
Selenskyj entlässt Armeechef Syrskyj und ernennt Drapatyj zum Nachfolger
Nach tagelangen Protesten gegen die Absetzung des Verteidigungsministers Fedorow wechselt der ukrainische Präsident den Oberbefehlshaber aus – die politische Krise bleibt ungelöst.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstagabend den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, General Olexander Syrskyj, entlassen und durch den Befehlshaber der Vereinten Kräfte, Mychajlo Drapatyj, ersetzt. Der Wechsel erfolgte nach sechs Tagen landesweiter Proteste, die durch die überraschende Absetzung des Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow ausgelöst worden waren. Fedorow, ein 35-jähriger Reformer, hatte die Drohnenkriegsführung der Ukraine maßgeblich vorangetrieben und genießt in der Bevölkerung breite Unterstützung. Seine Entlassung hatte die größten Straßenproteste seit Beginn der russischen Invasion zur Folge.
Die Demonstranten – darunter Veteranen, IT-Aktivisten und Angehörige der Zivilgesellschaft – forderten die Wiedereinsetzung Fedorows und die Ablösung Syrskyjs. Fedorow warf dem 60-jährigen General öffentlich vor, Reformen blockiert und eine veraltete sowjetische Kommandokultur gepflegt zu haben. Syrskyj wies die Vorwürfe zurück, entschuldigte sich jedoch für mögliche persönliche Verletzungen. Aus dem Umfeld Selenskyjs verlautete, der Präsident habe zunächst versucht, Fedorow mit einem anderen Regierungsposten zu entschädigen, was dieser ablehnte. Die Ernennung Drapatyjs, der als reformorientiert und Fedorow nahestehend gilt, wird von den Protestierenden als Teilerfolg gewertet.
Die Krise offenbart einen grundlegenden Richtungsstreit in der ukrainischen Kriegsführung. Auf der einen Seite steht eine jüngere, technologieaffine Generation, die auf Drohnen, elektronische Kampfführung und digitale Rekrutierung setzt; auf der anderen Seite eine ältere Generalität, die an konventionellen Gefechtsformen festhält. Aus Sicht westlicher Partner, etwa der EU, war die Entlassung Fedorows überraschend, da er als Architekt der erfolgreichen Drohnenkampagne galt. In Kiew wird zudem befürchtet, dass Moskau die internen Spannungen propagandistisch ausschlachten könnte. Die Proteste zeigen zugleich, dass die ukrainische Zivilgesellschaft auch unter Kriegsrecht politischen Druck ausübt.
Selenskyj kündigte an, alle Personalentscheidungen am Mittwoch zu formalisieren. Fedorow wurde ein Posten als Koordinator für technologische Entwicklung angeboten; ob er annimmt, ist ungewiss. Die Organisatoren der Proteste haben eine Frist bis Freitag gesetzt, um die Rückkehr Fedorows ins Verteidigungsministerium zu erreichen – andernfalls drohen unbefristete landesweite Aktionen. Der geschäftsführende Verteidigungsminister Jewhen Chmara bleibt vorerst im Amt. An der Front setzen beide Seiten ihre Angriffe fort, während die politische Führung in Kiew um Stabilität ringt.
| Iranische & verwandte Presse | 0.00 | neutral |
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Der Iran berichtet die Nachricht, ohne Stellung zu beziehen, und zitiert lediglich eine westliche Quelle.
Durch die Berufung auf ein ausländisches, maßgebliches Medium (The Guardian) gewinnt die Erzählung an Glaubwürdigkeit, ohne eine eigene Analyse liefern zu müssen.
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