
SpaceX-Rekord-IPO macht Elon Musk zum ersten Billionär – und entfacht Fusionsspekulationen
Nach dem größten Börsengang aller Zeiten ist Elon Musk der erste Mensch mit einem Billionen-Dollar-Vermögen, doch die Aktie zeigt bereits Volatilität und wirft geopolitische Fragen auf.
Mit einem Paukenschlag hat der Börsengang von SpaceX die Finanzwelt erschüttert und Elon Musk zum ersten Billionär der Geschichte gemacht. Das Unternehmen, das Raketen, Satelliten und künstliche Intelligenz unter einem Dach vereint, nahm bei seinem Debüt an der Nasdaq rund 75 bis 85 Milliarden Dollar ein – die größte Erstplatzierung aller Zeiten. Die Aktie, die zu 135 Dollar ausgegeben wurde, schoss am ersten Handelstag um fast 30 Prozent in die Höhe und erreichte zwischenzeitlich mehr als 225 Dollar, womit SpaceX kurzzeitig zum viertwertvollsten Konzern der Welt aufstieg. Doch schon wenige Tage später setzte eine deutliche Korrektur ein: Am Donnerstag verlor das Papier im Tagesverlauf bis zu zehn Prozent, konnte die erste Woche aber dennoch mit einem Plus von rund 35 Prozent abschließen. Musks Vermögen überstieg zeitweise 1,2 Billionen Dollar – mehr als das kumulierte Vermögen von 46 Prozent der Weltbevölkerung, wie die Hilfsorganisation Oxfam vorrechnete.
Hinter dem Kursfeuerwerk steht mehr als nur Raumfahrtromantik. Investoren wetten auf das künftige Wachstum eines Konzerns, der sich anschickt, die Infrastruktur der KI-Revolution ins All zu verlagern. SpaceX plant, orbitale Rechenzentren zu errichten, die die irdischen Engpässe bei Energie und Kühlung umgehen sollen. Erste Gespräche mit Versicherern über die Deckung solcher Hochrisiko-Projekte laufen bereits. Um die kapitalintensive Expansion zu finanzieren, bereiten Banken um Bank of America, Citigroup und JPMorgan eine Anleiheemission von mindestens 20 Milliarden Dollar vor – die erste Investment-Grade-Dollar-Anleihe des Konzerns. Damit soll ein Überbrückungskredit refinanziert werden, der den Löwenanteil der langfristigen Verbindlichkeiten von 29,1 Milliarden Dollar ausmacht.
In Wall Street kursieren unterdessen Spekulationen über einen noch größeren Coup: eine Fusion von SpaceX mit dem Elektroautohersteller Tesla, ebenfalls unter Musks Kontrolle. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell schloss ein solches Zusammengehen nicht aus, und Analysten sehen darin die Möglichkeit, ein Technologiekonglomerat von rund vier Billionen Dollar zu schmieden. Profitieren konnte vom Börsengang auch eine Institution, die ideologisch wenig mit Musk gemein hat: Der Pensionsfonds der Lehrer Ontarios (OTPP) hatte 2019 über eine Innovationsplattform in SpaceX investiert und darf sich nun über einen Wertzuwachs von mehr als zehn Milliarden Dollar freuen.
Geopolitisch wirft der Börsengang heikle Fragen auf. Wie eine Investigativrecherche enthüllte, hatten Investoren mit Verbindungen zu chinesischen Militärzulieferern noch vor dem IPO heimlich Anteile an SpaceX erworben, obwohl das Unternehmen bei der Platzierung Anleger aus China und Hongkong ausdrücklich ausschloss. Auch eine Entität aus dem Umfeld der katarischen Königsfamilie soll sich eingekauft haben. Aus Washingtoner Sicht ist dies brisant, da SpaceX sensible Regierungsaufträge wie den Bau von Spionagesatelliten für das Pentagon ausführt. Beobachter in Peking dürften die Beteiligungen als strategischen Fuß in der Tür einer Schlüsselindustrie werten.
Die Volatilität der ersten Tage dürfte nur ein Vorgeschmack sein. Während SpaceX seine KI-Ambitionen mit Milliardensummen unterfüttert, rückt die Raumfahrt insgesamt in den Fokus der Kapitalmärkte. Für europäische Akteure wie ArianeGroup oder die deutsche Raumfahrtzulieferindustrie bedeutet der kometenhafte Aufstieg von SpaceX eine Verschärfung des Wettbewerbs um Startkapazitäten, Satellitenaufträge und künftige Datenzentren im Orbit. Die von Morgan Stanley schon 2017 prognostizierte Billionen-Dollar-Industrie nimmt konkrete Konturen an – mit Elon Musk als ihrem vorerst unangefochtenen Architekten.
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Dass Elon Musk zum ersten Billionär der Welt wird, ist kein Triumph, sondern ein Warnsignal für eine sich vertiefende Oligarchie. Eine derart extreme Vermögenskonzentration, einst nationalen BIPs vorbehalten, jetzt in den Händen eines Einzelnen, bedroht Demokratie und wirtschaftliche Gerechtigkeit.
Der Börsengang von SpaceX bescherte den kanadischen Lehrerpensionsfonds einen unerwarteten Geldsegen – eine Ironie angesichts ihrer politischen Ausrichtung. Beunruhigender sind Enthüllungen, dass chinesische Akteure mit Militärverbindungen vor dem Listing heimlich Anteile erwarben, was Sicherheitsfragen für ein Unternehmen aufwirft, das eng mit US-Verteidigungsaufträgen verflochten ist.
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