
Gefallene im Iran-Krieg: Trump bei Überführung der Särge in Dover
Die Zeremonie für vier getötete US-Soldaten fällt in eine Phase wachsender innenpolitischer Kritik und unklarer Kriegsziele.
Präsident Donald Trump hat am Mittwoch auf der Dover Air Force Base an der feierlichen Überführung der sterblichen Überreste von vier im Nahen Osten getöteten US-Soldaten teilgenommen. Drei von ihnen waren am Freitag bei einem Raketenangriff auf ihre Unterkunft auf dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti ums Leben gekommen, ein vierter am Sonntag bei der kontrollierten Sprengung einer Angriffsdrohne in Erbil im Irak. Das Pentagon beziffert die Gesamtzahl der seit Beginn der Militäroperationen gegen Iran im Februar getöteten amerikanischen Soldaten auf 18, die der Verwundeten auf über 450. Aus dem Weißen Haus verlautete, Trump sehe die Teilnahme an der als „dignified transfer“ bezeichneten Zeremonie als eine seiner schwersten Pflichten, aber auch als große Ehre an.
Aus Washingtoner Sicht wird der Krieg als Teil einer gemeinsamen Operation mit Israel dargestellt, die verhindern soll, dass Iran eine Nuklearwaffe erlangt. Trump selbst erklärte, die Soldaten seien gestorben, um genau dies zu verhindern, und drohte für den Fall weiterer amerikanischer Todesopfer mit Vergeltung „um ein Vielfaches“. Iranische Staatsmedien hingegen bezeichneten die Getöteten als „terroristische“ Kräfte und sprachen von einer „Rechtfertigung“ der Tode durch den Präsidenten. In der arabischen Welt wird der Konflikt zunehmend als ein Stellvertreterkrieg wahrgenommen, der auch verbündete Golfstaaten in Mitleidenschaft zieht; so meldete Kuwait die Abwehr feindlicher Ziele, und im Golf von Oman geriet ein Tanker nach einem Treffer in Brand.
Die finanziellen und politischen Kosten des Krieges belasten die Regierung Trump zusehends. Nach Angaben des Pentagons hat der Einsatz bisher mindestens 37,5 Milliarden Dollar an Steuergeldern verschlungen. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, dass vier von fünf Amerikanern mit einer langen Dauer des Konflikts rechnen und nur 37 Prozent die Militärschläge gegen Iran befürworten. Republikanische Strategen warnen laut Medienberichten, dass steigende Lebenshaltungskosten und höhere Benzinpreise die politischen Vorteile der Steuersenkungen neutralisierten und die Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus sowie im Senat bei den Zwischenwahlen im November gefährden könnten.
Seit Beginn der Kampfhandlungen Ende Februar hat Trump unterschiedliche, teils widersprüchliche Kriegsziele formuliert. Ein zwischenzeitlich ausgehandeltes Waffenstillstandsabkommen scheiterte, woraufhin beide Seiten ihre Angriffe intensivierten. Die Auseinandersetzung hat die globale Ölversorgung beeinträchtigt und die Lage an der strategisch wichtigen Straße von Hormus destabilisiert. Abgeordnete beider Parteien im Kongress haben Fragen zu Sinn und Dauer des Einsatzes aufgeworfen. Ein Ende der Feindseligkeiten ist nicht absehbar; die nächste Eskalationsstufe könnte von der angedrohten massiven Vergeltung Washingtons nach weiteren amerikanischen Verlusten bestimmt werden.
| Israelische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.40 | critical |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
Trumps Krieg kostet amerikanische Leben und Geld, und eine Zeremonie kann das nicht verbergen.
Durch die Gegenüberstellung der feierlichen Zeremonie mit konkreten Opfer- und Kosten Zahlen schafft der Block einen Kontrast, der die Erfolgsgeschichte der Regierung untergräbt.
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Der Iran wird einen hohen Preis für diese Todesfälle zahlen, und der Präsident ist bereit, zurückzuschlagen.
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