
Nach 1:5-Debakel gegen Schweden: Tunesien setzt auf Hervé Renard als Retter
Der tunesische Fußballverband entlässt Sabri Lamouchi nach der höchsten WM-Auftaktniederlage und verpflichtet den Franzosen Hervé Renard als Feuerwehrmann bis zum Turnierende.
Die tunesische Fußballnationalmannschaft hat auf das historische Debakel zum Auftakt der Weltmeisterschaft 2026 mit einem radikalen Schnitt reagiert. Keine 48 Stunden nach der 1:5-Niederlage gegen Schweden im mexikanischen Monterrey gab der Verband die sofortige Trennung von Trainer Sabri Lamouchi bekannt und präsentierte mit Hervé Renard einen prominenten Nachfolger. Der 57-jährige Franzose, der zuletzt die saudi-arabische Auswahl betreut hatte und seit seinem Abschied ohne Klub war, soll die „Adler von Karthago“ noch während des laufenden Turniers stabilisieren und die minimale Restchance auf ein Weiterkommen in der Gruppe F wahren.
Die Entscheidung fiel in Tunis noch in der Nacht nach der Partie. Verbandspräsident Maaz al-Nasseri erklärte in einem Telefonat mit dem tunesischen Staatsfernsehen, man habe sich mit Lamouchi „einvernehmlich“ auf ein Vertragsende geeinigt. Der franko-tunesische Coach hatte das Team erst im vergangenen Jahr übernommen, doch die beiden schweren Testspielniederlagen – darunter ein 0:5 gegen Belgien – und nun der Fehlstart in das Turnier in Nordamerika ließen dem Verband keine Wahl. Aus europäischer Perspektive ist der Vorgang bemerkenswert, weil er an die zunehmende Kurzatmigkeit im internationalen Fußball erinnert: Noch nie zuvor wurde ein Trainer während einer WM-Endrunde nach nur einem Spiel ausgetauscht.
Renard, in der arabischen Sportpresse oft als „der Fuchs“ bezeichnet, bringt reichlich Erfahrung mit solchen Rettungsmissionen mit. Er hatte Marokko 2018 zur ersten WM-Teilnahme nach 20 Jahren geführt und Saudi-Arabien 2022 mit dem sensationellen Auftaktsieg gegen den späteren Weltmeister Argentinien überrascht. Nun wird er zum dritten Mal mit einer anderen Nation auf der größten Bühne stehen. Der tunesische Verband betonte, dass Renard noch am Dienstagabend Ortszeit die erste Trainingseinheit in Monterrey leiten werde – mit demselben Gehalt, das auch Lamouchi bezogen hatte. Die Eile ist verständlich: Bereits in wenigen Tagen steht das zweite Gruppenspiel gegen Japan an, das für Tunesien zum vorgezogenen Endspiel wird.
Aus nordafrikanischer Sicht ist die Verpflichtung auch ein Signal an die Konkurrenz in der Region. Renard genießt in Marokko, Algerien und Tunesien hohes Ansehen, nicht zuletzt wegen seiner Erfolge mit den marokkanischen Löwen. Dass er nun ausgerechnet beim Nachbarn anheuert, sorgt in Rabat für gemischte Reaktionen. Beobachter in Teheran und Riad verfolgen die Entwicklung ebenfalls aufmerksam, da Renard sowohl im iranischen als auch im saudi-arabischen Fußball als möglicher Kandidat für künftige Projekte gehandelt wurde. Die iranische Sportzeitung „Hamshahri“ kommentierte, Tunesien biete Renard nicht nur einen Kurzzeitvertrag, sondern auch eine langfristige Perspektive über das Turnier hinaus.
Der Vertrag ist zunächst bis zum Ende der tunesischen WM-Teilnahme befristet, doch der Verband hat bereits Gespräche über eine dauerhafte Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. Dies deutet darauf hin, dass es in Tunis nicht allein um Schadensbegrenzung geht, sondern um einen strategischen Neuaufbau. Für den deutschen Fußball ist der Fall insofern relevant, als Renard immer wieder mit vakanten Positionen in europäischen Ligen in Verbindung gebracht wird. Sollte er Tunesien tatsächlich noch durch die Gruppenphase führen, dürfte sein Marktwert weiter steigen. Die kommenden Tage in Monterrey werden zeigen, ob der „Fuchs“ auch diesmal das Unmögliche möglich machen kann.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 2 Sprachen
Der tunesische Fußballverband handelte schnell nach der 5:1-Niederlage gegen Schweden und ersetzte Trainer Sabri Lamouchi durch Hervé Renard für den Rest der Weltmeisterschaft. Die Ernennung ist interimistisch, die finanziellen Konditionen bleiben unverändert, und es wird zugesagt, nach dem Turnier über einen langfristigen Vertrag zu sprechen. Die Entscheidung wird als ruhiger, pragmatischer Schritt zur Stabilisierung des Teams dargestellt.
In dem, was als schnellster Trainerwechsel der WM-Geschichte bezeichnet wird, entließ Tunesien Sabri Lamouchi und holte Hervé Renard unmittelbar nach der 1:5-Niederlage. Renard, der zuvor Saudi-Arabien und Marokko trainierte, soll noch am selben Tag das Training leiten. Die Rekord-Entlassung unterstreicht den Schock der Pleite und die Dringlichkeit, die Kampagne zu retten.
Verwandte Artikel
Messi stellt Klose-Rekord ein: Historischer Hattrick zum WM-Auftakt
9 Sprachen · 50 Quellen
Defense & SecurityRussische Fregatte feuert Warnschüsse auf britische Yacht im Ärmelkanal
9 Sprachen · 22 Quellen
Kriminalität & KatastrophenBusinessjet-Absturz auf Autobahn in Texas: Ein Toter und dramatische Rettungsversuche
8 Sprachen · 24 Quellen