
UniCredit erhöht Gewinnziele und rechnet fest mit Commerzbank-Übernahme
Die Mailänder Großbank hob ihre Prognose für 2026 auf deutlich über 11 Milliarden Euro an und sieht in der angestrebten Transaktion einen zweistelligen Gewinnschub.
Die italienische Großbank UniCredit hat ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr auf deutlich über 11 Milliarden Euro angehoben und rechnet nun fest mit einer vollständigen Übernahme der Commerzbank. Aus der Quartalspräsentation von Konzernchef Andrea Orcel geht hervor, dass die Beteiligung an dem Frankfurter Institut von einer attraktiven Finanzanlage zu einer strategischen Transaktion mit substanziellem industriellem Wert werden soll. Die aufsichtsrechtlichen Genehmigungen könnten noch in diesem Jahr erteilt werden, unmittelbar danach wolle man die Kontrolle übernehmen und das eigene Geschäftsmodell implementieren. Im zweiten Quartal sank der Nettogewinn zwar um 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, was vor allem auf Absicherungskosten im Zusammenhang mit dem Commerzbank-Engagement in Höhe von 245 Millionen Euro zurückzuführen ist. Bereinigt um diesen Sondereffekt lag der Überschuss bei 3,1 Milliarden Euro und damit über den Analystenerwartungen.
Die Zuversicht der Mailänder stützt sich auf ein starkes operatives Geschäft: Die Kernerträge legten im Jahresvergleich um 6 Prozent zu, getrieben von einem Provisionsüberschuss, der um 14 Prozent zulegte. Gleichzeitig reduzierte sich der erwartete negative Effekt auf die harte Kernkapitalquote im Falle einer Komplettkonsolidierung der Commerzbank von ursprünglich 2,8 auf rund 2 Prozentpunkte, was auch mit dem Stopp eines milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms zusammenhängt. Aus deutscher Sicht bleibt der Widerstand erheblich: Sowohl der Vorstand als auch der Betriebsrat der Commerzbank lehnen die Pläne ab, und die Bundesregierung hatte die als feindlich empfundene Vorgehensweise kritisiert. Dennoch sicherte sich UniCredit über ein Tauschangebot bereits 47,6 Prozent der Anteile. Ein erstes Gespräch zwischen Orcel und Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wird für Anfang August erwartet, wenn das Frankfurter Institut seine Quartalszahlen vorlegt.
Während sich im Bankensektor die Konturen einer paneuropäischen Konsolidierung abzeichnen, meldeten auch andere Konzerne verbesserte Perspektiven. Der italienische Versorger Acea verzeichnete im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 454,5 Millionen Euro – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Der Sprung ist allerdings auf den Verkauf der Tochter Acea Energia zurückzuführen, der einen Sonderertrag von 268,5 Millionen Euro einbrachte. Das wiederkehrende operative Ergebnis legte um 4 Prozent zu, getragen vom regulierten Wasser- und Netzgeschäft, das 95 Prozent des wiederkehrenden Ebitda stellt. Der mexikanische Baustoffkonzern Cemex wiederum erhöhte seine Ebitda-Prognose für 2026 auf ein Wachstum von 16 bis 17 Prozent, nachdem das zweite Quartal einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 24 Prozent auf gut eine Milliarde US-Dollar gebracht hatte. Treiber waren Kosteneffizienzen und eine anziehende Nachfrage in allen vier Regionen, insbesondere in Mexiko.
Für den weiteren Verlauf richtet sich der Blick auf die erwartete Kontaktaufnahme zwischen UniCredit und Commerzbank Anfang August. Sollte es zu einer Annäherung kommen, wäre der Weg frei für die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, um die strategische Blaupause durchzusetzen. Parallel dazu bleibt die Entwicklung der russischen Tochter von UniCredit ein Unsicherheitsfaktor: Deren Gewinn brach im ersten Halbjahr um 43 Prozent ein, während das Kreditbuch halbiert und die Mitarbeiterzahl um das 1,7-Fache reduziert wurde. Die Gruppe arbeitet unter dem Druck der EZB an einem geordneten Rückzug, der auch eine Teilveräußerung an Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten umfassen könnte.
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.80 | aligned |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.50 | aligned |
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
UniCredit feiert seinen Rekord und erklärt die Fusion mit der Commerzbank für unvermeidlich und vorteilhaft für Europa.
Indem die Rekordergebnisse als Beweis für die Stärke der Bank und die Fusion als logische Konsequenz der paneuropäischen Strategie dargestellt werden, entsteht ein Gefühl der Unvermeidlichkeit.
Es verschweigt den Rückgang der russischen Tochtergesellschaft, der im Gegensatz zum Erfolg der Gruppe steht.
Die Zahlen sprechen für sich: UniCredit strebt Rekordgewinne an und die Commerzbank ist ein Bonus.
Indem die Nachricht als bloßes numerisches Update präsentiert wird, wird jede politische oder strategische Interpretation vermieden, was die Operation normalisiert.
Es erwähnt weder den politischen Widerstand in Deutschland noch den Rückgang der russischen Tochter.
Die russische Tochter der UniCredit erlebt eine starke Schrumpfung, während die Gruppe Rekordgewinne erzielt.
Durch die ausschließliche Konzentration auf die Daten der russischen Einheit und das Auslassen des Erfolgskontexts der Gruppe entsteht eine Erzählung des lokalen Niedergangs.
Es lässt die Commerzbank-Übernahmepläne und die erhöhten Gewinnziele der Gruppe aus.
Erweitere deinen Horizont
Indiens „Kakerlaken“-Proteste: Hungerstreik beendet, doch Rücktrittsforderung bleibt
11 Sprachen · 28 Quellen
Aus TechnologyElon Musk zieht Bilanz: Politische Reue und ungebremster Techno-Optimismus
3 Sprachen · 5 Quellen
Aus Science & HealthFortschritte bei seltenen Erkrankungen: Gentherapien und mRNA-Impfstoffe zeigen erste Erfolge
4 Sprachen · 6 Quellen