
Tödliche Wildtierangriffe in Südasien: Elefant tötet Frau und Kind, Leopard attackiert Familie
In Nepal und Indien kam es zu mehreren schweren Zwischenfällen mit Wildtieren, bei denen ein Elefant zwei Menschen tötete und eine Frau einen Leoparden abwehrte.
In der Nacht zum 5. Juli drang ein wilder Elefant im nepalesischen Distrikt Chitwan in eine Hütte ein und tötete eine 25-jährige Frau und ihren vierjährigen Sohn. Nach Angaben der örtlichen Behörden und der Zeitung „The Kathmandu Post“ handelt es sich bei dem Tier um einen als Dhurbe bekannten Elefantenbullen, der seit 2010 mindestens 25 Menschen getötet haben soll. Die Opfer waren Schwiegertochter und Enkel des Bewohners Shanishara Bote, dessen Eltern bereits 2012 von demselben Elefanten auf einem Markt im benachbarten Distrikt Madi getötet worden waren. Bote war danach mit seiner Familie in die Siedlung Jagatpur gezogen, um dem Tier zu entkommen. „Wir glaubten, hinter den großen Flüssen sicher zu sein“, zitiert ihn das Blatt. Der Elefant fand die Familie dennoch.
Die nepalesische Nationalparkverwaltung bestätigte, dass Dhurbe als Einzelgänger lebt und regelmäßig auf der Suche nach Nahrung in menschliche Siedlungen eindringt. Nach dem Angriff von 2012 war das Tier angeschossen worden, überlebte jedoch und tauchte Jahre später erneut auf. Dreimal wurde ihm ein Satellitenhalsband angelegt, um seine Bewegungen zu verfolgen. Anwohner beklagen, dass dies wenig nütze. Aus Protest blockierten Bewohner von Jagatpur nach der jüngsten Attacke eine Brücke zum Verwaltungssitz des Chitwan-Nationalparks. Die Parkleitung kündigte an, den Lebensraum des Elefanten einzuschränken, um weitere Übergriffe zu verhindern.
Im indischen Bundesstaat Westbengalen wehrte eine 50-jährige Frau einen Leoparden ab, der ihren achtjährigen Enkel und einen Hund attackierte. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Darjeeling, als die Frau wegen anhaltenden Hundegebells vor das Haus trat. Laut dem Bericht des russischen Mediums Lenta.ru, das sich auf die indische Website mathrubhumi.com bezieht, griff der Leopard zunächst einen der Hunde an. Die Frau ergriff ein Holzscheit und schlug auf das Tier ein, woraufhin der Leopard sie attackierte. Der Enkel versteckte sich hinter ihr. Die Frau erlitt einen Armbruch, Kopfverletzungen und zahlreiche Bisswunden, überlebte jedoch. Nachbarn leisteten Erste Hilfe, bevor sie in ein Krankenhaus gebracht wurde.
Ein weiterer Vorfall aus dem westindischen Gujarat verlief glimpflicher. Ein Mann wurde vor seinem Haus im Dorf Garajiya von einer Löwin angegriffen und rund 30 Minuten unter ihr festgehalten. Wie das brasilianische Portal Metrópoles unter Berufung auf die „Times of India“ meldet, blieb der Mann ruhig, vermied heftige Bewegungen und streichelte das Tier sogar, um es zu beruhigen. Er erlitt nur Kratzspuren. Forscher des indischen Wildlife Institute stuften das Verhalten der Löwin als ungewöhnlich ein, da ein einziger Biss tödlich hätte sein können. Sie vermuten, dass die Gewöhnung an Menschen und die Gelassenheit des Opfers den Ausgang beeinflussten.
Der russische Zirkusartist und Tiertrainer Askold Sapaschny äußerte sich gegenüber Life.ru zu dem Fall des Elefanten Dhurbe. Er bezweifelte, dass das Tier aus Rache gehandelt habe. „Elefanten besitzen nicht die Intelligenz für langfristige Rachegefühle oder nachtragendes Verhalten“, wird er zitiert. Die Geschichte setze sich vermutlich aus einzelnen Episoden zusammen, die im Nachhinein zu einem dramatischen Narrativ verwoben würden. Ein Tier könne jedoch über längere Zeit negativ auf eine bestimmte Person reagieren. Unabhängig von diesen Vorfällen wurde im brasilianischen Bundesdistrikt ein Mähnenwolf nach einem Verkehrsunfall auf der DF-130 schwer verletzt. Das Tier wurde von der Umweltpolizei geborgen und in eine Spezialklinik gebracht; sein Zustand ist unklar.
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