
Paraguay übersteht Unterzahl und wirft die Türkei aus dem Turnier
Ein Blitztor und die erste Rote Karte für das Verdecken des Mundes prägen einen zähen Abend, an dem die Albirroja mit zehn Mann den Vorsprung verteidigt und die türkische Enttäuschung besiegelt.
Nach nur 65 Sekunden schlug Matías Galarza mit einem flachen Linksschuss aus 25 Metern ein – der bis dahin schnellste Treffer dieser Weltmeisterschaft, der den erst Stunden zuvor aufgestellten Rekord von Marokkos Ismael Saibari um sechs Sekunden unterbot. Die Szene entsprang einem frühen Pressing, das Julio Enciso auf Galarza ablegte; Ugurcan Cakir im türkischen Tor blieb chancenlos. Paraguay, das im Auftaktspiel noch mit 1:4 gegen die USA untergegangen war, fand sofort Halt, während die Türkei nach ihrer 0:2-Niederlage gegen Australien erneut einem Rückstand hinterherlief.
Was folgte, war ein Spiel, das sich nach der Pause zur Belagerung verdichtete. Die Türkei übernahm die Kontrolle, sammelte 32 Torabschlüsse, 12 Ecken und knapp 80 Prozent Ballbesitz, scheiterte aber immer wieder an der eigenen Ungenauigkeit und an einem aufmerksamen Orlando Gill im paraguayischen Tor. Schon vor dem Seitenwechsel hatte Mert Müldür per Kopf Latte und Pfosten getroffen (34.). Die beste Ausgleichschance vergab Deniz Gül in der 88. Minute, als er einen abgewehrten Ball freistehend neben das Tor setzte, ehe Merih Demiral in der Nachspielzeit mit dem Kopf noch einmal knapp verzog.
Zum Wendepunkt wurde die 45.+2 Minute: Nach einem Wortgefecht mit ebenjenem Müldür bedeckte Miguel Almirón seinen Mund mit der Hand – ein Verstoß gegen die neue FIFA-Regel, die solches Verhalten als Indiz für ungebührliche Äußerungen wertet und mit Platzverweis ahndet. Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador konsultierte den VAR und zeigte dem paraguayischen Kapitän die Rote Karte. Es war der erste Feldverweis dieser Art bei einer Weltmeisterschaft; die Vorschrift war im April als Reaktion auf rassistische Vorfälle im europäischen Vereinsfußball eingeführt worden. Paraguay musste fortan in Unterzahl agieren.
Dennoch gelang es der Mannschaft von Gustavo Alfaro, die Führung mit einer disziplinierten Defensivleistung über die Zeit zu bringen. Gustavo Gómez dirigierte die Abwehr, Omar Alderete und Junior Alonso warfen sich in jeden Schuss, und Gill parierte mehrfach glänzend. Auch der angeschlagene Enciso opferte sich auf, bis er in der Nachspielzeit ausgewechselt wurde. „Wenn man Paraguay schon für tot erklärt, sollte man misstrauisch sein“, sagte Alfaro später – ein Satz, der die widerstandsfähige Vorstellung seiner Mannschaft treffend umschrieb.
Für die Türkei, die mit namhaften Akteuren wie Arda Güler, Hakan Calhanoglu und Kenan Yildiz angetreten war, bedeutet die zweite Niederlage das vorzeitige Aus; sie ist nach Haiti das zweite eliminierte Team. Paraguay hingegen rückt mit drei Punkten gleich zu Australien auf und wahrt alle Chancen auf das Erreichen des Sechzehntelfinals. Das direkte Duell beider Verfolger am kommenden Donnerstag in Santa Clara wird über den zweiten Gruppenplatz entscheiden – oder über die Option, als einer der besten Gruppendritten weiterzukommen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Paraguay beendet eine 16-jährige Durststrecke mit einem heldenhaften 1:0-Sieg über die Türkei, trotz des umstrittenen Platzverweises von Almirón. Ein Blitztor von Galarza und eine standhafte Abwehr lassen die WM-Hoffnungen weiterleben und schicken die Türkei nach Hause.
Die Türkei erleidet ein demütigendes WM-Aus durch ein 1:0 gegen Paraguay, das mit zehn Mann spielte. Ein Blitztor in der zweiten Minute und eine Rote Karte prägen ein Spiel, das die Unfähigkeit der Türkei offenbart, die numerische Überlegenheit zu nutzen, und beenden das Turnier ohne Punkte.
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