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Wirtschaft & MärkteMontag, 29. Juni 2026

Speicherchip-Knappheit durch KI-Boom: Apple erhöht Preise, Halbleiteraktien auf Rekordjagd

Die rapide steigende Nachfrage nach KI-Rechenzentren verknappt das Angebot an Speicherchips drastisch, was zu Preissprüngen bei Unterhaltungselektronik und extremen Kursausschlägen an den asiatischen Börsen führt.

Apple hat vergangene Woche die Preise für iPads und MacBooks teils um mehrere hundert Dollar angehoben und begründet dies mit einem beispiellosen Anstieg der Kosten für Speicherchips. Auch Microsoft zog bei der Xbox nach. Die Preise für DDR5-Speicherchips, die in PCs und Servern verwendet werden, haben sich im vergangenen Jahr vervierfacht. Auslöser ist die explosionsartige Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitsspeichern (HBM) für KI-Rechenzentren, die etwa die dreifache Menge an Silizium benötigen wie herkömmliche Speicher. Die Produktionskapazitäten werden zunehmend von der Unterhaltungselektronik in den KI-Sektor verlagert.

Branchenvertreter wie Micron-Chef Sanjay Mehrotra erwarten, dass sich die Angebotslage frühestens 2028 entspannen könnte; ein Zeitpunkt, an dem die Nachfrage gedeckt werden kann, sei nicht absehbar. Der südkoreanische Analyst Ming-Chi Kuo verweist darauf, dass 2027 voraussichtlich 15 bis 20 Prozent der für Konsumgüter vorgesehenen Speicherkapazität in Rechenzentren umgeleitet werden. Neue Fabriken benötigen zwei bis drei Jahre Bauzeit. Die Deutsche Bank spricht von einer „Inflationssteuer der Speicherchips“, die Verbraucher beim Kauf von Computern, Smartphones und Autos mittragen. Auch die Automobilindustrie, die bereits 2021 unter der Chipkrise litt, ist erneut betroffen.

Die Aktienkurse der großen Speicherhersteller sind in diesem Jahr explodiert: SK Hynix legte um 310 Prozent zu, Samsung um 183 Prozent, der US-Konzern Sandisk gar um 780 Prozent. Der südkoreanische Kospi-Index hat sich in der ersten Jahreshälfte mehr als verdoppelt, musste zuletzt aber einen Tagesverlust von über 8 Prozent hinnehmen, der einen Handelsstopp auslöste. In Taiwan, wo TSMC als führender Auftragsfertiger von KI-Chips eine Kurssteigerung von 54 Prozent des Leitindex befeuert, konzentriert sich die Marktkapitalisierung zunehmend auf wenige Titel. In China und Indien hingegen sinkt der Anteil der zehn größten Unternehmen an der Gesamtmarktkapitalisierung, da dort dominante KI-Gewinner fehlen. Anleger schichten aus Softwarewerten wie Microsoft, die im Jahresverlauf 24 Prozent verloren, in Hardwaretitel um.

Apple bemüht sich unterdessen in Washington um eine Genehmigung, Speicherchips vom chinesischen Hersteller CXMT zu beziehen, der auf einer schwarzen Liste des Pentagons steht. Aus Sicht des Unternehmens geht es nicht um Kostensenkung, sondern um die Sicherung der Lieferkette angesichts der sich ausweitenden Versorgungslücke. US-Senator Bernie Sanders kritisierte die Preiserhöhungen als „Unternehmensgier“, während Wall-Street-Analysten den Schritt als notwendig zur Margensicherung verteidigten. In Russland rechnen Händler damit, dass die höheren Einkaufspreise mit einer Verzögerung von Wochen bis Monaten an die Verbraucher weitergegeben werden. Der nächste konkrete Prüfstein ist die Quartalsbilanz von Apple am 30. Juli, die erste Hinweise auf die Nachfrageelastizität nach den Preiserhöhungen liefern wird.

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Montag, 29. Juni 2026

Speicherchip-Knappheit durch KI-Boom: Apple erhöht Preise, Halbleiteraktien auf Rekordjagd

Die rapide steigende Nachfrage nach KI-Rechenzentren verknappt das Angebot an Speicherchips drastisch, was zu Preissprüngen bei Unterhaltungselektronik und extremen Kursausschlägen an den asiatischen Börsen führt.

Apple hat vergangene Woche die Preise für iPads und MacBooks teils um mehrere hundert Dollar angehoben und begründet dies mit einem beispiellosen Anstieg der Kosten für Speicherchips. Auch Microsoft zog bei der Xbox nach. Die Preise für DDR5-Speicherchips, die in PCs und Servern verwendet werden, haben sich im vergangenen Jahr vervierfacht. Auslöser ist die explosionsartige Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitsspeichern (HBM) für KI-Rechenzentren, die etwa die dreifache Menge an Silizium benötigen wie herkömmliche Speicher. Die Produktionskapazitäten werden zunehmend von der Unterhaltungselektronik in den KI-Sektor verlagert.

Branchenvertreter wie Micron-Chef Sanjay Mehrotra erwarten, dass sich die Angebotslage frühestens 2028 entspannen könnte; ein Zeitpunkt, an dem die Nachfrage gedeckt werden kann, sei nicht absehbar. Der südkoreanische Analyst Ming-Chi Kuo verweist darauf, dass 2027 voraussichtlich 15 bis 20 Prozent der für Konsumgüter vorgesehenen Speicherkapazität in Rechenzentren umgeleitet werden. Neue Fabriken benötigen zwei bis drei Jahre Bauzeit. Die Deutsche Bank spricht von einer „Inflationssteuer der Speicherchips“, die Verbraucher beim Kauf von Computern, Smartphones und Autos mittragen. Auch die Automobilindustrie, die bereits 2021 unter der Chipkrise litt, ist erneut betroffen.

Die Aktienkurse der großen Speicherhersteller sind in diesem Jahr explodiert: SK Hynix legte um 310 Prozent zu, Samsung um 183 Prozent, der US-Konzern Sandisk gar um 780 Prozent. Der südkoreanische Kospi-Index hat sich in der ersten Jahreshälfte mehr als verdoppelt, musste zuletzt aber einen Tagesverlust von über 8 Prozent hinnehmen, der einen Handelsstopp auslöste. In Taiwan, wo TSMC als führender Auftragsfertiger von KI-Chips eine Kurssteigerung von 54 Prozent des Leitindex befeuert, konzentriert sich die Marktkapitalisierung zunehmend auf wenige Titel. In China und Indien hingegen sinkt der Anteil der zehn größten Unternehmen an der Gesamtmarktkapitalisierung, da dort dominante KI-Gewinner fehlen. Anleger schichten aus Softwarewerten wie Microsoft, die im Jahresverlauf 24 Prozent verloren, in Hardwaretitel um.

Apple bemüht sich unterdessen in Washington um eine Genehmigung, Speicherchips vom chinesischen Hersteller CXMT zu beziehen, der auf einer schwarzen Liste des Pentagons steht. Aus Sicht des Unternehmens geht es nicht um Kostensenkung, sondern um die Sicherung der Lieferkette angesichts der sich ausweitenden Versorgungslücke. US-Senator Bernie Sanders kritisierte die Preiserhöhungen als „Unternehmensgier“, während Wall-Street-Analysten den Schritt als notwendig zur Margensicherung verteidigten. In Russland rechnen Händler damit, dass die höheren Einkaufspreise mit einer Verzögerung von Wochen bis Monaten an die Verbraucher weitergegeben werden. Der nächste konkrete Prüfstein ist die Quartalsbilanz von Apple am 30. Juli, die erste Hinweise auf die Nachfrageelastizität nach den Preiserhöhungen liefern wird.

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