
Siedler brennen Moscheen nieder, Israel übernimmt Kontrolle in Hebron
In der Nacht zum Mittwoch setzten radikale Siedler zwei Moscheen nördlich von Ramallah in Brand; parallel annullierte Israel Teile des Hebron-Abkommens von 1997.
In der Nacht zum Mittwoch haben israelische Siedler in den palästinensischen Dörfern Jiljilya und Mazra'a al-Nubani nördlich von Ramallah zwei Moscheen in Brand gesetzt und mit hebräischen Parolen beschmiert. Wie örtliche Behörden und AFP-Journalisten berichten, drangen die Angreifer in die Hauptmoschee von Jiljilya ein, entzündeten Feuer im Waschungsraum und hinterließen Schriftzüge wie „Rache“, „Grüße von den Verhafteten“ und „Nacht der Moscheen“ an den Außenwänden. Auch die Faruq-Moschee in Mazra'a al-Nubani wurde attackiert. Palästinensische Bewohner versuchten, die Flammen zu löschen, bevor Feuerwehrkräfte eintrafen; israelische Soldaten rückten später an, um Spuren zu sichern. Das israelische Militär bestätigte die Vorfälle, ohne die Täter zu benennen, sprach jedoch von „Reibungsereignissen an mehreren Brennpunkten“. Sicherheitskreise in Israel räumten ein, dass die Brandstiftungen von Siedlern verübt wurden.
Die Anschläge reihen sich in eine Serie zunehmender Übergriffe radikaler Siedler seit Beginn des Gaza-Krieges im Jahr 2023. Erst am Sonntag hatten rund 40 bis 50 Siedler in den Dörfern Deir Dibwan und Burqa nahe Ramallah Eingänge von Moscheen und Fahrzeuge angezündet; sechs Verdächtige wurden festgenommen. Parallel zu dieser physischen Gewalt verschärft die israelische Regierung den rechtlichen Zugriff auf palästinensische Gebiete. Finanzminister Bezalel Smotrich, ein Vertreter des extremistischen Flügels, gab am Dienstag bekannt, Teile des Hebron-Abkommens von 1997 zu annullieren. Damit entzieht Israel der palästinensischen Stadtverwaltung die Planungs- und Bauhoheit in der sogenannten H2-Zone von Hebron, die unter israelischer Sicherheitskontrolle steht und das umstrittene Heiligtum des Patriarchengrabes – von Muslimen Ibrahimi-Moschee genannt – umfasst. Smotrich kündigte zudem den Ausbau einer jüdischen Schule für die rund 1.000 Siedler an, die inmitten zehntausender Palästinenser in der Altstadt leben.
Aus palästinensischer Sicht stellen beide Vorgänge einen gezielten Angriff auf die religiösen und politischen Grundlagen eines künftigen Staates dar. Die palästinensische Präsidentschaft warnte, die Aufhebung des Hebron-Abkommens verletze internationales Recht und untergrabe die Zweistaatenlösung; sie rief die internationale Gemeinschaft zu sofortigem Eingreifen auf. Die libanesische Hisbollah verurteilte die Moscheebrände als „terroristischen Akt“ und rief arabische und islamische Staaten zur Einigkeit gegen die Besatzung auf. In europäischen Hauptstädten, insbesondere in Berlin, wo die Bundesregierung sowohl enge Beziehungen zu Israel pflegt als auch die palästinensische Selbstverwaltung unterstützt, dürften die Ereignisse mit Sorge registriert werden. Washington hat sich bislang nicht offiziell geäußert, doch die USA hatten das Hebron-Abkommen einst mitvermittelt; eine einseitige Aufkündigung belastet das ohnehin fragile Verhältnis zur Administration Biden.
Die symbolische Aufladung ist beträchtlich: Die Brandanschläge fielen mit dem Beginn des islamischen Neujahrs zusammen, und die Schändung von Gotteshäusern erinnert an frühere Eskalationsspiralen. Beobachter in arabischen Hauptstädten sehen darin eine bewusste Provokation, die den religiösen Charakter des Konflikts vertieft. Die Kombination aus militanten Siedleraktionen und legislativen Schritten der Regierung Netanjahu deutet auf eine Strategie hin, vollendete Tatsachen zu schaffen, bevor internationale Vermittlungsversuche wieder an Fahrt gewinnen. Sollte sich der Trend fortsetzen, droht nicht nur eine weitere Destabilisierung des Westjordanlands, sondern auch eine endgültige Erosion der ohnehin brüchigen Grundlagen für eine Zweistaatenlösung – mit unabsehbaren Folgen für die Sicherheit der gesamten Region und die Glaubwürdigkeit westlicher Diplomatie.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Israelische Siedler zündeten zwei Moscheen in Dörfern nördlich von Ramallah an, beschädigten den Waschungsraum und schrieben feindselige Parolen an die Wände. Anwohner und palästinensische Zivilschutzkräfte eilten herbei, um die Flammen zu löschen. Der Angriff ist Teil einer Welle extremistischer Gewalt gegen palästinensische Gebetsstätten.
Palästinensische Medien berichteten, dass Siedler in der Gegend von Ramallah eine Moschee in Brand setzten. Die Polizei hatte zuvor sechs Verdächtige wegen ähnlicher Brandstiftungen an Moscheeeingängen und Fahrzeugen festgenommen, und eine Sicherheitsquelle bestätigte die Beteiligung von Siedlern und sprach von Reibungsereignissen an mehreren Orten.
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