
Fünfte Gesprächsrunde zwischen Libanon und Israel im Schatten des US-iranischen Memorandums
Während eine fragile Waffenruhe hält, beginnen in Washington direkte Verhandlungen – doch die parallele Diplomatie zwischen Washington und Teheran hat die Position Beiruts geschwächt.
In Washington beginnen am Dienstag die fünften direkten Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel, nur einen Tag nachdem die USA und Iran in der Schweiz die Einrichtung einer „De-confliction-Zelle“ für den Libanon vereinbart haben. Diese Zelle, an der auch die libanesische Regierung beteiligt werden soll, hat nach Angaben der Vermittler Pakistan und Katar das Ziel, die Einhaltung der Waffenruhe sicherzustellen. Die Kampfhandlungen zwischen der israelischen Armee und der vom Iran gestützten Hisbollah sind seit Samstagabend weitgehend zum Erliegen gekommen; die UNIFIL meldete keine neuen Geschossbewegungen, beobachtet jedoch weiterhin Luftraumverletzungen und israelische Truppenbewegungen. Die neue Gesprächsrunde, die über drei Tage sowohl einen politischen als auch einen militärischen Verhandlungsstrang umfasst, wird von US-Außenminister Marco Rubio beaufsichtigt und von hochrangigen Vertretern des State Department und des Pentagon geleitet.
Aus Sicht der libanesischen Staatsführung unter Präsident Joseph Aoun sind die direkten Verhandlungen mit Israel der einzige Weg zu einem dauerhaften Ende des seit März tobenden Krieges. Beirut dringt auf einen verbindlichen Zeitplan für den Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon. Israelische Regierungsvertreter hingegen erklärten, die Streitkräfte würden auf unbestimmte Zeit in einer „Sicherheitszone“ südlich des Litani verbleiben; das Ziel der Gespräche sei die Entwaffnung und Zerschlagung der Hisbollah. Die vier vorangegangenen Runden seit April hatten keine belastbare Waffenruhe hervorgebracht. Die längste Feuerpause trat erst nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran ein, die eine Einstellung der Feindseligkeiten an allen Fronten – einschließlich des Libanon – vorsieht. Libanesische Regierungsvertreter und mit dem Dossier befasste ausländische Diplomaten bewerten dieses Memorandum als schweren Rückschlag für den libanesischen Staat: Es habe die Hisbollah gestärkt und Beirut in die schwächste Verhandlungsposition seit Kriegsbeginn manövriert. Ein libanesischer Unterhändler äußerte gegenüber Reuters grundlegende Zweifel an der Vertrauensbasis mit Israel.
Washingtoner Regierungskreise betonen, die Gespräche dienten dem Ziel, „den Kreislauf der Gewalt dauerhaft zu beenden“ und einen umfassenden Friedens- und Sicherheitsvertrag zwischen zwei souveränen Staaten zu ermöglichen. Gleichzeitig verschärfte Präsident Donald Trump den Ton gegenüber Teheran erheblich: Auf seiner Plattform Truth Social forderte er Iran auf, seine „hochbezahlten Stellvertreter“ im Libanon unverzüglich von weiteren Provokationen abzuhalten, andernfalls werde man Iran „sehr hart treffen, härter als letzte Woche“. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) hat nach Darstellung des Außenministeriums einen Überwachungsmechanismus aktiviert, um politischen Entscheidungsträgern in Echtzeit Lageinformationen aus dem Libanon zu liefern. Parallel zu den libanesisch-israelischen Gesprächen setzen die USA und Iran ihre technischen Verhandlungen in der Schweiz fort; nach iranischen Regierungsangaben wurden vier Arbeitsgruppen zu den Themen Sanktionsaufhebung, Nuklearfragen, wirtschaftlicher Wiederaufbau sowie Überwachung und Umsetzung gebildet.
Die Gespräche in Washington werden sich nach israelischen Medienberichten konkret mit der Einrichtung „experimenteller Zonen“ im Südlibanon befassen, aus denen sich die israelische Armee probeweise zurückziehen soll, während die libanesische Armee die Kontrolle übernimmt und US-Kräfte die Aufsicht führen. Die Hisbollah, die eine vollständige Entwaffnung ablehnt und die Regierung zum Abbruch der direkten Gespräche aufgerufen hat, setzt darauf, dass Iran in seinen eigenen Verhandlungen mit den USA einen israelischen Abzug durchsetzen wird. Beobachter in der Region verweisen auf das Risiko, dass Israel aus Verärgerung über das US-iranische Abkommen eine noch kompromisslosere Haltung einnehmen könnte. Die kommenden drei Verhandlungstage werden zeigen, ob die parallelen diplomatischen Stränge den fragilen Waffenstillstand stabilisieren oder die Kluft zwischen den Konfliktparteien weiter vertiefen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Israel unter Netanjahu hat erklärt, die Besetzung des Südlibanon aufrechtzuerhalten und die Militäroffensiven fortzusetzen, unter dem Vorwand einer 'Sicherheitszone' und der 'Neutralisierung von Bedrohungen'. Dies geschieht trotz der US-iranischen Gespräche und eines angeblichen Deeskalationsmechanismus und entlarvt die wahre aggressive Natur des zionistischen Regimes.
Libanon und Israel beginnen eine fünfte Runde direkter Gespräche in Washington, überschattet vom US-Iran-Deal, der eine vorübergehende Kampfpause bewirkt hat. Libanesische Beamte bestehen darauf, dass direkte Verhandlungen der einzige Weg sind, um einen Krieg zu beenden, der seit März über 4.000 Menschen getötet hat, doch frühere Runden konnten keinen dauerhaften Waffenstillstand erreichen.
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