
Vermittler schlagen zehntägige Waffenruhe zwischen USA und Iran vor
Angesichts der eskalierenden Militärschläge und der Blockade der Straße von Hormuz bemühen sich Katar und Pakistan um eine Deeskalation und die Wiederbelebung des gescheiterten Interimsabkommens.
Internationale Vermittler haben der iranischen Führung einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe mit den Vereinigten Staaten unterbreitet. Wie aus Teheraner Regierungskreisen verlautete, zielt die Initiative darauf ab, die Feindseligkeiten zu unterbrechen und Wege zur Wiederbelebung des Mitte Juni unter pakistanischer Vermittlung geschlossenen Interimsabkommens zu finden. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, bestätigte den Eingang von „Vorschlägen und Ideen“, ohne Einzelheiten zu nennen. Aus Washingtoner Sicht erklärte Außenminister Marco Rubio, Iran habe über Mittelsmänner Gesprächsbereitschaft signalisiert, betonte jedoch, dass sich das „Verhalten“ Teherans ändern müsse. Das Weiße Haus hat die diplomatischen Bemühungen nicht gestoppt, setzt aber parallel seine Militärkampagne fort.
Die militärische Eskalation hat in den vergangenen Tagen eine neue Stufe erreicht. Nach Angaben des US-Militärs flog die Luftwaffe in der neunten Nacht in Folge Angriffe auf Ziele in den südlichen Provinzen Irans, darunter Brücken, Eisenbahninfrastruktur und die Hafenkontrolltürme von Chabahar. Iranische Vergeltungsschläge trafen Stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain, wobei zwei US-Soldaten getötet und mehrere weitere verletzt wurden. Aus Teheraner Sicht betonte Präsident Massud Peseschkian, Iran befinde sich in einem „umfassenden Krieg“ mit den USA. Gleichzeitig bekräftigte das Außenministerium, dass die diplomatischen Kanäle parallel zur militärischen Antwort aktiv blieben. Die USA verlegen derweil zusätzliche F-16- und F-35-Kampfflugzeuge sowie Tankflugzeuge in die Region; Bulgarien bestätigte ein amerikanisches Ersuchen um Stationierung von bis zu acht Luftbetankungsflugzeugen.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Kontrolle der Straße von Hormuz. Iran beansprucht auf Grundlage des Memorandums of Understanding vom 18. Juni das Recht, die Wiedereröffnung der Wasserstraße zu verwalten, und hat Schiffe beschossen, die eine von den USA unterstützte Alternativroute entlang der omanischen Küste nutzten. Die Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, zwei Tanker seien nach der Durchfahrt durch diese „unsichere“ Route explodiert, ohne eine direkte Verantwortung zu übernehmen. Aus Washingtoner Perspektive wirft Rubio Teheran vor, die Meerenge als globales Druckmittel zu instrumentalisieren, und fordert internationale Beiträge zur Sicherung der Schifffahrt. Die USA haben eine Seeblockade gegen iranische Häfen wieder in Kraft gesetzt, nachdem die im Rahmen der Waffenruhe gewährten Sanktionserleichterungen aufgehoben wurden. Laut Angaben aus Teheran exportierte Iran während der kurzen Entspannungsphase rund 70 Millionen Barrel Öl im Wert von umgerechnet etwa 108 Billionen Rupiah.
Die Vermittler in Doha und Islamabad sehen ein enges Zeitfenster. Nach Einschätzung des Golf-Sicherheitsexperten Umer Karim von der Universität Birmingham ist die Vermittlung nahezu aussichtslos, solange Iran auf der Verwaltung der Straße von Hormuz beharrt und die höchste Führungsebene nicht in den Prozess eingebunden ist. Die iranische Wirtschaft gilt als schwer angeschlagen, was Katar als Hebel für eine Feuerpause betrachtet. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, kritisierte die US-Truppenverlegungen als Zeichen mangelnder Ernsthaftigkeit Washingtons. Eine offizielle Antwort der Revolutionsgarden auf die Waffenruhe-Vorschläge steht noch aus. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die diplomatische Initiative die Gewaltspirale durchbrechen kann oder ob die Militärschläge beider Seiten eine weitere Ausweitung des Konflikts nach sich ziehen.
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Der Vorschlag ist eine sachliche Entwicklung; die Vermittler arbeiten. Der Bericht stützt sich auf eine einzige iranische Quelle und ergreift keine Partei.
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