
Frankreichs WM-Start gegen Senegal: Deschamps’ letzter Tanz im Schatten von 2002
24 Jahre nach der historischen Auftaktniederlage trifft der Topfavorit auf den afrikanischen Meister – ein Duell, das über die Gruppenherrschaft und die Glaubwürdigkeit des Titelanspruchs entscheidet.
Am Dienstagabend (20 Uhr MESZ) eröffnen Frankreich und Senegal im MetLife Stadium von New Jersey ihre Gruppe I der Weltmeisterschaft 2026 – ein Aufeinandertreffen, das unweigerlich Erinnerungen an eine der größten Sensationen der WM-Geschichte wachruft. 2002 hatte Senegal den damaligen Weltmeister in Seoul mit 1:0 besiegt und die Franzosen in eine desaströse Vorrunde gestürzt. Nun, 24 Jahre später, ist die Konstellation eine andere: Frankreich reist als wertvollster Kader des Turniers (rund 1,74 Milliarden US-Dollar Marktwert) und mit dem Anspruch an, nach dem Titel 2018 und dem Finaleinzug 2022 erneut ganz oben zu stehen. Für Didier Deschamps, der seit 2012 das Amt des Nationaltrainers bekleidet und seinen Rücktritt nach dem Turnier angekündigt hat, beginnt die letzte Mission. Senegal hingegen kommt als amtierender Afrikameister, ungeschlagen und mit einem Trainer, der 2002 als Spieler auf dem Platz stand – Aliou Cissé, damals Kapitän, will nun von der Seitenlinie aus eine neue Überraschung inszenieren.
Aus Pariser Sicht bemüht man sich, die historische Hypothek nicht überzubewerten. Deschamps wies in Clairefontaine, wo eine riesige Nachbildung des WM-Pokals an die Triumphe 1998 und 2018 erinnert, jedes Revanche-Motiv zurück: „Das gehört zur Geschichte, aber wir denken nicht in Kategorien der Rache.“ Gleichzeitig ist das Team mit internen Dynamiken konfrontiert. Kapitän Kylian Mbappé, zuletzt bei Real Madrid wegen mangelnder Defensivarbeit kritisiert, versprach öffentlich, mehr für die Balance zu tun – eine Reaktion auf deutliche Worte von Offensivkollege Ousmane Dembélé. Während Mbappé und Dembélé die Schlagzeilen dominieren, verweist die indonesische Presse auf einen stillen, aber gefährlichen Faktor: Michael Olise vom FC Bayern München, der in dieser Saison herausragt und als verkappte Schlüsselfigur gilt.
Aus senegalesischer Perspektive ist die Partie mehr als ein Prestigeduell. Die „Löwen von Teranga“ haben sich unter Cissé zu einer der stabilsten afrikanischen Mannschaften entwickelt, gespickt mit Spielern aus europäischen Topligen – allen voran Sadio Mané. Die Erinnerung an 2002 dient als Inspiration, doch das Team baut auf eine disziplinierte Defensive und schnelles Umschaltspiel. In den USA, wo das Spiel in der hochmodernen Arena vor den Toren New Yorks ausgetragen wird, trifft afrikanische Widerstandskraft auf französische Offensivpracht. Für das deutschsprachige Publikum ist die Begegnung um 20 Uhr live im Fernsehen und über Streamingdienste zu verfolgen; die Übertragungsrechte liegen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern und bei MagentaTV.
Der Ausgang dieses Auftakts wird die Kräfteverhältnisse in einer Gruppe zementieren, die mit Norwegen und dem Irak komplettiert wird. Ein Sieg Frankreichs würde den Favoritenstatus untermauern und Deschamps’ Abschiedstournee früh stabilisieren. Eine erneute senegalesische Überraschung hingegen würde das Turniergefüge sofort erschüttern und die Frage aufwerfen, ob der personell überbordende, aber nicht immer harmonische französische Kader den hohen Erwartungen standhält. So wird das Duell im Schatten von 2002 zum ersten großen Prüfstein einer WM, die für Didier Deschamps die letzte Bühne sein soll – und für Mbappé die Chance, sein Vermächtnis als Anführer zu zementieren.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Turnierfavoriten starten mit auf dem Papier leichten Aufgaben. Spanien trifft auf Debütant Kap Verde, wobei die Quote für einen spanischen Sieg extrem niedrig ist. Auch Frankreichs Duell mit Senegal wird von den Wettmärkten als reibungsloser Auftakt eingepreist.
Das Auftaktspiel lässt den Schock von 2002 wieder aufleben, als Debütant Senegal den amtierenden Weltmeister Frankreich besiegte. Nun gehen Les Bleus mit einer Mission der Rache und Wiedergutmachung auf den Platz, während Senegal davon träumt, Geschichte zu wiederholen. Die Begegnung wird als nostalgisches und dramatisches Wiedersehen inszeniert.
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