
Frankreich schliesst israelische Messestände auf der Eurosatory – diplomatische Verstimmung
Trotz vorheriger Zusage und Beschränkung auf Defensivsysteme wurden zwölf Pavillons über Nacht versiegelt; China und Indien nutzen die Bühne.
Zur Eröffnung der Eurosatory 2026, der weltweit grössten Messe für Land- und Luftverteidigung nahe Paris, haben die Veranstalter in der Nacht zum Montag zwölf Stände israelischer Rüstungsunternehmen mit Holzplatten verschlossen. Betroffen waren Firmen wie Aeronautics, Orbit, Gilat, Shoresh und Smart Shooter, die noch Stunden zuvor eine Genehmigung zur Präsentation ausschliesslich defensiver Systeme erhalten hatten. Die plötzliche Versiegelung sorgte für fassungslose Aussteller und löste umgehend eine diplomatische Kontroverse aus.
Der Eklat ist Ausdruck der angespannten französisch-israelischen Beziehungen. Paris hatte die Teilnahmebedingungen für israelische Aussteller verschärft, nachdem Israel seine Militäroperationen gegen die Hisbollah im Libanon – Frankreichs engstem Partner im Nahen Osten – intensiviert hatte. Bereits im Vorjahr erkannte Frankreich einen palästinensischen Staat an, und in den vergangenen Wochen wurden zwei rechtsradikale israelische Minister mit Einreiseverboten belegt. Der Messeveranstalter Coges Events berief sich auf eine Anordnung der französischen Behörden und begründete die Schliessung mit der Nichteinhaltung von Auflagen. Israelische Quellen beteuern dagegen, sämtliche Vorgaben erfüllt und nur defensive Waffensysteme ausgestellt zu haben.
Das israelische Verteidigungsministerium verurteilte den Schritt als «zynische, diskriminierende Massnahme», die darauf abziele, israelische Technologie von der internationalen Bühne zu verbannen. Arabische Medien wie An-Nahar und Echorouk berichteten von einer «willkürlichen» Aktion, während israelische Nachrichtenportale die Bestürzung der Unternehmer schilderten, die ihre Stände verbarrikadiert vorfanden. Der Vorfall vertieft den Riss zwischen der Regierung Macron und der israelischen Führung und überschattet die Messe, die traditionell als neutraler Marktplatz gilt.
Während der diplomatische Streit die Schlagzeilen beherrschte, nutzten andere Nationen die Bühne, um ihre Ambitionen zu unterstreichen. Das chinesische Staatsunternehmen Norinco präsentierte eine Modell-Fertigungsstrasse für Drohnen – ein Hinweis darauf, dass Peking die Produktion unbemannter Systeme im Ausland für Käufer im Nahen Osten ausweiten könnte. Indien war mit 31 Einrichtungen so stark vertreten wie nie zuvor, darunter das Verteidigungsministerium und führende Privatfirmen, und stellte die gesamte Bandbreite landgestützter Systeme zur Schau. Die Kontraste verdeutlichen, wie geopolitische Spannungen die globale Rüstungsmesse neu vermessen.
Für europäische Rüstungskooperationen wirft der französische Alleingang grundsätzliche Fragen auf. Deutsche und andere europäische Konzerne, die enge Technologiepartnerschaften mit israelischen Firmen pflegen, müssen künftig mit wachsendem politischem Risiko auf solchen Plattformen rechnen. Der Eklat könnte Israel dazu bewegen, sich verstärkt anderen Messen und Partnern zuzuwenden, während Frankreichs harter Kurs das Land innerhalb einer ohnehin fragmentierten europäischen Sicherheitsarchitektur weiter isolieren dürfte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Frankreich hat ein Dutzend israelische Stände auf der Rüstungsmesse Eurosatory schließen lassen und damit die diplomatischen Spannungen verschärft. Zuvor hatte Paris den Staat Palästina anerkannt und zwei rechtsextremen israelischen Ministern die Einreise verweigert. Die Organisatoren erklärten, die Firmen hätten die von französischen Behörden festgelegten Auflagen nicht erfüllt.
Israelische Firmen fanden ihre Stände über Nacht mit Holzpaneelen versiegelt, obwohl sie erst wenige Stunden zuvor die Genehmigung erhalten hatten. Das Verteidigungsministerium sprach von einem zynischen Schachzug, um israelische Technologie auszuschließen, gesteuert von Macrons Feindseligkeit wegen Israels Angriffen gegen die Hisbollah im Libanon, einem engen Verbündeten Frankreichs. Israel beteuert, alle Bedingungen erfüllt zu haben, doch die Abneigung aus Paris setzte sich durch.
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