
Nach 2:0-Führung und 2:3-Pleite: Senegal-Profi Gueye tritt aus Protest zurück
Pape Gueye kündigte nach dem Achtelfinal-Aus gegen Belgien an, bis zum Ende der Amtszeit von Trainer Pape Thiaw nicht mehr für die Nationalmannschaft aufzulaufen – die Auswechslung in der 66. Minute hatte für Unmut gesorgt.
Senegal schied im WM-Achtelfinale in Seattle auf dramatische Weise aus. Die Westafrikaner führten gegen Belgien nach Toren von Habib Diarra und Ismaila Sarr mit 2:0 und kontrollierten die Partie über weite Strecken. Doch in den Schlussminuten der regulären Spielzeit drehte Belgien auf: Romelu Lukaku und Youri Tielemans glichen innerhalb von vier Minuten aus und erzwangen die Verlängerung. In der 125. Minute entschied der VAR auf Elfmeter, nachdem der eingewechselte Lamine Camara im Strafraum gefoult hatte – Tielemans verwandelte zum 3:2-Endstand und besiegelte das Aus der "Teranga-Löwen".
Zum zentralen Konfliktpunkt wurde die Auswechslung von Mittelfeldspieler Pape Gueye in der 66. Minute. Der 27-Jährige vom FC Villarreal, der im Turnierverlauf zwei Tore erzielt hatte, musste beim Stand von 2:0 für Camara weichen. Trainer Pape Thiaw begründete den Wechsel auf der Pressekonferenz mit Erschöpfung: Einige Spieler hätten um ihre Auswechslung gebeten, es wäre unprofessionell gewesen, sie auf dem Feld zu lassen. Gueye widersprach dieser Darstellung in der Mixed Zone deutlich: "Ich war körperlich in bester Verfassung. Der Trainer entscheidet, und das war's." Er fügte hinzu, niemand habe ihn vor der Auswechslung nach seinem Befinden gefragt.
Wenige Stunden nach dem Abpfiff eskalierte der Streit. Auf Instagram, wo ihm über eine Million Menschen folgen, schrieb Gueye: "Ich werde noch einmal zurückkommen, um ein paar Worte zur Eliminierung zu sagen … aber ich kündige heute an, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause von der Nationalmannschaft einlege." Der Post löste in Senegal eine Welle der Empörung aus. Laut dem Portal Seneweb starteten Fans eine Online-Petition, die binnen kurzer Zeit über 30.000 Unterschriften für die sofortige Entlassung Thiaws sammelte. Auch in senegalesischen Medien mehrten sich kritische Stimmen, die dem Trainer taktische Fehler und mangelndes Management vorwarfen.
Die senegalesische Fußballföderation (FSF) hat sich zu den Vorfällen bislang nicht geäußert. Die Kontroverse stellt den Verband vor eine schwierige Aufgabe: Thiaw, der das Team 2024 übernommen und zum Gewinn des Afrika-Cups geführt hatte (der Titel wurde später nach einem Protest Marokko zugesprochen), steht nun massiv unter Druck. Für Senegal stehen in den kommenden Monaten die Qualifikation zur WM 2030 und die nächste Afrikameisterschaft an. Ob Gueye unter einem neuen Trainer zurückkehrt oder ob Thiaw trotz der öffentlichen Forderungen im Amt bleibt, ist offen.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | +0.10 | neutral |
The player is right to protest an unjust system. The federation and the coach are responsible for the team's disintegration.
The narrative turns an individual dispute into a metaphor for national misrule, making the footballer a symbol of resistance against arbitrary authority.
Both sides have their reasons; the solution will be internal. The boycott is a personal choice that should not destabilize the national team.
By presenting the positions of player and coach as equally legitimate, tension is reduced and conflict is normalized as part of the game.
This incident shows the chronic instability of African federations. Senegal is no exception.
The episode is framed within a broader pattern of systemic dysfunction, downplaying local specifics and reinforcing a stereotype of chaos.
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