
Wenn der Regen die Plage weckt: Gärtner und Bauern im stillen Kampf mit invasiven Arten
Ein trockener Frühling in Schweden ließ die gefürchtete Spanische Wegschnecke verschwinden – doch der weltweite Druck durch Schädlinge wächst, und das Klima verschiebt die Fronten.
In einem schwedischen Garten, irgendwo zwischen Göteborg und Uppsala, lag der Boden wochenlang rissig und staubig. Der Frühling 2026 war ungewöhnlich trocken gewesen, und die sonst allgegenwärtigen silbrigen Schleimspuren der Spanischen Wegschnecke, von den Schweden „Mördarsnigel“ genannt, blieben aus. Dann, nach den ersten ergiebigen Regenfällen der vergangenen Tage, fand der Gärtner am Morgen die ersten glänzenden Bänder auf den Steinplatten – und wusste, dass die Ruhe trügerisch war.
Ted von Proschwitz, Schneckenexperte am Naturhistorischen Museum Göteborg, beobachtet die Populationen seit Jahren. „Das trockene Frühjahr hat seinen Tribut gefordert“, sagt er. Die Zahl der Tiere sei weit geringer als im Katastrophenjahr 2024 und selbst niedriger als in einem normalen Jahr. Doch die jüngsten Niederschläge haben die verbliebenen Schnecken hervorgelockt; sie legen nun Eier. Ob daraus eine neue Plage erwächst, hängt vom Wetter der kommenden Wochen ab. Von Proschwitz rät Gärtnern, nicht nur zur Schaufel zu greifen – ein gezielter Schnitt hinter dem Kopf tötet die Schnecke sofort –, sondern auch die gepunktete Tigerschnegel zu schonen. Diese einheimische Art ist ein aggressiver Konkurrent, der die Spanische Wegschnecke sogar frisst.
Was in schwedischen Gärten als lokales Ärgernis erscheint, ist Teil eines globalen Musters. In Indonesien berichten Agrarforscher, dass der invasive Heerwurm Spodoptera frugiperda, der 2019 erstmals auf Java auftauchte, mit steigenden Temperaturen gefräßiger wird. Jedes zusätzliche Grad Celsius, so Studien, erhöht die Ernteverluste bei Mais, Reis und Weizen. In Nigeria wiederum bringt die Regenzeit ideale Bedingungen für Blattläuse, Weiße Fliegen und Raupen; das Nationale Gartenbau-Forschungsinstitut empfiehlt Neem-Extrakte und andere botanische Mittel, um die Schädlinge ohne synthetische Chemie in Schach zu halten. Und in Großbritannien warnt die Königliche Entomologische Gesellschaft vor einer stillen Invasion: Asiatische Hornissen, die vor Bienenstöcken auf Beute lauern, Argentinische Ameisen, die dank milder Winter in London überleben, und der Asiatische Marienkäfer, der einheimische Arten verdrängt – sie alle profitieren von der Klimaerwärmung.
Die Antworten der Menschen sind so vielfältig wie die Bedrohungen. In Australien, wo verwilderte Schweine Rinderherden gefährden und Krankheiten übertragen können, klagen Farmer über abwesende Landbesitzer, die ihrer gesetzlichen Pflicht zur Schädlingsbekämpfung nicht nachkommen. Ohne nachbarschaftliche Kooperation, sagt der Landwirt Derek Larsen aus New South Wales, seien die Tiere nicht einzudämmen. In Nigeria setzen Gemüsebauern auf regelmäßige Feldkontrollen und die Förderung von Nützlingen wie Marienkäfern und Florfliegen. Die schwedische Empfehlung, die Tigerschnegel zu verschonen, folgt derselben Logik: Wo natürliche Gegenspieler erhalten bleiben, reguliert sich das System teilweise selbst. Doch die übergeordnete Triebkraft – ein wärmeres, extremeres Klima – entzieht sich lokaler Kontrolle.
So bleibt der Gärtner in der feuchten Morgenluft allein mit seiner Schaufel. Er beugt sich hinab, setzt den Schnitt einen Zentimeter hinter dem Kopf der Schnecke, wie von Proschwitz es beschrieben hat, und vollzieht eine kleine, präzise Geste der Gegenwehr. Ein paar Meter weiter kriecht eine Tigerschnegel über das nasse Laub, ein stiller Verbündeter in einem Kampf, der mit jedem Regenschauer neu beginnt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Schwedische Gartenbesitzer erhalten erfreuliche Nachrichten: Der ungewöhnlich trockene Frühling hat die Population der invasiven Spanischen Wegschnecke drastisch reduziert. Ein Experte bestätigt, dass die Zahlen weit unter dem Höchststand des Sommers 2024 liegen, auch wenn das Wetter der kommenden Wochen entscheidend sein wird. Der stille Kampf gegen diesen Gartenschädling könnte in diesem Jahr eine Atempause erfahren.
In Indonesien macht der Klimawandel Schädlinge zu einer gewaltigen Bedrohung für die nationale Ernährungssicherheit. Der Herbst-Heerwurm, der 2019 erstmals auftrat, verhält sich nun aggressiver und ist schwerer zu bekämpfen – ein Beispiel für ein breiteres Muster. Der stille globale Kampf gegen invasive Schädlinge verschärft sich, da die Erwärmung das Schädlingsverhalten verändert.
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