
Syriens Präsident strebt Sicherheitsabkommen mit Israel an – UN-Chef fordert Ende aller Sanktionen
Ahmed al-Sharaa kündigte in einem Interview Gespräche über ein Abkommen an, während António Guterres bei seinem Damaskus-Besuch die sofortige Aufhebung der Strafmaßnahmen verlangte.
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa hat in einem Interview mit dem Sender Al Jazeera erklärt, seine Regierung arbeite unter Einbeziehung mehrerer Staaten an einem Sicherheitsabkommen mit Israel. Ein solches Abkommen könne den Weg zu einem umfassenden Frieden ebnen, ohne den syrischen Anspruch auf die 1967 von Israel besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen aufzugeben. Zeitgleich forderte UN-Generalsekretär António Guterres bei seinem ersten Besuch in Damaskus seit 2009 die sofortige Aufhebung aller gegen Syrien verhängten Sanktionen und verurteilte israelische Verstöße gegen das Truppenentflechtungsabkommen von 1974 als inakzeptabel.
Aus Sicht der syrischen Führung soll die Sicherheitsvereinbarung eine Konfrontation mit Israel vermeiden und als erster Schritt zu einer breiteren Krisenlösung dienen. Al-Sharaa betonte, Damaskus wolle sich nicht in militärische Auseinandersetzungen hineinziehen lassen und lehne eine Intervention im Libanon ab; stattdessen unterstütze man die libanesische Regierung bei der Durchsetzung des staatlichen Waffenmonopols. Nach israelischen Angaben verfolgt die Regierung in Jerusalem das Ziel, im Süden Syriens eine entmilitarisierte Pufferzone zu errichten, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Seit dem Sturz Baschar al-Assads im Dezember 2024 sind israelische Truppen in die Pufferzone auf den Golanhöhen vorgerückt und haben wiederholt Stellungen in den Provinzen Quneitra und Daraa angegriffen.
Laut übereinstimmenden Berichten vermitteln die Vereinigten Staaten in den Gesprächen über das Sicherheitsabkommen. Aus Washingtoner Sicht könnte eine Einigung auch dazu beitragen, den Einfluss der libanesischen Hisbollah zurückzudrängen; Präsident Donald Trump hatte zuvor angeregt, syrische Kräfte könnten präziser als Israel gegen die Miliz vorgehen. Die Verhandlungen sind jedoch ins Stocken geraten, weil die Türkei nach Angaben aus Regierungskreisen in Ankara einen von Israel geforderten humanitären Korridor in die Provinz as-Suwaida ablehnt. Ankara befürchtet, Israel könne diesen Korridor zur Unterstützung kurdischer Gruppierungen im Nordosten Syriens nutzen, die von der Türkei als Bedrohung eingestuft werden.
Guterres bezeichnete den politischen Übergang in Syrien als in die richtige Richtung gehend und rief die internationale Gemeinschaft auf, den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen, dessen Kosten die Weltbank auf 216 Milliarden Dollar schätzt. Die Vereinten Nationen drängen auf eine vollständige Aufhebung der Sanktionen, die nach Darstellung der syrischen Regierung nicht nur gelockert, sondern auch durch eine Streichung von den Listen der Terrorismusunterstützer ergänzt werden müssten, um ausländische Investitionen zu ermöglichen. Al-Sharaa, dessen UN-Sanktionen wegen früherer Verbindungen zu terroristischen Gruppierungen erst im November 2025 aufgehoben wurden, kündigte zudem die Einsetzung einer Kommission zur Aufklärung des Schicksals von bis zu 300.000 Verschwundenen an.
Die diplomatische Dynamik wird von anhaltenden Spannungen im Süden Syriens begleitet. Israelische Streitkräfte zerstörten am Sonntag einen Transformator im Dorf Maariyah und drangen nach syrischen Staatsmedien mehr als zwanzigmal im laufenden Monat in die Grenzregion ein. Die Gespräche über das Sicherheitsabkommen gelten als festgefahren; konkrete nächste Verhandlungstermine wurden nicht bekannt gegeben. Die syrische Führung signalisiert gleichwohl Gesprächsbereitschaft und setzt auf eine multilaterale Vermittlung, um eine dauerhafte Regelung zu erreichen.
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Israelische Presse | −0.10 | neutral |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | +0.10 | neutral |
Syria avoids confrontation with Israel and pushes for a security agreement that preserves its rights to the Golan.
The Russian narrative normalizes the pursuit of an agreement as a rational and peaceful choice, omitting the context of recent Israeli incursions to portray Syria as a proactive actor for peace.
Russian coverage omits the recent Israeli air and ground incursions in southern Syria, which motivate the Syrian push for the agreement.
Syria seeks a security deal, but will not give up the Golan; Israel must remain vigilant.
Israeli coverage balances openness to dialogue with a constant reminder of Syria's Golan claim, reinforcing Israel's negotiating position.
Israeli press omits the mediating role of other countries, focusing on bilateralism and Syria's uncompromising stance.
Syria defines its scope of action: no intervention in Lebanon, no renunciation of the Golan, but openness to a security agreement with Israel.
The Arab narrative clearly separates the dossiers (Lebanon, Golan, agreement with Israel) to present Syria as a rational, non-escalatory actor.
Arab coverage omits aggressive Israeli actions in southern Syria, focusing on Syria's defensive posture.
Syria actively seeks a security agreement with Israel while facing incursions, aiming for comprehensive peace.
Indian coverage contextualizes the Syrian proposal within recent Israeli violence, justifying the Syrian move as a necessary response.
Indian coverage omits the Israeli position on the Golan and the mediating role of other countries.
Erweitere deinen Horizont
Brasilien ruft WTO gegen neue US-Strafzölle an – Handelsstreit erreicht nächste Eskalationsstufe
1 Sprache · 9 Quellen
Aus TechnologySpeicherkosten-Schock: KI-Nachfrage macht Smartphones unter 100 Dollar unrentabel
4 Sprachen · 7 Quellen
Aus Science & HealthMetaanalyse belegt bidirektionalen Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und kindlichen Verhaltensproblemen
6 Sprachen · 11 Quellen