
Tunesien entlässt Trainer Lamouchi nach 1:5-Auftaktdebakel gegen Schweden
Der tunesische Fußballverband reagierte mit sofortiger Trennung und betraut Mondher Kebaier interimistisch mit der Leitung des Teams für die verbleibenden Gruppenspiele.
Die erste Trainerentlassung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 erfolgte keine 24 Stunden nach dem Abpfiff des Eröffnungsspiels der Gruppe F. Tunesiens Verband zog nach der 1:5-Niederlage gegen Schweden im Estadio BBVA von Guadalupe, Mexiko, unverzüglich Konsequenzen und trennte sich von Sabri Lamouchi. Der 54-jährige Franzose mit tunesischen Wurzeln hatte das Amt erst im Januar 2026 übernommen, doch seine Bilanz von nur einem Sieg, einem Unentschieden und drei Niederlagen in fünf Partien – darunter ein 0:5 im Test gegen Belgien – ließ kaum Vertrauen wachsen. Die Entscheidung reiht sich ein in die seltenen Fälle von Trainerentlassungen mitten im Turnier; Tunesien selbst hatte 1998 nach zwei Spielen Henryk Kasperczak entlassen.
Das Spiel gegen Schweden geriet für die „Adler von Karthago“ zum Debakel. Yasin Ayari traf dreifach (7., 59. und 96. Minute), Alexander Isak und Viktor Gyökeres erhöhten, ehe Mattias Svanberg den Endstand besorgte. Omar Rekiks Kopfballtor zum 1:3 in der 43. Minute blieb nur Ergebniskosmetik. Bereits vor der WM hatten tunesische Medien und Anhänger Alarm geschlagen, die hohe Niederlage gegen Belgien galt als Warnsignal. Lamouchi selbst sprach von „zu vielen Fehlern, die wir uns selbst zufügen“. Die Defensive offenbarte eklatante Schwächen, die schwedische Offensive nutzte jeden Raum.
Die Reaktionen spiegeln die globale Dimension. Arabische Medien betonten den öffentlichen Druck und die historische Dimension, in Europa vermeldete das schwedische Fernsehen die Trennung mit Genugtuung über den eigenen Auftaktsieg, während Le Figaro Lamouchis franko-tunesische Identität hervorhob. Lateinamerikanische Blätter sprachen von einer „Fleischwolf“-Mentalität des WM-Geschäfts, asiatische Portale illustrierten die Unerbittlichkeit des Spitzenfußballs.
Zum Interimstrainer wurde Mondher Kebaier bestellt, der das Nationalteam bereits von 2019 bis 2022 betreut hatte und sich mit der Delegation in Monterrey befindet. Ihm obliegt die schwierige Aufgabe, die Mannschaft auf die verbleibenden Gruppenspiele gegen Japan (21. Juni) und die Niederlande (26. Juni) vorzubereiten. Rechnerisch besteht noch die Chance auf das Achtelfinale – auch als einer der besten Gruppendritten –, doch die defensive Verunsicherung wiegt schwer. Die tunesische Verbandsführung setzt auf einen psychologischen Befreiungseffekt, wie er in der WM-Geschichte nur selten gelang.
Für den deutschen Sprachraum ist der Vorgang ein Lehrstück über die Kurzlebigkeit von Trainerengagements im internationalen Fußball. Während Verbände wie der DFB oder der ÖFB meist an langfristigen Projekten festhalten, zeigt Tunesien, wie gering die Toleranzschwelle auf der größten Bühne ist. Ob der Wechsel die erhoffte Wende bringt, wird sich bereits am Samstag gegen Japan zeigen. Ein weiteres Debakel würde nicht nur das Aus bedeuten, sondern auch die Frage aufwerfen, ob die strukturellen Probleme des tunesischen Fußballs tiefer reichen als eine Personalie an der Seitenlinie.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Tunesien entließ Trainer Sabri Lamouchi unmittelbar nach der 1:5-Auftaktniederlage gegen Schweden bei der WM. Der Verband bestätigte die Entscheidung als einvernehmliche Trennung und ernannte Mondher Kebaier zum Interimstrainer. Damit gehört Lamouchi zu den wenigen Trainern, die während eines Turniers entlassen wurden.
Die WM 2026 verzeichnete den ersten Trainerrauswurf nur Stunden nach Tunesiens 1:5-Debakel gegen Schweden. Der tunesische Verband feuerte Sabri Lamouchi, dessen kurze Amtszeit bereits von schlechten Ergebnissen wie einem 0:5 gegen Belgien überschattet war. Der dramatische Schritt zwingt Tunesien zu einer Not-Umstrukturierung vor dem Duell mit Japan, während Schweden als Gruppenfavorit gilt.
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