr MESZ) seine Kampagne gegen Senegal eröffnet. Es ist eine Begegnung mit symbolischer Wucht: Vor 24 Jahren besiegte Senegal den damaligen Weltmeister Frankreich in Seoul mit 1:0 und schrieb eine der größten Überraschungen der WM-Geschichte. Nun treffen beide Teams erneut in einem Auftaktspiel aufeinander, und die von Didier Deschamps trainierte Équipe Tricolore, die in Russland 2018 triumphierte und in Katar 2022 erst im Finale an Argentinien scheiterte, will mit einem Sieg den Weg zu einer dritten Endspielteilnahme in Folge ebnen.
Die französische Mannschaft reist mit einem Marktwert von rund 1,74 Milliarden US-Dollar als wertvollster Kader des Turniers an. Um Kapitän Kylian Mbappé gruppieren sich Hochkaräter wie Ousmane Dembélé, Michael Olise und Aurélien Tchouaméni, während Routinier N’Golo Kanté vor übermäßigem Selbstvertrauen warnt. Beobachter in Südamerika und Asien sehen Frankreich als klaren Favoriten, doch die jüngste Testspielniederlage gegen die Elfenbeinküste hat leichte Zweifel genährt. Senegal, amtierender Afrika-Cup-Sieger, tritt mit Sadio Mané und einer in europäischen Top-Ligen erprobten Generation an und ist seit der Qualifikation ungeschlagen. Aus Jakartaer Perspektive wird das Duell als „Prüfung des Luxuskaders“ beschrieben, während brasilianische Analysten den Status der Franzosen als Titelkandidat betonen, aber auf die taktische Disziplin der Senegalesen verweisen.
Der Spieltag bietet indes weit mehr als nur dieses Duell. Im Anschluss trifft Norwegen mit seinem erstmals bei einer WM antretenden Superstar Erling Haaland auf den Irak, ehe am späten Abend Titelverteidiger Argentinien um Lionel Messi gegen Algerien ins Turnier startet. Messi wird damit zum ersten Spieler, der an sechs Weltmeisterschaften teilnimmt. Für das deutschsprachige Publikum sind die Partien vor allem unter europäischen Vorzeichen interessant: Frankreichs Auftritt liefert einen frühen Gradmesser für die Stärke des alten Kontinents, während Norwegens Debüt mit Haaland die Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Norden illustriert.
Die Vorzeichen deuten auf einen französischen Sieg hin, doch die Geschichte mahnt zur Vorsicht. Gelingt Senegal erneut ein Coup, wäre die Gruppe I, die viele als „Todesgruppe“ mit Norwegen und Irak bezeichnen, sofort offen. Umgekehrt könnte ein überzeugender Erfolg der Bleus das Signal an die Konkurrenz senden, dass der Finalist von 2022 erneut zum engsten Kreis der Titelanwärter zählt. Der Abend in New Jersey wird damit zur ersten ernsthaften Belastungsprobe für eine der teuersten Mannschaften der Fußballgeschichte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Turnierfavoriten starten mit auf dem Papier leichten Aufgaben. Spanien trifft auf Debütant Kap Verde, wobei die Quote für einen spanischen Sieg extrem niedrig ist. Auch Frankreichs Duell mit Senegal wird von den Wettmärkten als reibungsloser Auftakt eingepreist.
Das Auftaktspiel lässt den Schock von 2002 wieder aufleben, als Debütant Senegal den amtierenden Weltmeister Frankreich besiegte. Nun gehen Les Bleus mit einer Mission der Rache und Wiedergutmachung auf den Platz, während Senegal davon träumt, Geschichte zu wiederholen. Die Begegnung wird als nostalgisches und dramatisches Wiedersehen inszeniert.
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