
Rekordhitze verschärft EU-Klimastreit – Gewerkschaften fordern gesetzliche Hitzepausen
Während eine Hitzewelle weite Teile Europas erfasst, drängen mehrere Mitgliedstaaten auf eine Lockerung der Klimavorgaben, und der Europäische Gewerkschaftsbund verlangt ein verbrieftes Recht auf bezahlte Abkühlpausen.
Die derzeitige Hitzewelle, der nach Schätzungen mindestens 94 Millionen Menschen in Europa Temperaturen von über 35 Grad aussetzen wird, hat unmittelbare messbare Folgen für die Sicherheit am Arbeitsplatz. Nach Angaben des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) steigt das Risiko von Arbeitsunfällen bei mehr als 30 Grad um bis zu sieben Prozent, bei über 38 Grad um bis zu fünfzehn Prozent. Die Zahl hitzebedingter Todesfälle am Arbeitsplatz ist in der EU seit dem Jahr 2000 um 42 Prozent gestiegen – schneller als in jeder anderen Weltregion.
Vor diesem Hintergrund treffen in der EU zwei gegenläufige politische Bewegungen aufeinander. Beim Treffen der Umweltminister in Luxemburg, das bei Außentemperaturen von bereits 29 Grad am Morgen stattfand, drängten Italien, Tschechien und die Slowakei auf eine Abmilderung der beschlossenen Null-Emissions-Vorgaben für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab 2035. Aus ihrer Sicht gefährden die Regeln die Wettbewerbsfähigkeit einer Branche, die acht Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet und 13,5 Millionen Arbeitsplätze stellt. Mehrere osteuropäische Staaten fordern zudem zusätzliche Gratiszertifikate für die Schwerindustrie und stellen das gesamte Emissionshandelssystem infrage. Schweden und Klimakommissar Wopke Hoekstra widersprechen: Eine Verlangsamung der Elektrifizierung sei ein Bärendienst für die europäische Wettbewerbsfähigkeit, und die Hitze draußen müsse in eine ambitioniertere Richtung führen.
Parallel dazu hat der EGB, der 45 Millionen Beschäftigte aus 94 Gewerkschaften in 42 Ländern vertritt, die EU-Kommission aufgefordert, ein gesetzliches Recht auf Hitzepausen ohne Lohnabzug zu schaffen. Als Vorbild dienen die dreiminütigen Trinkpausen, die der Weltfußballverband FIFA bei der WM 2026 in Nordamerika zur Halbzeit jeder Spielhälfte vorschreibt. Bauarbeiter, Erntehelfer oder Busfahrer benötigten zwar deutlich längere Erholungszeiten, doch das Prinzip zeige, wie Arbeit an das veränderte Klima angepasst werden könne. Bislang hat die EU zu Hitzeschutz am Arbeitsplatz lediglich unverbindliche Empfehlungen ausgesprochen; verbindliche Mindeststandards fehlen.
Die nächste Wegmarke ist die für Juli angekündigte Aktualisierung des EU-Emissionshandelssystems, bei der sich zeigen wird, ob die Kommission den Forderungen nach mehr Gratiszuteilungen nachgibt. Zugleich wächst der Druck auf Brüssel, die unverbindlichen Hitzeschutzleitlinien in bindendes Recht zu überführen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Während eine Rekordhitzewelle Europa erfasst, treffen sich die EU-Umweltminister in Luxemburg, wobei einige Mitgliedstaaten eine Abschwächung der Klimaschutzmaßnahmen fordern. Die Gewerkschaften verlangen verpflichtende bezahlte Abkühlpausen für Arbeitnehmer und verweisen auf einen Anstieg hitzebedingter Todesfälle am Arbeitsplatz um 42 % seit dem Jahr 2000. Die Hitzewelle offenbart den Konflikt zwischen Klimadringlichkeit und politischem Zögern, wobei die Gewerkschaften die Trinkpausen der Fußball-WM als Vorbild anführen.
Europäische Gewerkschaften fordern verpflichtende Abkühlpausen für Arbeitnehmer bei extremer Hitze und ziehen eine Parallele zu den Trinkpausen bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Forderung unterstreicht die wachsenden Auswirkungen von Hitzewellen auf die Arbeitssicherheit in Europa, einer Region, die einst die Golfstaaten für ähnliche Bedingungen kritisierte. Der Vorschlag wird als praktische, vernünftige Maßnahme und nicht als politisches Statement dargestellt.
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