
Flottenausbau im Nahen Osten: flynas bestellt 25 Airbus-Jets, Farnborough Airshow zeigt Expansionsdrang
Saudi-Arabiens Billigflieger flynas stockt seine Bestellungen auf 235 Airbus-Flugzeuge auf, während die Luftfahrtmesse in Farnborough trotz regionaler Spannungen weitere Großaufträge aus dem Nahen Osten und der Karibik verzeichnet.
Die saudische Billigfluggesellschaft flynas hat ihre festen Bestellungen bei Airbus um 25 Maschinen auf nun 235 Flugzeuge erhöht. Die am Mittwoch bekanntgegebene Order umfasst fünf Langstreckenjets des Typs A330-900 und zwanzig Mittelstreckenflugzeuge der A321neo-Familie. Damit steigt das gesamte Auftragsbuch des Carriers auf 280 Maschinen. flynas will mit den zusätzlichen Kapazitäten neue Märkte erschließen, die sechs operativen Basen im Königreich ausbauen und die Tochter flynas Syria stärken. Konzernchef Bander Almohanna verwies zudem auf die steigende Nachfrage durch Pilgerreisen zu den Heiligen Stätten sowie auf die erwarteten Passagierströme im Vorfeld der Expo 2030 und der Fußball-Weltmeisterschaft 2034.
Die Order fällt in eine Welle von Flotteninvestitionen, die auf der parallel stattfindenden Luftfahrtmesse Farnborough International Airshow sichtbar wird. Dort meldete die karibische BermudAir ihre erste Bestellung über zehn Airbus A220-300, die mit 135 Sitzen in drei Klassen neue Direktverbindungen zwischen Atlantik, Karibik und Nordamerika ermöglichen sollen. Philippine Airlines orderte neun A350-1000 sowie 15 Boeing 787-10 und sicherte sich Optionen auf jeweils fünf weitere Maschinen. Die zum saudischen Staatsfonds PIF gehörende Helicopter Company erweiterte ihr Portfolio um acht Airbus H145 und elf Leonardo AW139 – Teil eines Rahmenvertrags über bis zu 120 beziehungsweise 130 Hubschrauber.
Aus emiratischer Perspektive standen in Farnborough nicht allein Flugzeugbestellungen im Vordergrund. Der Staatsfonds Mubadala unterzeichnete mit dem brasilianischen Hersteller Embraer eine strategische Rahmenvereinbarung, die über reine Kapitalbeteiligungen hinausgeht und industrielle Zulieferung, Wartungsdienste sowie gemeinsame Forschung an Verbundwerkstoffen und additiver Fertigung umfasst. Die emiratische Luftfahrtindustrie will sich damit als Teil der globalen Lieferkette positionieren. Zugleich nutzte Tim Clark, Präsident der Emirates Airline, die Messe für scharfe Kritik an den Herstellern: Er erwarte die Boeing 777-9 nun erst im zweiten Quartal 2027 – fast sieben Jahre nach dem ursprünglich geplanten Termin – und warnte, die Technologie könne bis zur Auslieferung bereits überholt sein. Auch die langsame Instandsetzung von Triebwerken belaste den Betrieb.
Ungeachtet der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten – die Europäische Agentur für Flugsicherheit verlängerte ihre Warnung für den Luftraum der Region bis Ende Juli, Air France-KLM setzte Flüge von und nach Riad und Dubai aus – zeigen die Bestellungen einen ungebrochenen Expansionswillen. Emirates arbeitet nach Angaben Clarks wieder bei 90 Prozent der Vorkrisenkapazität. Die nächsten greifbaren Meilensteine sind die Musterzulassung der Boeing 777-9 durch die US-Luftfahrtbehörde FAA, die für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet wird, sowie die Auslieferung der ersten A350-1000 an Philippine Airlines um 2030.
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Saudi-Arabien investiert massiv in die Luftfahrt und bestellt 235 Airbus-Flugzeuge, um das Königreich mit der Welt zu verbinden und die Vision 2030 zu unterstützen.
Es betont Rekordzahlen und lässt regionale Spannungen aus, um ein Bild unaufhaltsamen Wachstums und Führungsstärke zu projizieren.
Es erwähnt weder regionale Instabilität noch Lieferverzögerungen, die im arabisch-levantinischen Block hervorgehoben werden.
Die Emirate und arabischen Carrier festigen ihre globale Macht, prangern aber industrielle Engpässe an und navigieren in einem angespannten geopolitischen Kontext.
Es wechselt Erfolgsankündigungen mit Kritik an Lieferanten ab und schafft eine Erzählung von Macht, die gegen externe Hindernisse kämpft und Optimismus mit Realismus ausbalanciert.
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