
Späte Explosion nach Yakin-Schachzug: Schweiz überrollt Bosnien 4:1
Drei Wechsel nach der Trinkpause und eine Rote Karte verwandeln ein zähes Spiel in einen klaren Sieg, der die Schweiz an die Schwelle zum Achtelfinale führt.
Ein Spiel, das über eine Stunde wie ein zähes Remis aussah, kippte in Los Angeles binnen sechzehn Minuten in ein 4:1-Schützenfest. Die Schweiz besiegte Bosnien-Herzegowina am zweiten Spieltag der Gruppe B mit vier Treffern nach der 74. Minute und steht mit vier Punkten an der Tabellenspitze. Johan Manzambi, zwanzigjähriger Freiburger, der erst in der 71. Minute eingewechselt worden war, erzielte zwei Tore, Rubén Vargas traf ebenfalls, und Granit Xhaka setzte in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter zum Endstand. Bosnien, das ab der 80. Minute nach einer Notbremse von Tarik Muharemovic an Breel Embolo in Unterzahl agierte, gelang durch Ermin Mahmic nur noch der Ehrentreffer.
Bis zur zweiten Trinkpause hatte sich die Schweizer Überlegenheit nicht in Zählbares übersetzt. Murat Yakin hatte sein Team mit 75 Prozent Ballbesitz dominieren lassen, doch Dan Ndoye, Remo Freuler und Breel Embolo scheiterten immer wieder an Nikola Vasilj oder am eigenen Abschluss. Bosnien verteidigte um Schalkes Nikola Katic diszipliniert und setzte auf Konter um Edin Džeko, der nach 62 Minuten erschöpft wich. Yakin erklärte später, er habe den Dreifachwechsel bewusst bis zur Trinkpause hinausgezögert, „damit der Gegner nicht sofort reagieren kann“. Mit Manzambi, Vargas und Djibril Sow kamen drei schnelle Spieler, die das Spiel binnen Minuten sprengten.
Manzambi, der in der abgelaufenen Saison mit dem SC Freiburg das Europa-League-Finale erreicht hatte, benötigte nur drei Minuten für seinen ersten WM-Treffer: Eine halb geklärte Flanke von Vargas nahm er aus elf Metern volley, der Ball schlug unhaltbar ein. Sechs Minuten später sah Muharemovic Rot, als er Embolo auf dem Weg zum Tor zu Fall brachte. Die numerische Überlegenheit nutzte die Schweiz sofort: Embolo legte quer auf Vargas, der zum 2:0 einschob (84.), ehe Manzambi nach einem weiteren Vargas-Zuspiel seinen zweiten Treffer markierte (90.). Mahmics wuchtiger Volley nach einer Ecke (90.+3) und Xhakas sicher verwandelter Strafstoß nach Foul an Sow rundeten eine wilde Schlussphase ab.
Aus Schweizer Sicht war der Sieg eine gelungene Antwort auf das enttäuschende 1:1 gegen Katar zum Auftakt. „Wir wussten, warum wir nicht gut gestartet sind, und wir mussten geduldig sein. Aber wir sind eine gute Mannschaft, und das haben wir heute gezeigt“, sagte Manzambi, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Bosniens Trainer Sergej Barbarez haderte mit dem Kontrollverlust nach der Trinkpause: „Bis dahin waren wir das bessere Team. Dann bestraften sie uns mit ihrer individuellen Qualität.“ Muharemovic, den Barbarez nach dem Platzverweis mit „einer Umarmung und einem Kuss“ tröstete, ist Mannschaftskollege des indonesischen Kapitäns Jay Idzes bei Sassuolo – eine Randnotiz, die in asiatischen Medien aufmerksam registriert wurde.
Die Schweiz führt die Gruppe B nun mit vier Punkten vor Kanada (drei) und Katar (zwei). Bosnien bleibt mit einem Zähler Letzter. Im abschließenden Gruppenspiel trifft die Nati auf Co-Gastgeber Kanada, während Bosnien gegen Katar gewinnen muss, um noch eine Chance auf das Achtelfinale zu wahren. Für die Schweiz genügt bereits ein Unentschieden zum sicheren Weiterkommen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Schweiz setzte mit einem 4:1-Kantersieg gegen Bosnien ein deutliches Zeichen, angeführt vom Doppelpack des Jokers Johan Manzambi. Der sofortige Einfluss des jungen Stars von der Bank verwandelte ein zähes Unentschieden in eine Gala und brachte die Schweizer an die Spitze der Gruppe B, dicht vor dem Einzug in die Runde der letzten 32.
Die rote Karte für Bosniens Tarik Muharemovic, Teamkollege des Indonesiers Jay Idzes, erwies sich als Wendepunkt, als die Schweiz mit 4:1 gewann. Die geduldigen taktischen Anpassungen von Trainer Murat Yakin und die Wechsel in der Cooling Break knackten die bosnische Abwehr und lösten einen späten Vier-Tore-Sturm aus, der die Schweizer an die Schwelle zur Runde der letzten 32 bringt.
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