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Justiz & RechtDonnerstag, 2. Juli 2026

Moskauer Gericht verurteilt frühere Rusnano-Managerin in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft

Die Verurteilung von Irina Rapoport wegen Veruntreuung ist Teil einer Serie von Klagen des Staatskonzerns gegen ehemalige Führungskräfte, darunter Anatoli Tschubais.

Das Presnenski-Bezirksgericht in Moskau hat die ehemalige Top-Managerin der staatlichen Nanotechnologie-Gesellschaft Rusnano, Irina Rapoport, in Abwesenheit zu 15 Jahren Straflager und einer Geldstrafe von 300 Millionen Rubel verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Rapoport gemeinsam mit weiteren Beschuldigten in den Jahren 2012 bis 2015 Gelder des Konzerns in Höhe von rund 1,7 Milliarden Rubel veruntreut und sich des kommerziellen Bestechens schuldig gemacht hat. Zudem ordnete es die Einziehung von Vermögenswerten im Wert von 85 Millionen Rubel an und gab der Zivilklage von Rusnano auf Schadensersatz in voller Höhe statt.

Nach Darstellung der Ermittler schleusten die Beteiligten – darunter der frühere Vize-Vorstandsvorsitzende Oleg Kisseljow und der Chef einer Tochtergesellschaft, Oleg Djatschenko – über von ihnen kontrollierte Firmen Darlehensverträge mit der Bank Pereswet, um die Mittel anschließend über fingierte Verträge abzuziehen und sich persönlich anzueignen. Die Verteidigung Rapoports bestreitet die Vorwürfe und führt das Urteil auf eine belastende Aussage Djatschenkos zurück, der im Februar 2025 nach einer Absprache mit der Justiz zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Der frühere Rusnano-Chef Anatoli Tschubais, der Russland 2022 verlassen hat, bezeichnete die Strafverfolgung ehemaliger Manager im Mai 2026 als „Repressionen“ und „Verhöhnung des Gesetzes“.

Das Urteil gegen Rapoport reiht sich in eine Serie von rechtlichen Schritten ein, mit denen Rusnano gegen frühere Führungskräfte vorgeht. Gegen Tschubais selbst sind mehrere Zivilklagen anhängig, darunter eine auf Schadensersatz in Höhe von 5,6 Milliarden Rubel wegen Verlusten aus dem Projekt Plastic Logic – einem gescheiterten Vorhaben zur Entwicklung flexibler Tablet-Computer für Schüler. Im Dezember 2025 erwirkte der Konzern zudem die gerichtliche Anordnung, Vermögenswerte Tschubais’ und weiterer Ex-Manager im Zusammenhang mit dem Projekt Crocus in Höhe von 11,9 Milliarden Rubel einzufrieren. Aus Sicht der Moskauer Justiz handelt es sich um die Aufarbeitung von Misswirtschaft in einem Unternehmen, das nach Angaben von Präsident Wladimir Putin eine „riesige finanzielle Lücke“ hinterlassen habe.

Die Vorgänge um Rusnano stehen in einem größeren Kontext: Seit 2022 hat die russische Regierung wiederholt die Möglichkeit einer Auflösung des hochdefizitären Konzerns erörtert, nachdem bereits 2021 der Handel mit seinen Anleihen ausgesetzt worden war. Die Verurteilung Rapoports in Abwesenheit ist dabei kein Einzelfall; sie folgt einem Muster, bei dem sich ins Ausland abgesetzte Beschuldigte durch Abwesenheitsverfahren der russischen Justiz konfrontiert sehen. Die weiteren Zivilverfahren gegen Tschubais und andere ehemalige Spitzenkräfte sind vor Moskauer Arbitragegerichten anhängig; mit Entscheidungen wird in den kommenden Monaten gerechnet.

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Donnerstag, 2. Juli 2026

Moskauer Gericht verurteilt frühere Rusnano-Managerin in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft

Die Verurteilung von Irina Rapoport wegen Veruntreuung ist Teil einer Serie von Klagen des Staatskonzerns gegen ehemalige Führungskräfte, darunter Anatoli Tschubais.

Das Presnenski-Bezirksgericht in Moskau hat die ehemalige Top-Managerin der staatlichen Nanotechnologie-Gesellschaft Rusnano, Irina Rapoport, in Abwesenheit zu 15 Jahren Straflager und einer Geldstrafe von 300 Millionen Rubel verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Rapoport gemeinsam mit weiteren Beschuldigten in den Jahren 2012 bis 2015 Gelder des Konzerns in Höhe von rund 1,7 Milliarden Rubel veruntreut und sich des kommerziellen Bestechens schuldig gemacht hat. Zudem ordnete es die Einziehung von Vermögenswerten im Wert von 85 Millionen Rubel an und gab der Zivilklage von Rusnano auf Schadensersatz in voller Höhe statt.

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