
Ölpreise steigen nach erneuten US-iranischen Angriffen – Versorgungsrisiken im Fokus
Die jüngsten Militärschläge im Golf lassen die Rohölpreise steigen, während die fragile Waffenruhe und logistische Engpässe die Märkte belasten.
Am Montag stiegen die Rohölpreise, nachdem sich die USA und der Iran am Wochenende erneut militärische Schläge zugefügt hatten. Die Nordseesorte Brent notierte bei 72,5 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI bei 70,1 Dollar. Die Angriffe folgten auf einen iranischen Projektileinschlag auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus und ließen den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge erneut stocken. Händler preisten damit ein höheres Versorgungsrisiko ein, nachdem die Preise in der Vorwoche noch um über zehn Prozent gefallen waren.
Die Eskalation untergräbt das Vertrauen in das am 17. Juni unterzeichnete Interimsabkommen, das eine Waffenruhe und die schrittweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsah. Aus Teheraner Sicht verstößt Washington gegen die Vereinbarung, weil Israel weiterhin Ziele im Libanon angreift; beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig des Bruchs der Feuerpause. Analysten der australischen ANZ Bank warnten, der Markt müsse seine Annahme einer raschen Wiederherstellung der Öllieferungen aus dem Persischen Golf überdenken. Die niederländische ING sprach von einer „merkwürdigen Selbstgefälligkeit“ der Märkte und sieht erhebliches Aufwärtspotenzial, sollte sich die Angebotserholung verzögern.
Die physischen Ölströme bleiben durch beschädigte Infrastruktur, Tankerrückstaus und Produktionsausfälle eingeschränkt. Saudi Aramco hat zwar die Verladungen am Terminal Ras Tanura wieder aufgenommen, doch ein Hubschrauberabsturz mit 14 Todesopfern am Sonntag verdeutlicht die angespannte Lage. Nach Einschätzung von ANZ könnte es bis zum Jahresende dauern, bis das Angebot wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Gleichzeitig dämpfte die Nachricht, dass Washington und Teheran ihre Feindseligkeiten vorerst einstellen und die Gespräche in Katar wieder aufnehmen wollen, den Preisanstieg.
An den asiatischen Aktienmärkten sorgten die Spannungen für Verluste: Der südkoreanische KOSPI gab fast zwei Prozent nach, der japanische Nikkei ein Prozent. Der Dollar-Index hielt sich nahe seinem Einjahreshoch bei 101,3, gestützt von der Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank. Gold fiel um 0,6 Prozent auf 4.064 Dollar, da die Nachfrage nach sicheren Häfen nachließ. Europäische Erdgas-Futures gaben um 2,7 Prozent nach, ein Zeichen, dass die regionalen Gasvorräte als ausreichend gelten.
Die nächste Wegmarke sind die für diese Woche geplanten technischen Gespräche zwischen Washington und Teheran über die Umsetzung des Memorandums. Gleichzeitig richten sich die Blicke auf die geldpolitischen Signale der Federal Reserve, die den Dollar und damit die Rohstoffmärkte weiter beeinflussen dürften.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Ölpreise stiegen am Montag leicht an, Brent notierte über 72 Dollar, während die Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran den vierten Tag andauerten. Die Märkte sind weiterhin besorgt über Versorgungsrisiken in der Straße von Hormus, wachsen aber zuversichtlicher, dass die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen nicht in einen umfassenden regionalen Krieg münden. Die Hoffnung auf eine 60-tägige Waffenruhe zur Wiederherstellung der Öllieferungen durch die Straße bleibt bestehen.
Die Ölpreise erholten sich am Montag nach erneuten gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran, was die Fragilität des Interimsabkommens zur Beendigung des Krieges unterstreicht. Der als amerikanisch-israelischer Krieg gegen den Iran bezeichnete Konflikt hat den Tankerverkehr in der Straße von Hormus erneut verlangsamt, während das Juni-Memorandum – das den Libanon und Sanktionserleichterungen umfasste – zunehmend wackelig erscheint. Die erneute Eskalation nährt Zweifel an der regionalen Stabilität und der Ernsthaftigkeit der Friedensbemühungen.
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