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Trotz Waffenruhe mit den USA: Iran richtet zwei Demonstranten von Januar 2026 hin

Die Hinrichtungen in Schahrud sind die ersten nach dem Abkommen; Menschenrechtsorganisationen dokumentieren eine drastische Zunahme der Vollstreckungen und warnen vor weiteren Exekutionen.

Nur wenige Tage nach der verkündeten Waffenruhe zwischen Teheran und Washington hat die iranische Justiz zwei Männer hingerichtet, die im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten vom Januar 2026 verurteilt worden waren. Die Vollstreckung der Todesurteile gegen Javad Zamani und Abolfazl Saedi erfolgte am frühen Morgen des 16. Juni in der Stadt Schahrud, wie das justiznahe Medium Mizan Online mitteilte. Beiden warfen die Richter „Moharebeh“ (Krieg gegen Gott) und „Efsad fil-arz“ (Verderben auf Erden) vor – Delikte, die im iranischen Recht mit dem Tode bestraft werden. Konkret beschuldigte sie der Leiter der Justiz der Provinz Semnan, während der Unruhen öffentliche und private Einrichtungen zerstört, Bankfilialen in Brand gesetzt und sich an Angriffen auf Sicherheitskräfte beteiligt zu haben. Unabhängige Beobachter weisen darauf hin, dass die Urteile maßgeblich auf erzwungenen Geständnissen beruhen, die unter physischem und psychischem Druck zustande kamen.

Die Exekutionen sind Teil einer breiteren Eskalation des staatlichen Unterdrückungsapparats. Die in Washington ansässige Abdorrahman-Boroumand-Stiftung hat seit Beginn des Jahres 2026 insgesamt 746 Hinrichtungen im Iran dokumentiert, darunter mindestens 45 politische Gefangene und Protestteilnehmer. Die Kampagne „Drei Dienstage gegen die Todesstrafe“ spricht von einem „verzweifelten Versuch“ des Regimes, die wachsende Wut der Bevölkerung über wirtschaftliche Not und politische Repression zu ersticken. Aus Londoner Sicht warnt Amnesty International vor einer unmittelbar bevorstehenden Hinrichtungswelle: Die Aktivisten Ali Fattah und Mohammad Naghizadeh wurden nach der Bestätigung ihrer Todesurteile durch das Oberste Gericht in das berüchtigte Ghezel-Hesar-Gefängnis bei Karadsch verlegt – ein Schritt, der erfahrungsgemäß die letzte Station vor der Vollstreckung markiert. Auch für Alireza Peyghambar hat sich das Risiko nach seiner Verlegung dorthin drastisch erhöht.

Die Teheraner Führung versucht, die Hinrichtungen als legitime Antwort auf einen bewaffneten Umsturzversuch darzustellen. Mizan Online bezeichnete die Hingerichteten als „bewaffnete Anführer des Putschversuchs vom Januar 2026“ und unterstellte ihnen, im Dienste amerikanisch-israelischer Interessen gehandelt zu haben. Diese Rhetorik steht in scharfem Kontrast zu den Erkenntnissen internationaler Menschenrechtsgremien, die in den Protesten vor allem eine Reaktion auf existenzielle Preissteigerungen und systemische Unterdrückung sehen. Die erzwungenen Geständnisse, von denen Auszüge ohne Namensnennung veröffentlicht wurden, enthalten keine nachvollziehbaren Beweise für den Einsatz von Schusswaffen, wie selbst die Justiz einräumen musste.

Für die europäische Diplomatie stellen die Hinrichtungen eine unmittelbare Herausforderung dar. Die EU hat in der Vergangenheit wiederholt Sanktionen gegen iranische Verantwortliche für schwere Menschenrechtsverletzungen verhängt; Deutschland, Österreich und die Schweiz haben sich diesen Maßnahmen angeschlossen. Sollte Teheran den Kurs der massenhaften Exekutionen fortsetzen, dürfte der Druck auf Berlin und andere Hauptstädte wachsen, die erst kürzlich vereinbarte Waffenruhe mit Washington nicht als Freibrief für innere Repression zu behandeln. Zugleich birgt die Hinrichtungswelle das Risiko, die gesellschaftliche Sprengkraft im Iran neu zu entfachen – ein Szenario, das die Stabilität der gesamten Region gefährden und die europäische Sicherheitspolitik erneut vor schwierige Abwägungen stellen würde.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

62%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa atlantica / anglosferaStampa iraniana e affini
Stampa atlantica / anglosfera/ sicurezza
allarmeindignazioneurgenza

Im Iran beschleunigt sich die Hinrichtungsserie: Zwei weitere Demonstranten wurden in Shahroud gehängt, womit die Zahl politischer Hinrichtungen in diesem Jahr auf mindestens 45 steigt. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren 746 Hinrichtungen in sechs Monaten, 52 allein in den letzten zwei Wochen, während das Regime die Repression im Kontext von Krieg und Protesten verschärft.

Stampa iraniana e affini/ regime
trionforevanscismopragmatismo

Die Justiz gab die Hinrichtung zweier bewaffneter Anführer des Putschversuchs vom Januar 2026 in Shahroud bekannt. Wegen moharebeh und efsad fel-arz verurteilt, hatten sie öffentliches Eigentum angegriffen und sich gegen die nationale Sicherheit verschworen – als feindliche Fußsoldaten.

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Dienstag, 16. Juni 2026

Trotz Waffenruhe mit den USA: Iran richtet zwei Demonstranten von Januar 2026 hin

Die Hinrichtungen in Schahrud sind die ersten nach dem Abkommen; Menschenrechtsorganisationen dokumentieren eine drastische Zunahme der Vollstreckungen und warnen vor weiteren Exekutionen.

Nur wenige Tage nach der verkündeten Waffenruhe zwischen Teheran und Washington hat die iranische Justiz zwei Männer hingerichtet, die im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten vom Januar 2026 verurteilt worden waren. Die Vollstreckung der Todesurteile gegen Javad Zamani und Abolfazl Saedi erfolgte am frühen Morgen des 16. Juni in der Stadt Schahrud, wie das justiznahe Medium Mizan Online mitteilte. Beiden warfen die Richter „Moharebeh“ (Krieg gegen Gott) und „Efsad fil-arz“ (Verderben auf Erden) vor – Delikte, die im iranischen Recht mit dem Tode bestraft werden. Konkret beschuldigte sie der Leiter der Justiz der Provinz Semnan, während der Unruhen öffentliche und private Einrichtungen zerstört, Bankfilialen in Brand gesetzt und sich an Angriffen auf Sicherheitskräfte beteiligt zu haben. Unabhängige Beobachter weisen darauf hin, dass die Urteile maßgeblich auf erzwungenen Geständnissen beruhen, die unter physischem und psychischem Druck zustande kamen.

Die Exekutionen sind Teil einer breiteren Eskalation des staatlichen Unterdrückungsapparats. Die in Washington ansässige Abdorrahman-Boroumand-Stiftung hat seit Beginn des Jahres 2026 insgesamt 746 Hinrichtungen im Iran dokumentiert, darunter mindestens 45 politische Gefangene und Protestteilnehmer. Die Kampagne „Drei Dienstage gegen die Todesstrafe“ spricht von einem „verzweifelten Versuch“ des Regimes, die wachsende Wut der Bevölkerung über wirtschaftliche Not und politische Repression zu ersticken. Aus Londoner Sicht warnt Amnesty International vor einer unmittelbar bevorstehenden Hinrichtungswelle: Die Aktivisten Ali Fattah und Mohammad Naghizadeh wurden nach der Bestätigung ihrer Todesurteile durch das Oberste Gericht in das berüchtigte Ghezel-Hesar-Gefängnis bei Karadsch verlegt – ein Schritt, der erfahrungsgemäß die letzte Station vor der Vollstreckung markiert. Auch für Alireza Peyghambar hat sich das Risiko nach seiner Verlegung dorthin drastisch erhöht.

Die Teheraner Führung versucht, die Hinrichtungen als legitime Antwort auf einen bewaffneten Umsturzversuch darzustellen. Mizan Online bezeichnete die Hingerichteten als „bewaffnete Anführer des Putschversuchs vom Januar 2026“ und unterstellte ihnen, im Dienste amerikanisch-israelischer Interessen gehandelt zu haben. Diese Rhetorik steht in scharfem Kontrast zu den Erkenntnissen internationaler Menschenrechtsgremien, die in den Protesten vor allem eine Reaktion auf existenzielle Preissteigerungen und systemische Unterdrückung sehen. Die erzwungenen Geständnisse, von denen Auszüge ohne Namensnennung veröffentlicht wurden, enthalten keine nachvollziehbaren Beweise für den Einsatz von Schusswaffen, wie selbst die Justiz einräumen musste.

Für die europäische Diplomatie stellen die Hinrichtungen eine unmittelbare Herausforderung dar. Die EU hat in der Vergangenheit wiederholt Sanktionen gegen iranische Verantwortliche für schwere Menschenrechtsverletzungen verhängt; Deutschland, Österreich und die Schweiz haben sich diesen Maßnahmen angeschlossen. Sollte Teheran den Kurs der massenhaften Exekutionen fortsetzen, dürfte der Druck auf Berlin und andere Hauptstädte wachsen, die erst kürzlich vereinbarte Waffenruhe mit Washington nicht als Freibrief für innere Repression zu behandeln. Zugleich birgt die Hinrichtungswelle das Risiko, die gesellschaftliche Sprengkraft im Iran neu zu entfachen – ein Szenario, das die Stabilität der gesamten Region gefährden und die europäische Sicherheitspolitik erneut vor schwierige Abwägungen stellen würde.

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Im Iran beschleunigt sich die Hinrichtungsserie: Zwei weitere Demonstranten wurden in Shahroud gehängt, womit die Zahl politischer Hinrichtungen in diesem Jahr auf mindestens 45 steigt. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren 746 Hinrichtungen in sechs Monaten, 52 allein in den letzten zwei Wochen, während das Regime die Repression im Kontext von Krieg und Protesten verschärft.

Stampa iraniana e affini/ regime
trionforevanscismopragmatismo

Die Justiz gab die Hinrichtung zweier bewaffneter Anführer des Putschversuchs vom Januar 2026 in Shahroud bekannt. Wegen moharebeh und efsad fel-arz verurteilt, hatten sie öffentliches Eigentum angegriffen und sich gegen die nationale Sicherheit verschworen – als feindliche Fußsoldaten.

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