
Pauline Hansons Kampf gegen Multikulturalismus und der Protest, der die Polizei auf den Plan rief
Bei ihrer Rede im National Press Club entrollten Aktivisten ein Banner – nun ermittelt die Bundespolizei, während Hanson ein Ende des Multikulturalismus fordert.
Die Rede der One-Nation-Vorsitzenden Pauline Hanson im National Press Club in Canberra am Mittwoch sollte ein Triumphzug werden – stattdessen wurde sie zum Schauplatz eines Polizeieinsatzes. Während Hanson ihre Vision eines „monokulturellen“ Australiens entwarf, entrollte sich hinter ihr ein von der Aktivistengruppe GetUp installiertes Banner, das ihr vorwarf, gegen Lohnerhöhungen für Arbeiter gestimmt, selbst aber eine Gehaltserhöhung von 100.000 Dollar kassiert zu haben. Der National Press Club entschuldigte sich umgehend und verwies den Vorfall an die australische Bundespolizei, die Ermittlungen wegen unbefugten Zutritts und Gerätemanipulation aufnahm.
Inhaltlich knüpfte Hanson nahtlos an ihre früheren, oft als rassistisch kritisierten Positionen an. Vor drei Jahrzehnten warnte sie davor, Australien werde von Asiaten „überschwemmt“; nun richtet sich ihr Furor gegen den „radikalen Islam“ und nicht englischsprachige Migranten, die angeblich die nationale Identität aushöhlten. Sie forderte das Ende des Multikulturalismus, die Abschaffung der Klimaschutzbehörde und den Rückzug aus internationalen Organisationen. Begleitet wurde sie von ihrem neu ernannten finanzpolitischen Sprecher Barnaby Joyce, einem ehemaligen stellvertretenden Premierminister, der eine Lockerung des Kündigungsschutzes für „faule“ Arbeitnehmer in Aussicht stellte. Aus europäischer Perspektive erinnert diese Mischung aus Fremdenfeindlichkeit, Anti-Establishment-Rhetorik und wirtschaftsliberalem Abbau von Arbeitnehmerrechten an die Programme rechtspopulistischer Parteien wie des Rassemblement National in Frankreich oder der AfD.
Der politische Kontext verleiht dem Auftritt besondere Brisanz. Hanson, die lange als Randfigur galt, führt in jüngsten Umfragen die Liste der bevorzugten Premierministerkandidaten an – noch vor dem amtierenden Anthony Albanese. One Nation ist zur populärsten Partei aufgestiegen, und in konservativen Kreisen wird bereits offen über ein Wahlbündnis mit der Liberal-National Coalition diskutiert. Hanson selbst gibt sich staatsmännisch, auch wenn sie Canberra als Ort verachtet, den sie „so weit wie möglich meidet“. Die Hauptstadt, so ihre Klage, werde von einer entfesselten Bürokratie regiert, deren Behörden sie am liebsten abschaffen würde.
Die Protestaktion von GetUp wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslücken im National Press Club und die zunehmend konfrontative Auseinandersetzung zwischen Aktivisten und der aufstrebenden Rechten. Hansons Stabschef James Ashby sprach von einer Gefährdung der Sicherheit der Senatorin und verlangte ein lebenslanges Hausverbot für GetUp und deren Kampagnenleiter David Sharaz. Der Club entschuldigte sich zwar, betonte jedoch, dass eigene Mitarbeiter nicht beteiligt gewesen seien. Die Polizei prüft nun, wie die Aktivisten unbemerkt einen zweiten Projektionsschirm installieren konnten. Für Beobachter in Deutschland und der Schweiz illustriert der Vorfall, wie stark sich die politische Auseinandersetzung in westlichen Demokratien auch auf symbolträchtige Bühnen verlagert.
Der Auftritt Hansons zeichnet ein düsteres Bild einer möglichen One-Nation-Regierung. Sollte sich der Trend verfestigen, stünde Australien vor einem fundamentalen Kurswechsel in der Einwanderungs-, Klima- und Sozialpolitik. Die internationale Zusammenarbeit, etwa in der UNO oder bei Klimaabkommen, würde massiv beschnitten. Für Europa ist das insofern relevant, als ein isolationistisches Australien die geopolitische Dynamik im Indopazifik verändern und Handelsbeziehungen belasten könnte. Noch ist die Wahl 2028 fern, doch die Ereignisse dieser Woche zeigen: Der Kampf um die politische Mitte hat in Australien gerade erst begonnen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Pauline Hanson nutzte ihre erste Rede im National Press Club, um Multikulturalismus, Klimawissenschaft und öffentlich-rechtliche Sender anzuprangern, während ein GetUp-Aktivist ein Banner entrollte, das ihr Heuchelei bei den Löhnen vorwarf. Der Vorfall wird als Zeichen einer wachsenden rechten Welle in Australien gesehen, wobei Hansons langjähriger Populismus nun breiteren Widerhall findet.
One-Nation-Chefin Pauline Hanson erklärte, Australien müsse monokulturell werden, und machte die Einwanderung für Wohnungsmangel und steigende Mieten verantwortlich. Die Aussage wurde ohne redaktionellen Kommentar wiedergegeben und konzentrierte sich auf ihre politische Begründung.
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