
G7-Gipfel in Évian: Europas Skepsis gegenüber Trumps Iran-Deal und der Druck auf Moskau
Während Donald Trump ein vorläufiges Abkommen mit Teheran präsentiert, drängen die europäischen Partner auf ein robustes Nuklearabkommen und verschärfte Energiesanktionen gegen Russland.
Mit einem vorläufigen Waffenstillstandsabkommen für den Iran-Konflikt im Gepäck traf US-Präsident Donald Trump am Montagabend am Genfer See ein. Doch die europäischen G7-Partner empfingen ihn nicht mit ungeteilter Erleichterung. Aus Paris, Berlin und London wurde noch vor der offiziellen Sitzung die Sorge laut, ein oberflächliches Interimsabkommen könne Teherans Nuklear- und Raketenprogramme nicht eindämmen, sondern langfristig zementieren. Beim abendlichen Arbeitsessen der Staats- und Regierungschefs, das sich über zwei Stunden erstreckte, standen denn auch kritische Fragen im Raum: Wie rasch lässt sich die strategisch zentrale Straße von Hormus wieder für die kommerzielle Schifffahrt öffnen? Amerikanische Vertreter gaben darauf im Laufe des Tages unterschiedliche Antworten. Das am Sonntag virtuell unterzeichnete Rahmenwerk eröffnet eine sechzigtägige Verhandlungsfrist über hochangereichertes Uran und Sanktionsaufhebungen; die formelle Unterzeichnung ist für Freitag in Genf anvisiert. Europäische Diplomaten beharrten darauf, dass nur ein „solides, ernsthaftes und finalisiertes“ Abkommen akzeptabel sei.
Parallel dazu rückte der Krieg in der Ukraine ins Zentrum der Beratungen. Trump traf am Rande des Gipfels in einem trilateralen Gespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem französischen Gastgeber Emmanuel Macron zusammen und forderte Russland anschließend öffentlich auf, „einen Deal zu machen“. Er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um den Konflikt zu beenden. Die G7-Staaten bekräftigten in einer Sitzung mit Selenskyj die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine und verständigten sich darauf, den Druck auf Moskau zu erhöhen – insbesondere durch Sanktionen gegen den russischen Öl- und Gassektor. Eine französische Diplomatenquelle stellte in Aussicht, dass zusätzliche Maßnahmen greifen könnten, sobald die Straße von Hormus wieder frei sei, und verknüpfte damit die beiden Krisenherde operativ miteinander.
Trump selbst hatte am Sonntag sowohl mit Selenskyj als auch mit Wladimir Putin telefoniert und erklärte, nach dem Abschluss des Iran-Geschäfts werde sich Washington nun auf die Ukraine konzentrieren. Selenskyj bot an, Putin am Rande des G7-Gipfels oder in den Vereinigten Staaten zu treffen, doch das Kreml stellte klar, dass keine offizielle Einladung ergangen sei. Ungeachtet der diplomatischen Bewegung griff die Ukraine in der Nacht mit über 170 Drohnen eine große Raffinerie in Moskau an – ein Beleg dafür, dass die militärische Eskalation unvermindert anhält und den Verhandlungsbemühungen eine dringliche Note verleiht.
Für Deutschland und seine europäischen Nachbarn verdichten sich am Genfer See zwei zentrale Bewährungsproben. Einerseits gilt es, Trump auf einen belastbaren Iran-Rahmen zu verpflichten, der eine nukleare Aufrüstung Teherans verlässlich verhindert und die Energierouten durch Hormus sichert. Andererseits soll die geeinte Unterstützung für Kiew nicht durch einen überhasteten Friedensschluss unterminiert werden, der russische Gebietsgewinne festschriebe. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die transatlantische Partnerschaft die Gipfelerklärungen in eine kohärente Strategie überführen kann – während die formelle Unterzeichnung des Iran-Abkommens näher rückt und die Beratungen über verschärfte Russland-Sanktionen an Fahrt gewinnen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trump erklärte, Putin und Selenskyj seien offen für eine Einigung, doch Selenskyj betonte Putins frühere Ablehnungen und schlug ein Gipfeltreffen in den USA vor, um eine erneute Absage zu erschweren. Trumps Optimismus wird mit Vorsicht aufgenommen, während an die monatlich 25.000 getöteten Soldaten erinnert wird.
Selenskyj bot während eines Telefonats mit Trump an, Putin in den USA zu treffen, mit der Begründung, ein amerikanischer Ort würde es Putin schwerer machen, abzulehnen. Trump berichtete von positiven Gesprächen mit beiden Führern.
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