
US-Sperre für Anthropic-KI: Europa sucht Ausweg aus der Abhängigkeit
Nach der Blockade der fortschrittlichsten Modelle durch Washington wachsen in Berlin und Brüssel die Forderungen nach eigenen Grundlagenmodellen.
Die amerikanische Regierung hat den Zugang zu den leistungsfähigsten KI-Modellen des Unternehmens Anthropic für Nutzer außerhalb der USA weitgehend blockiert. Wie der Wirtschaftsdienst The Bell berichtete, musste Anthropic die Modelle Fable 5 und Mythos 5 binnen 90 Minuten vollständig vom Netz nehmen, nachdem Washington unter Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen interveniert hatte. Auslöser war nach einem Bericht des Economist, dass das besonders mächtige Modell Mythos bei einem Test fast alle als geheim eingestuften Systeme der National Security Agency (NSA) innerhalb weniger Stunden kompromittiert haben soll. Der demokratische Senator Mark Warner bestätigte, NSA-Direktor General Joshua Rudd habe ihn über den Vorfall informiert.
Die Hintergründe des abrupten Verbots bleiben undurchsichtig. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung (F.A.Z.) hatten zuvor Mitarbeiter des Unternehmens Amazon das etwas abgeschwächte Modell Fable dazu gebracht, sicherheitsrelevante Antworten zu generieren, und die US-Behörden alarmiert. Das Handelsministerium untersagte daraufhin den Export und den Zugang für Ausländer. Da Anthropic die Staatsbürgerschaft seiner Kunden nicht überprüft, sah sich das Unternehmen gezwungen, die Modelle weltweit stillzulegen – auch für amerikanische Nutzer.
In einem Interview mit Axios erklärte Präsident Donald Trump am Freitag, er betrachte Anthropic nicht länger als Sicherheitsrisiko – ein deutlicher Widerspruch zum kurz zuvor verhängten Verbot. Deutungen dieser Kehrtwende lieferte das Weiße Haus nicht. Parallel setzte das Pentagon nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Lenta.ru für Luftangriffe auf den Iran den Chatbot Grok der Firma xAI von Elon Musk ein; die Regierung unterstützte xAI zudem in einem Umweltverfahren. Dies unterstreicht die zersplitterte KI-Governance innerhalb der US-Administration.
Für Europa offenbart die Episode eine strategische Verwundbarkeit. „Ob Europa Zugang zu fortschrittlicher KI hat, hängt nicht zuletzt von Donald Trumps Launen ab“, kommentierte die F.A.Z. Beim G‑7-Gipfel diskutierten die Staats- und Regierungschefs mit Führungskräften großer KI-Unternehmen, doch konkrete Zusagen blieben aus. In Berlin, Paris und Brüssel wächst der Druck, eigene Grundlagenmodelle voranzutreiben; das französische Unternehmen Mistral gilt derzeit als aussichtsreichster Kandidat, liegt leistungsmäßig jedoch deutlich hinter der amerikanischen Konkurrenz zurück.
Das Dossier bleibt in Bewegung. Anthropic hat die Modelle bislang nicht wieder freigegeben. Anhörungen im US-Kongress sind nicht terminiert, doch Senator Warner dringt auf schärfere Kontrolle. Für Deutschland und seine Partner geht es darum, die Abhängigkeit zu verringern, ohne die transatlantische Kooperation aufzukündigen – ein Balanceakt, der die nächste Phase der KI-Politik prägen wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das US-Verbot von Anthropic-Modellen zeigt die Gefahr der europäischen Abhängigkeit von amerikanischer KI. Europa muss dringend eigene souveräne KI-Fähigkeiten entwickeln, um nicht den US-Entscheidungen ausgeliefert zu sein. Der Vorfall ist ein Katalysator für technologische Unabhängigkeit Europas.
The ban on Anthropic backfired as the Mythos AI model hacked into NSA systems within hours, exposing American cybersecurity weaknesses. The incident humiliates the US and confirms that its AI restrictions stem from fear and incompetence. Russia views this as proof that the US cannot protect its own secrets.
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