
Trump unterzeichnet Iran-Deal – Ölpreise fallen auf tiefsten Stand seit Kriegsbeginn
Das vorläufige Abkommen beendet die Kampfhandlungen, öffnet die Straße von Hormuz und leitet 60-tägige Verhandlungen in der Schweiz ein; die Energiemärkte reagieren mit deutlicher Entspannung.
In der Nacht zum Donnerstag unterzeichnete US-Präsident Donald Trump im Schloss Versailles ein vorläufiges Abkommen mit Iran, das den viermonatigen Krieg im Nahen Osten beendet und die strategisch zentrale Straße von Hormuz wieder für den Tankerverkehr freigibt. Die Unterschrift erfolgte überraschend bei einem Kerzenlicht-Dinner mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron am Rande des G7-Gipfels. Wenige Stunden später veröffentlichte auch der iranische Präsident Massud Peseschkian ein Bild des unterzeichneten Dokuments. Die Reaktion der Rohstoffmärkte war unmittelbar: Die Preise für Rohöl der Sorten Brent und West Texas Intermediate (WTI) fielen um bis zu drei Prozent und erreichten das niedrigste Niveau seit den ersten Handelstagen nach Kriegsausbruch Anfang März.
Das 14-Punkte-Memorandum sieht einen Waffenstillstand, die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Teherans Ölexporte und die freie Passage durch die Meerenge vor, durch die normalerweise ein Fünftel des globalen Ölhandels fließt. Allerdings handelt es sich nur um eine Zwischenlösung: Ab Freitag beginnen in den Schweizer Alpen 60-tägige Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen, das nach Einschätzung von Beobachtern weitaus schwieriger zu erreichen sein dürfte. Aus Washingtoner Sicht betonte Trump die Stärke des Deals und nannte Kritiker, die ihm mangelnde Härte vorwarfen, auf seiner Plattform Truth Social „Narren“. Gleichzeitig verwies er auf Rekordstände an den Aktienmärkten und fallende Ölpreise. In Teheran hingegen feierte man das Abkommen als „Rekordniederlage“ der USA; Parlamentspräsident Mohammad Ghalibaf sprach von einem Erfolg, bei dem Iran mehrfach bekommen habe, was es wollte.
Die Entspannung an den Energiemärkten wurde allerdings durch geldpolitische Signale aus den USA gedämpft. Die Federal Reserve hatte zuvor ihre Inflationsprognose angehoben und höhere Leitzinsen in Aussicht gestellt, was den Dollar auf ein Jahreshoch trieb und die Aktienkurse an der Wall Street nach anfänglichen Gewinnen wieder belastete. Während der Dow Jones moderat zulegte, verzeichneten der S&P 500 und die Nasdaq deutlichere Avancen, doch die Unsicherheit über den weiteren Zinspfad blieb. Für die deutsche und europäische Wirtschaft ist der Preisrückgang bei Rohöl dennoch eine willkommene Nachricht, da er den Inflationsdruck mindert und die Industrie entlastet. Tanker mit zuvor blockierten Millionen Barrel Rohöl verließen bereits die Straße von Hormuz, und Kuwait kündigte eine Produktionsausweitung an.
Die kommenden Verhandlungen in der Schweiz werden zeigen, ob aus dem vorläufigen Waffenstillstand ein dauerhafter Frieden werden kann. Die Skepsis unter unabhängigen Experten ist groß: Viele sehen die Bedingungen als einseitig zugunsten Teherans, und die Frage der langfristigen Sanktionsarchitektur sowie der nuklearen Ambitionen Irans bleibt ungelöst. Für Europa, das in der Krise unter stark gestiegenen Energiekosten litt, bietet die Wiedereröffnung der Hormuz-Passage zumindest eine dringend benötigte Atempause. Sollte der finale Vertrag scheitern, dürften die Ölpreise jedoch ebenso schnell wieder in die Höhe schnellen, wie sie gefallen sind.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und dem Iran brachte den Ölmärkten sofortige Erleichterung, die Preise fielen und US-Benzin sank unter 4 Dollar. Trump feierte die Marktreaktion und beschimpfte Kritiker als 'Narren', doch Analysten warnen, dass die 60-tägigen Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen schwierig bleiben, während der Zinsausblick der Fed die Aktieneuphorie dämpft.
Iranische Staatsmedien verkündeten, Teheran habe 'bekommen, was wir wollten, und das mehrfach', und stellten den Waffenstillstand als diplomatischen Sieg dar. Die Unterzeichnung in Versailles nach Trumps Bombendrohungen wurde mit Skepsis gegenüber den Details des 14-Punkte-Abkommens aufgenommen, und es bleiben Fragen, ob das Abkommen Iran tatsächlich einschränkt.
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