
Nach Iran-Deal: AirAsia X senkt Preise, doch globale Ticketpreise bleiben hoch
Der Rückgang der Kerosinpreise nach dem vorläufigen Friedensabkommen zwischen den USA und Iran führt bei AirAsia X zu sofortigen Tarifsenkungen, während die Branche weltweit an höheren Preisen festhält.
Die Unterzeichnung eines vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und Iran hat die Kerosinpreise binnen weniger Wochen drastisch sinken lassen. In den USA fiel der Spotpreis von 4,88 Dollar je Gallone Anfang April auf 2,85 Dollar am 17. Juni. Die malaysische Billigfluggesellschaft AirAsia X reagierte unmittelbar: Konzernchef Bo Lingam gab bekannt, die Tarife seien bereits am 15. Juni um fünf Prozent gesenkt worden und würden nun wöchentlich an die Treibstoffkosten angepasst. Gleichzeitig kündigte er an, die zuvor um zehn Prozent gekürzte Kapazität bis August schrittweise wieder hochzufahren.
Dennoch deutet sich für Flugreisende keine flächendeckende Entlastung an. Denn die Treibstoffkosten liegen trotz des Rückgangs noch immer 54 Prozent über dem Vorjahresniveau, und die Airlines haben die vorangegangene Kostenexplosion nur teilweise an die Kunden weitergegeben. In den USA, wo das Sitzplatzwachstum im Inland begrenzt bleibt, konnten die Gesellschaften bislang lediglich 40 bis 50 Cent je zusätzlichem Dollar Treibstoffausgaben über höhere Erlöse ausgleichen. United-Chef Scott Kirby strebt zwar eine vollständige Kompensation bis zum Jahresende an, doch Analysten sehen angesichts der angespannten Kapazitäten wenig Anreiz für Preissenkungen. Die Fluggesellschaften nutzen die gesunkenen Kosten vielmehr, um ihre Margen wieder aufzubauen.
AirAsia X selbst hatte im ersten Quartal einen Verlust verbucht und zehn Prozent der Flüge gestrichen. Neben der Treibstoffbelastung führte Lingam die Streichung der Direktverbindungen Jakarta–Singapur und Jakarta–Bangkok auf eine Netzwerkoptimierung sowie auf die hohe Flughafensteuer in Singapur (72 Singapur-Dollar) zurück, die den Ticketpreis übersteige. Die Route nach Bangkok soll in einigen Monaten reaktiviert werden. Flankierend strafft die Airline ihre Flotte: Zwölf 16 bis 17 Jahre alte Maschinen werden noch in diesem Jahr zurückgegeben, während sieben spritsparende Airbus A321LR im kommenden Jahr hinzukommen. Erste Airbus A220 werden für Ende 2027 erwartet.
Außerhalb der USA ist das Bild uneinheitlich. In Europa könnten Langstreckentarife nachgeben, weil dort die Treibstoffzuschläge stärker durchgesetzt wurden; auf der Kurzstrecke dürften die Preise dagegen stabil bleiben, sofern das Abkommen die Buchungsnachfrage stützt. In Asien leiden die drei großen chinesischen Airlines unter schwacher Preissetzungsmacht, während Cathay Pacific aus Hongkong von höheren Frachterlösen und Premiumnachfrage profitiert. Im Nahen Osten könnten einzelne Gesellschaften mit Promotionen um Verkehr werben, doch für flächendeckende Rabatte ist Kerosin noch zu teuer. Der nächste Prüfstein ist die Kapazitätswiederherstellung im August sowie die weitere Entwicklung des Ölpreises, von der abhängt, ob der erhoffte Margenaufbau der Branche in einen breiteren Tarifwettbewerb mündet.
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Das Iran-USA-Abkommen hat die Kerosinpreise sinken lassen, doch die Fluggesellschaften nutzen die Einsparungen, um ihre Bilanzen zu sanieren, statt die Ticketpreise zu senken. AirAsia reduziert einige Tarife, aber die Preise bleiben insgesamt hoch, weil die Kapazitäten begrenzt sind und Margen Vorrang haben.
Die Entspannung im Nahen Osten nach dem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran bringt der Luftfahrt durch niedrigere Treibstoffkosten Erleichterung. AirAsia senkt die Tarife wöchentlich, aber branchenweit könnten die Ticketpreise nicht sofort fallen, da die Airlines noch frühere Verluste aufholen und die Kapazitäten knapp bleiben.
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