
Trotz US-iranischem Friedensabkommen: Tote bei israelischen Angriffen im Südlibanon
Wenige Stunden nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens zwischen Washington und Teheran eskalieren die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah – die Umsetzung des Deals steht auf dem Spiel.
In der Nacht zum Freitag haben israelische Luftangriffe und Artilleriebeschuss im südlibanesischen Distrikt Nabatieh nach Angaben der libanesischen Nationalen Nachrichtenagentur NNA mindestens 16 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Die israelische Armee bestätigte zudem den Tod von vier eigenen Soldaten, darunter eines Oberstleutnants, bei Gefechten mit der Hisbollah. Die Eskalation ereignete sich weniger als 24 Stunden nach der digitalen Unterzeichnung eines 14-Punkte-Memorandums zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, das eine sofortige und dauerhafte Einstellung aller Feindseligkeiten im Nahen Osten – ausdrücklich auch im Libanon – vorsieht.
Aus israelischer Sicht stellen die Angriffe eine Reaktion auf wiederholte Verstösse der Hisbollah gegen die Waffenruhe dar. Das Militär veröffentlichte eine Karte einer rund zehn Kilometer tiefen Sicherheitszone im Südlibanon und erklärte, die Truppen würden dort verbleiben, um Bedrohungen für israelische Soldaten und die Zivilbevölkerung im Norden des Landes zu beseitigen. Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir rief dazu auf, „ganz Libanon müsse brennen“. Die Hisbollah wiederum meldete, sie habe drei israelische Merkava-Panzer mit Lenkraketen zerstört und eine mehrtägige israelische Offensive auf die strategisch wichtigen Ali-al-Taher-Höhen zurückgeschlagen. Der Leiter des Hisbollah-Parlamentsblocks, Mohammad Raad, forderte die libanesischen Behörden auf, einen Rahmen für indirekte Verhandlungen mit Israel zu schaffen, und verlangte einen vollständigen israelischen Rückzug binnen 60 Tagen.
Aus Washingtoner Sicht ist das Abkommen mit Iran essenziell, um eine wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden – die Ölpassage durch die Strasse von Hormus wurde nach monatelanger Blockade wieder geöffnet, und mehr als 12,5 Millionen Barrel Rohöl passierten die Wasserstrasse unmittelbar nach Inkrafttreten der Vereinbarung. Präsident Donald Trump hatte den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu öffentlich zu mehr Verantwortung im Libanon aufgefordert und erklärt, ohne die USA gäbe es kein Israel. Vizepräsident JD Vance kritisierte israelische Kabinettsmitglieder scharf, die das Abkommen ablehnen, und verwies auf die milliardenschwere US-Militärhilfe. Aus Teheraner Sicht besteht Iran auf einem vollständigen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon; der Wortlaut des Interimsabkommens schreibt dies nicht explizit vor, verpflichtet die Parteien jedoch zur Achtung der territorialen Integrität und Souveränität des Libanon.
Die für Freitag in der Schweiz geplanten Folgegespräche zwischen den USA und Iran wurden verschoben. Das Weisse Haus nannte logistische Gründe, während pro-iranische Medien die Verzögerung auf die anhaltenden israelischen Militäroperationen zurückführten. Die fortgesetzten Feindseligkeiten stellen die Tragfähigkeit des Abkommens unmittelbar auf den Prüfstand, zumal weder Israel noch die Hisbollah Vertragsparteien sind. Ein neuer Termin für die Verhandlungen steht noch nicht fest; die israelische Regierung beharrt auf der Beibehaltung ihrer Sicherheitszone im Südlibanon.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Wenige Stunden nach dem US-Iran-Abkommen startete der israelische Feind überraschende Nachtangriffe im Südlibanon, tötete mindestens 16 Zivilisten und verletzte Dutzende bei regelrechten Massakern. Die Bombardements legten Häuser in Schutt und Asche, während ein Bodenvorstoß auf die Ali-al-Taher-Hügel unter dem Feuer des Widerstands scheiterte.
Das US-Iran-Friedensabkommen steht bereits im Schatten: Israelische Angriffe im Südlibanon töteten in einer der tödlichsten Nächte der letzten Monate mindestens 16 Menschen. Da Netanjahu den Rückzug verweigert, wurden die Gespräche verschoben und die Waffenruhe wankt.
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