
Eskalation am Hormus: USA fliegen neue Angriffe auf Iran, Ölpreis steigt sprunghaft
Nachdem Präsident Trump die Waffenruhe für beendet erklärte, hat das US-Militär in der Nacht zum Donnerstag eine zweite Welle von Luftschlägen gegen iranische Stellungen ausgeführt.
Die Vereinigten Staaten haben ihre Militärschläge gegen Iran am Mittwochabend fortgesetzt und damit die erst drei Wochen zuvor unterzeichnete Waffenruhe faktisch außer Kraft gesetzt. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, die Angriffe zielten darauf ab, die Fähigkeit Teherans zur Bedrohung der Schifffahrtsfreiheit im Persischen Golf weiter zu schwächen. Auslöser waren nach Darstellung Washingtons iranische Attacken auf drei Handelsschiffe im Hormus, die von Katar und Saudi-Arabien verurteilt wurden. Die iranische Führung wies die Verantwortung für die Schiffsangriffe zurück und reklamierte ihrerseits Vergeltungsschläge gegen 85 US-Militärziele in Bahrain und Kuwait. An den Rohstoffmärkten schnellte der Preis für die Nordseesorte Brent um mehr als fünf Prozent auf über 78 Dollar je Barrel, während die wichtigsten Aktienindizes in Europa und den USA nachgaben.
Aus Washingtoner Sicht stellten die iranischen Angriffe auf zivile Tanker einen klaren Bruch des am 17. Juni geschlossenen Memorandums of Understanding (MoU) dar, das einen 60-tägigen Verhandlungsrahmen für ein dauerhaftes Friedensabkommen vorsah. Präsident Trump bezeichnete das Abkommen als „erledigt“ und die iranische Führung als „Abschaum“, ließ jedoch durchblicken, dass seine Unterhändler die Gespräche fortsetzen könnten. Das Finanzministerium widerrief zudem die erst im Zuge des MoU erteilte Lizenz für den internationalen Verkauf iranischen Erdöls und setzte die Sanktionen wieder in Kraft. In Teheran wiederum warf Parlamentspräsident Ghalibaf den USA vor, mit der Wiedereinführung der Ölsanktionen und den Luftschlägen selbst mehrfach gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Press TV zitierte Sicherheitskreise mit der Drohung, bei weiteren US-Angriffen den Hormus vollständig zu schließen und gegnerische Ziele im Verhältnis zwei zu eins zu attackieren.
Die erneute militärische Konfrontation hat die Schifffahrt durch die strategische Meerenge, über die vor dem Krieg rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt wurde, praktisch zum Erliegen gebracht. Tracking-Daten zufolge kehrten mehrere Tanker um, während die Zahl der täglichen Durchfahrten auf einen Bruchteil des Vorkriegsniveaus sank. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) warnte vor den Risiken für die zivile Schifffahrt, und UN-Generalsekretär Guterres rief alle Parteien zu maximaler Zurückhaltung auf. Die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar drängten auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch, während die NATO auf ihrem Gipfel in Ankara die US-Operationen als notwendig bezeichnete, zugleich aber die Forderung bekräftigte, Iran dürfe niemals in den Besitz von Kernwaffen gelangen.
Der Konflikt, der Ende Februar mit gemeinsamen amerikanisch-israelischen Luftschlägen begann und zum Tod des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei führte, kreist im Kern um die Kontrolle des Hormus. Teheran besteht darauf, die Durchfahrt zu regulieren und Gebühren zu erheben, während Washington auf dem Prinzip der freien Passage beharrt. Die im MoU ausgeklammerten Fragen des iranischen Nuklearprogramms und der dauerhaften Sicherheitsarchitektur in der Golfregion bleiben ungelöst. Die nächste Verhandlungsrunde ist derzeit ausgesetzt, da Iran die einwöchigen Trauerfeierlichkeiten für Khamenei begeht. Beobachter in europäischen Hauptstädten sehen die Gefahr, dass der Konflikt in einen Zustand kontrollierter Instabilität abgleitet, in dem periodische Gewaltausbrüche einen dauerhaften Waffenstillstand verhindern. Die Bundesregierung in Berlin rief über das Auswärtige Amt zur Deeskalation auf und betonte die Notwendigkeit, die diplomatischen Kanäle offen zu halten.
| Iranische & verwandte Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Der Iran verurteilt den einseitigen Bruch des Waffenstillstands durch die USA, bezeichnet die US-Armee als terroristisch und beschuldigt die NATO der Komplizenschaft.
Durch die Wortwahl ('terroristische Armee') und das Auslassen iranischer Provokationen wird eine Erzählung konstruiert, in der die USA der alleinige Aggressor und der Iran das unschuldige Opfer sind.
Informationen über die anfänglichen iranischen Provokationen im Golf und Angriffe auf Handelsschiffe, die die US-Reaktion auslösten, werden ausgelassen.
Russland berichtet über den Bruch des Waffenstillstands durch Trump, betont aber die von Teheran angeprangerten US-Verstöße und stellt die USA als unzuverlässige Partei dar.
Durch das Zitieren iranischer Anschuldigungen ohne Überprüfung und das Auslassen iranischer Provokationen wird eine falsche Balance geschaffen, die die iranische Position begünstigt.
Informationen über iranische Angriffe auf Handelsschiffe und US-Stützpunkte, die die amerikanische Reaktion rechtfertigen würden, werden ausgelassen.
Die USA beschreiben durch ihre Presse den Bruch des Waffenstillstands als notwendige Reaktion auf iranische Provokationen und rechtfertigen ihre Handlungen als defensiv.
Durch die Konstruktion einer linearen Ursache-Wirkungs-Erzählung (iranische Angriffe → US-Reaktion → Ende des Waffenstillstands) wird die US-Aktion als reaktiv und unvermeidlich legitimiert.
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