
SK Hynix stürzt nach US-Börsengang ab – Kospi und Nikkei unter Druck
Gewinnmitnahmen und Skepsis gegenüber den Quartalszahlen des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers lösten den größten Tagesverlust der Firmengeschichte aus und belasteten die gesamte Region.
Am Montag verzeichnete die Aktie des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers SK Hynix in Seoul einen Kurssturz von über 15 Prozent – den größten Tagesverlust seit der Börsennotierung. Der Leitindex Kospi fiel zeitweise um 9 Prozent, was eine 20-minütige Handelsunterbrechung auslöste. Auch die Papiere des Rivalen Samsung Electronics gaben zweistellig nach. Beide Unternehmen verloren ihren Status als Billionen-Dollar-Konzerne, nachdem der südkoreanische Markt in eine Baisse-Phase übergegangen war und seit dem Juni-Hoch mehr als 20 Prozent eingebüßt hatte.
Auslöser der Verkaufswelle waren Gewinnmitnahmen nach dem fulminanten US-Börsengang am Freitag. SK Hynix hatte mit der Ausgabe von American Depositary Receipts (ADRs) an der Nasdaq 26,5 Milliarden Dollar eingesammelt – das größte Volumen einer ausländischen Gesellschaft in den USA. Die ADRs, die je einem Zehntel einer Stammaktie entsprechen, waren am ersten Handelstag um 13 Prozent gestiegen. In Seoul realisierten Anleger daraufhin Kursgewinne, zumal die ADRs mit einem Aufschlag von rund 37 Prozent gegenüber dem Heimatmarkt notierten. Analysten in Seoul verwiesen zudem auf eine vorsichtige Haltung im Vorfeld der Quartalszahlen: Die erwartete Ausweitung der Lieferungen von HBM4-Chips habe sich im zweiten Quartal nicht im erhofften Umfang materialisiert, und SK Hynix profitiere aufgrund seiner starken HBM-Exposition weniger vom jüngsten Preisanstieg bei konventionellen DRAM-Chips als Samsung.
Die Erschütterung strahlte auf andere asiatische Handelsplätze aus. In Tokio gab der Nikkei 225 zeitweise über 1.300 Punkte nach, belastet von Abgaben bei Technologiewerten wie Kioxia Holdings und Taiyo Yuden. Auch US-Chipwerte wie Micron Technology und Sandisk gerieten vorbörslich unter Druck. Marktstrategen in Singapur erklärten das anhaltende US-Premium der ADRs mit breiterem Investorenzugang und höherer Liquidität, während Arbitrage durch Hürden bei der Umwandlung koreanischer Aktien in ADRs begrenzt bleibe. Einige Beobachter an der Wall Street sprachen von einer klassischen „Sell-the-News“-Reaktion, andere warnten vor erzwungenen Verkäufen durch gehebelte Positionen, die den Abwärtssog verstärken könnten.
Hinter der kurzfristigen Korrektur stehen grundsätzlichere Fragen zur Bewertung des KI-getriebenen Chipbooms. SK Hynix, Weltmarktführer bei High-Bandwidth-Memory-Chips mit einem Umsatzanteil von 58 Prozent im ersten Quartal, hatte seit Ende 2022 eine Versechsundzwanzigfachung des Aktienkurses erlebt. Nun mehren sich Stimmen, die vor einer Normalisierung des Speicherzyklus und unsicherer Monetarisierung von KI-Anwendungen warnen. Die nächste Wegmarke bildet der Quartalsbericht von SK Hynix, der Aufschluss über die tatsächliche Nachfrageentwicklung bei HBM4 und die Gewinnperspektiven geben wird.
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | −0.30 | critical |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Der Rückgang ist eine normale Gewinnmitnahme-Anpassung, so Marktanalysten. Es wird keine Partei ergriffen; nur sachliche Beobachtung.
Die Erzählung stützt sich auf Analystenzitate und numerische Daten, um die Gewinnmitnahme-These zu untermauern.
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