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Energie & KlimaMittwoch, 17. Juni 2026

Weideland als Schlüssel gegen Wüstenbildung: Weltweite Initiativen zum Tag der Dürrebekämpfung

Zum Welttag gegen Desertifikation rufen Staaten von Italien bis Kenia zur Wiederherstellung von Weideland auf – und verknüpfen Klimaschutz mit Ernährungssicherheit und marinem Schutz.

Der diesjährige Welttag zur Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre, der alljährlich am 17. Juni begangen wird, stand unter einem ebenso dringlichen wie oft übersehenen Motto: „Weideland – anerkennen, respektieren, wiederherstellen“. Weltweit nutzten Regierungen und Organisationen den Tag, um auf die schleichende Degradation von Graslandschaften und Savannen hinzuweisen, die fast die Hälfte der Landfläche der Erde bedecken und für die Ernährungssicherheit von Milliarden Menschen unverzichtbar sind. Von Rom über Algier bis Nairobi reichten die Appelle, die ökonomische und ökologische Bedeutung dieser Ökosysteme endlich ins Zentrum der Klima- und Landnutzungspolitik zu rücken.

In Italien warnte der Forscher Emanuele Romano vom nationalen Forschungsrat CNR vor deutlich sichtbaren Signalen eines Biodiversitätsverlusts in aquatischen und terrestrischen Lebensräumen. Das Mittelmeerbecken, so Romano, sei eine der verwundbarsten Regionen gegenüber der fortschreitenden Desertifikation, die längst nicht mehr nur die südlichen Küsten, sondern zunehmend auch südeuropäische Landstriche bedrohe. Der Verlust sogenannter Ökosystemdienstleistungen – von der Wasserregulierung bis zur Bodenfruchtbarkeit – werde in Italien immer spürbarer und verlange nach einer integrierten Strategie, die Weidelandschaften als Kohlenstoffspeicher und Puffer gegen Erosion ernst nimmt.

Parallel dazu organisierte die algerische Generaldirektion für Wälder landesweite Veranstaltungen, die unter der Schirmherrschaft des Landwirtschaftsministers die zentrale Rolle von Weideland für die Anpassung an den Klimawandel, die Ernährungssicherheit und die kulturelle Identität pastoraler Gemeinschaften hervorhoben. Im Iran betonte der FAO-Repräsentant bei einer hochrangigen Zeremonie am Imam-Khomeini-Flughafen in Teheran, dass die Wiederherstellung degradierter Weideflächen nicht nur eine ökologische, sondern auch eine sozioökonomische Notwendigkeit sei, um ländliche Existenzen zu sichern und Zwangsmigration zu verringern. Beide Länder, die mit massiver Bodendegradation und Wasserknappheit kämpfen, sehen in der Stärkung pastoraler Systeme einen Hebel für resiliente Agrarlandschaften.

In Kenia verband die Regierung die Botschaft des Welttags mit konkreten nationalen Zusagen. Vizepräsident Kithure Kindiki rief zur Wiederherstellung degradierter Weideflächen auf und bekräftigte das Ziel, bis 2032 landesweit 15 Milliarden Bäume zu pflanzen – eine der ambitioniertesten Aufforstungsinitiativen weltweit. Die Wiederherstellung von Rangelands, so Kindiki, sei eine Frage der Generationengerechtigkeit. Zeitgleich eröffnete Kenia in Mombasa die elfte internationale Our Ocean Conference, bei der der Schutz mariner Ressourcen und die Bekämpfung von Klimafolgen für die Ozeane im Mittelpunkt standen. Die Doppelinitiative zeigt, wie ein ostafrikanischer Staat Land- und Meeresschutz als zwei Seiten derselben ökologischen Verantwortung begreift.

Für den deutschsprachigen Raum sind diese globalen Bemühungen von strategischer Bedeutung. Die fortschreitende Desertifikation im Mittelmeerraum und am Horn von Afrika wirkt sich direkt auf Migrationsbewegungen, Agrarimporte und die Stabilität von Lieferketten aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz unterstützen bereits über Entwicklungszusammenarbeit und multilaterale Fonds Projekte zur Bodenrestaurierung und Dürreresilienz. Die Fokussierung auf Weideland bietet dabei eine Chance, traditionelle Landnutzungsformen mit modernem Klimaschutz zu versöhnen. Entscheidend wird sein, ob die politischen Bekenntnisse in ausreichende finanzielle Mittel und lokal angepasste Maßnahmen übersetzt werden – nur dann kann die fortschreitende Verwüstung produktiver Flächen gestoppt und die biologische Vielfalt von den Alpen bis zur Sahelzone bewahrt werden.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

38%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa europea continentaleStampa arabo levante-Maghreb
Stampa europea continentale/ mediterranea
allarmeurgenza

Ein italienischer Forscher schlägt Alarm: Die Desertifikation bedroht den gesamten Mittelmeerraum, einschließlich Italien, mit deutlichen Anzeichen für den Verlust der Biodiversität. Der Schutz der Ökosystemdienstleistungen ist entscheidend, um Bodendegradation und Dürre zu bekämpfen.

Stampa arabo levante-Maghreb
trionfopragmatismo

Das algerische Landwirtschaftsministerium begeht den Welttag der Desertifikation mit nationalen Veranstaltungen und betont die zentrale Rolle von Weideland für Klimaanpassung, Nahrungs- und Wassersicherheit sowie die Bewahrung der kulturellen Identität pastoraler Gemeinschaften.

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Mittwoch, 17. Juni 2026

Weideland als Schlüssel gegen Wüstenbildung: Weltweite Initiativen zum Tag der Dürrebekämpfung

Zum Welttag gegen Desertifikation rufen Staaten von Italien bis Kenia zur Wiederherstellung von Weideland auf – und verknüpfen Klimaschutz mit Ernährungssicherheit und marinem Schutz.

Der diesjährige Welttag zur Bekämpfung von Wüstenbildung und Dürre, der alljährlich am 17. Juni begangen wird, stand unter einem ebenso dringlichen wie oft übersehenen Motto: „Weideland – anerkennen, respektieren, wiederherstellen“. Weltweit nutzten Regierungen und Organisationen den Tag, um auf die schleichende Degradation von Graslandschaften und Savannen hinzuweisen, die fast die Hälfte der Landfläche der Erde bedecken und für die Ernährungssicherheit von Milliarden Menschen unverzichtbar sind. Von Rom über Algier bis Nairobi reichten die Appelle, die ökonomische und ökologische Bedeutung dieser Ökosysteme endlich ins Zentrum der Klima- und Landnutzungspolitik zu rücken.

In Italien warnte der Forscher Emanuele Romano vom nationalen Forschungsrat CNR vor deutlich sichtbaren Signalen eines Biodiversitätsverlusts in aquatischen und terrestrischen Lebensräumen. Das Mittelmeerbecken, so Romano, sei eine der verwundbarsten Regionen gegenüber der fortschreitenden Desertifikation, die längst nicht mehr nur die südlichen Küsten, sondern zunehmend auch südeuropäische Landstriche bedrohe. Der Verlust sogenannter Ökosystemdienstleistungen – von der Wasserregulierung bis zur Bodenfruchtbarkeit – werde in Italien immer spürbarer und verlange nach einer integrierten Strategie, die Weidelandschaften als Kohlenstoffspeicher und Puffer gegen Erosion ernst nimmt.

Parallel dazu organisierte die algerische Generaldirektion für Wälder landesweite Veranstaltungen, die unter der Schirmherrschaft des Landwirtschaftsministers die zentrale Rolle von Weideland für die Anpassung an den Klimawandel, die Ernährungssicherheit und die kulturelle Identität pastoraler Gemeinschaften hervorhoben. Im Iran betonte der FAO-Repräsentant bei einer hochrangigen Zeremonie am Imam-Khomeini-Flughafen in Teheran, dass die Wiederherstellung degradierter Weideflächen nicht nur eine ökologische, sondern auch eine sozioökonomische Notwendigkeit sei, um ländliche Existenzen zu sichern und Zwangsmigration zu verringern. Beide Länder, die mit massiver Bodendegradation und Wasserknappheit kämpfen, sehen in der Stärkung pastoraler Systeme einen Hebel für resiliente Agrarlandschaften.

In Kenia verband die Regierung die Botschaft des Welttags mit konkreten nationalen Zusagen. Vizepräsident Kithure Kindiki rief zur Wiederherstellung degradierter Weideflächen auf und bekräftigte das Ziel, bis 2032 landesweit 15 Milliarden Bäume zu pflanzen – eine der ambitioniertesten Aufforstungsinitiativen weltweit. Die Wiederherstellung von Rangelands, so Kindiki, sei eine Frage der Generationengerechtigkeit. Zeitgleich eröffnete Kenia in Mombasa die elfte internationale Our Ocean Conference, bei der der Schutz mariner Ressourcen und die Bekämpfung von Klimafolgen für die Ozeane im Mittelpunkt standen. Die Doppelinitiative zeigt, wie ein ostafrikanischer Staat Land- und Meeresschutz als zwei Seiten derselben ökologischen Verantwortung begreift.

Für den deutschsprachigen Raum sind diese globalen Bemühungen von strategischer Bedeutung. Die fortschreitende Desertifikation im Mittelmeerraum und am Horn von Afrika wirkt sich direkt auf Migrationsbewegungen, Agrarimporte und die Stabilität von Lieferketten aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz unterstützen bereits über Entwicklungszusammenarbeit und multilaterale Fonds Projekte zur Bodenrestaurierung und Dürreresilienz. Die Fokussierung auf Weideland bietet dabei eine Chance, traditionelle Landnutzungsformen mit modernem Klimaschutz zu versöhnen. Entscheidend wird sein, ob die politischen Bekenntnisse in ausreichende finanzielle Mittel und lokal angepasste Maßnahmen übersetzt werden – nur dann kann die fortschreitende Verwüstung produktiver Flächen gestoppt und die biologische Vielfalt von den Alpen bis zur Sahelzone bewahrt werden.

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allarmeurgenza

Ein italienischer Forscher schlägt Alarm: Die Desertifikation bedroht den gesamten Mittelmeerraum, einschließlich Italien, mit deutlichen Anzeichen für den Verlust der Biodiversität. Der Schutz der Ökosystemdienstleistungen ist entscheidend, um Bodendegradation und Dürre zu bekämpfen.

Stampa arabo levante-Maghreb
trionfopragmatismo

Das algerische Landwirtschaftsministerium begeht den Welttag der Desertifikation mit nationalen Veranstaltungen und betont die zentrale Rolle von Weideland für Klimaanpassung, Nahrungs- und Wassersicherheit sowie die Bewahrung der kulturellen Identität pastoraler Gemeinschaften.

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