
PCE-Inflation in den USA steigt auf 4,1 Prozent – Dreijahreshoch erreicht
Die Kernrate legt auf 3,4 Prozent zu, während die Märkte trotz sinkender Ölpreise fest mit einer Leitzinserhöhung der Federal Reserve im September rechnen.
Der von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsindex, der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), stieg im Mai auf Jahressicht um 4,1 Prozent – das ist der höchste Wert seit April 2023. Ohne die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Lebensmittel betrug die Teuerung 3,4 Prozent, nach 3,3 Prozent im April. Während der Anstieg der Gesamtinflation vor allem auf kriegsbedingt gestiegene Benzinpreise zurückgeht, signalisiert die hartnäckige Kernrate einen breiteren Preisdruck in der US-Wirtschaft.
Auslöser des Energieschocks war die militärische Eskalation zwischen den USA und Iran Ende Februar, die den Ölpreis und damit die Spritkosten zeitweise auf fast 4,50 Dollar pro Gallone trieb. Zusätzlich heizten Lieferengpässe bei Halbleitern und IT-Ausrüstung, befeuert durch den KI-Ausbau, die Preise an. Nach einem zwischenzeitlichen Friedensabkommen und der schrittweisen Wiedereröffnung des Transits durch die „Straße von Hormus“ sind die Rohöl- und Benzinpreise zwar deutlich gesunken – der Durchschnittspreis an der Zapfsäule lag zuletzt bei 3,92 Dollar –, doch die Kerninflation verharrt deutlich oberhalb des Fed-Ziels von zwei Prozent.
Die Federal Reserve hat auf ihrer jüngsten Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, zugleich aber signalisiert, dass eine Straffung noch in diesem Jahr wahrscheinlicher geworden ist. Der Terminmarkt preist eine Anhebung für September mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent ein. Warsh bekräftigte die Entschlossenheit, die Inflation wieder auf zwei Prozent zu drücken, ohne jedoch konkrete geldpolitische Schritte zu nennen. Gleichzeitig zeigen sich die amerikanischen Verbraucher widerstandsfähig: Die Konsumausgaben legten im Mai real um 0,3 Prozent zu, gestützt durch hohe Steuerrückerstattungen und Kursgewinne an den Aktienmärkten.
Politisch wird die Teuerung zur Belastungsprobe für Präsident Trump und die Republikaner vor den Kongresswahlen im November. Die Demokratin Elizabeth Warren warf Trump vor, seine Versprechen einer Preissenkung nicht eingelöst zu haben. Volkswirte wie Heather Long (Navy Federal Credit Union) rechnen damit, dass die gesunkenen Spritpreise die Inflationszahlen ab Juni moderieren werden. Entscheidend für den weiteren Kurs der Fed wird der nächste PCE-Bericht sein, der Aufschluss darüber gibt, ob der Preisauftrieb ohne Energiekomponente nachhaltig nachlässt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die US-Inflation ist auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen, was Wetten auf eine aggressive Straffung der Fed befeuert und der Trump-Regierung vor den Zwischenwahlen politischen Gegenwind beschert. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,1 % und verdeutlichen eine Erschwinglichkeitskrise, die die Wahllandschaft verändern könnte.
Die Märkte preisen in diesem Jahr drei Zinserhöhungen der Fed ein, nachdem die Inflation ein Dreijahreshoch erreicht hat. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen auf den Goldpreis, der direkt auf den US-Geldpolitikausblick reagiert.
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