
Tödliche Fahrten unter Alkohol und Drogen: Zwei Unfälle mit schweren juristischen Folgen
Am Comer See und in Perth endeten Kollisionen mit einem Toten und mehreren Verletzten; die mutmasslichen Verursacher wurden festgenommen oder wegen Totschlags angeklagt.
In der Nacht zum Sonntag ereignete sich auf der Uferstrasse des Comer Sees bei Brienno ein folgenschwerer Verkehrsunfall, der in Italien grosses Entsetzen auslöste. Ein 29-jähriger marokkanischer Staatsbürger war mit seiner Mercedes auf der Staatsstrasse Regina unterwegs, als er mit mehr als 1,78 Promille Alkohol im Blut – dem Dreifachen des gesetzlichen Grenzwerts – in einen Zusammenstoss mit mehreren Fahrzeugen verwickelt wurde. Durch die Wucht des Aufpralls durchbrach eines der Autos die Schutzmauer, stürzte eine Böschung hinab und versank im Comer See. Der 37-jährige Fahrer Francesco Piras aus Centro Valle Intelvi konnte nur noch tot von Tauchern der Feuerwehr geborgen werden. Seine 35-jährige Beifahrerin überlebte schwer verletzt, weil sie sich noch vor dem Untergang des Wagens selbst befreien konnte. Der Unfallverursacher flüchtete zunächst zu Fuss, wurde jedoch wenig später von den Carabinieri gestellt und festgenommen.
Fast zeitgleich sorgte ein Fall im australischen Ellenbrook, einem Vorort von Perth, für Aufsehen. Dort kollidierte am 12. Mai eine 34-jährige Frau mit einem roten MG an einer Kreuzung mit einem Ford Ranger, der einen Pferdeanhänger zog. Ihr 36-jähriger Beifahrer erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen und starb später im Royal Perth Hospital. Die Fahrerin, die unter dem Einfluss illegaler Drogen stand und zudem ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war, wurde noch vor Ort festgenommen. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Totschlags, gefährlicher Körperverletzung im Strassenverkehr sowie Fahrens unter Drogeneinfluss und ohne Lizenz. Der Fall zeigt, wie die australische Justiz bei tödlichen Unfällen unter Drogeneinfluss zunehmend auf die schwerste verfügbare Strafnorm zurückgreift.
Beide Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die unterschiedlichen rechtlichen Instrumente, mit denen Staaten auf alkohol- und drogenbedingte Verkehrstote reagieren. In Italien wurde 2016 der Straftatbestand des „omicidio stradale“ eingeführt, der bei Trunkenheit am Steuer Freiheitsstrafen von bis zu zwölf Jahren vorsieht. Die Festnahme des 29-Jährigen am Comer See erfolgte denn auch wegen des Verdachts auf Strassenverkehrstötung und unterlassene Hilfeleistung. In Westaustralien hingegen griff die Anklagebehörde zum Instrument des Totschlags, was die Schwere des Verschuldens unterstreicht und eine Höchststrafe von lebenslanger Haft ermöglicht. Beide Rechtsordnungen senden damit ein deutliches Signal, dass alkohol- oder drogenbedingte Fahrlässigkeit am Steuer nicht als Kavaliersdelikt, sondern als Kapitalverbrechen gewertet wird.
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die den Comer See als Urlaubsregion schätzen, unterstreicht der Unfall die latenten Gefahren auf den kurvenreichen Uferstrassen. Die Statale Regina gilt als eine der schönsten, aber auch anspruchsvollsten Panoramastrecken Oberitaliens. Die lombardischen Behörden haben in den vergangenen Jahren die Kontrollen verschärft, doch der Vorfall zeigt, dass insbesondere nächtliche Alkoholfahrten ein unterschätztes Risiko bleiben. Der australische Fall wiederum illustriert, dass auch in Ländern mit strengen Drogenkontrollen die Kombination aus berauschten Fahrern und ungesicherten Strassenabschnitten fatale Folgen haben kann. Die juristische Aufarbeitung beider Unglücke dürfte in den kommenden Monaten Massstäbe dafür setzen, wie Gesellschaften die Grenze zwischen Unfall und krimineller Verantwortung ziehen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein betrunkener Fahrer marokkanischer Herkunft verursachte einen Frontalzusammenstoß am Comer See und flüchtete anschließend zu Fuß. Das Opfer, ein 37-jähriger Italiener, starb, als sein Auto in den See stürzte. Der Blutalkoholspiegel des Fahrers lag mehr als dreimal über dem gesetzlichen Grenzwert, und er wurde von den Carabinieri festgenommen.
Eine Frau wurde wegen Totschlags angeklagt, nachdem ein Zusammenstoß mit einem Fahrzeug, das einen Pferdeanhänger zog, zum Tod ihres Beifahrers führte. Der Vorfall wird als Tatort behandelt, was die schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen gefährlichen Fahrens verdeutlicht.
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