
London entschuldigt sich für Zwangsadoptionen – „Die Schande ist unsere“
Premierminister Starmer übernimmt im Unterhaus die staatliche Verantwortung für die Trennung von mehr als 185.000 Kindern unverheirateter Mütter zwischen 1949 und 1976.
Die britische Regierung hat sich am 2. Juli 2026 offiziell für die jahrzehntelange Praxis der Zwangsadoptionen entschuldigt. Premierminister Keir Starmer erklärte vor dem Unterhaus, der Staat trage die Verantwortung für ein System, das unverheiratete Mütter „genötigt, schikaniert oder in die Irre geführt“ habe, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. Schätzungen zufolge wurden in England und Wales zwischen 1949 und 1976 mehr als 185.000 Säuglinge auf diese Weise von ihren Müttern getrennt. Starmer bezeichnete das Geschehen als „Schandfleck unserer Geschichte“ und richtete sich direkt an die Betroffenen: „Die Schande ist nicht eure. Die Schande war nie eure. Die Schande ist unsere.“
Die Entschuldigung markiert eine Kehrtwende gegenüber der Haltung der konservativen Vorgängerregierung, die eine formelle staatliche Entschuldigung 2023 noch mit dem Argument abgelehnt hatte, der Staat habe diese Praktiken nicht aktiv unterstützt. Starmer hingegen betonte, die Trennungen seien das Ergebnis von „Praktiken, die in Systeme eingebettet waren“ – in Kommunalverwaltungen, konfessionellen Einrichtungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Regierung in London folgt damit den Regionalregierungen in Cardiff und Edinburgh, die bereits 2023 formelle Entschuldigungen ausgesprochen hatten, sowie der Kirche von England, die sich erst zwei Wochen zuvor bei den Überlebenden für ihre Rolle entschuldigt hatte.
Aus Sicht der Betroffenenverbände schließt die Erklärung eine jahrzehntelange Lücke in der Aufarbeitung. Ein parlamentarischer Menschenrechtsausschuss hatte bereits 2022 eine staatliche Entschuldigung gefordert und darauf verwiesen, dass öffentliche Einrichtungen und Staatsbedienstete Mütter systematisch in ungewollte Adoptionen gedrängt hätten. Viele Frauen waren damals sehr jung, wurden als unmoralisch abgestempelt und mussten ihre Kinder oft unmittelbar nach der Geburt abgeben, ohne sie noch einmal sehen zu dürfen. Die Labour-Regierung kündigte begleitend praktische Unterstützung an, darunter einen erleichterten Zugang zu Adoptionsakten und psychosoziale Hilfen für die Betroffenen.
International reiht sich der Schritt in eine breitere Aufarbeitung ein. In Australien hatte Premierministerin Julia Gillard bereits 2013 eine nationale Entschuldigung für die dortigen Zwangsadoptionen ausgesprochen. Für Nordirland wird eine formelle Entschuldigung erst nach Abschluss einer öffentlichen Untersuchung erwartet, die ein Bericht von 2021 zu Mutter-Kind-Heimen und ähnlichen Einrichtungen empfohlen hatte. Die britische Regierung hat mit der Entschuldigung die Verantwortung des Staates für die legitimierten und finanzierten Systeme anerkannt. Weitere Schritte zur Umsetzung der angekündigten Hilfen sind in den kommenden Monaten zu erwarten.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | +0.10 | neutral |
The British government acknowledges the historical wrong and commits to redress, turning an admission into an act of formal justice.
The narrative uses legal-institutional language (responsibility, redress) to legitimize the apology as a due act rather than a political concession.
It does not delve into the role of church institutions and private agencies that carried out the adoptions, nor the internal Labour party debate on timing.
Continental Europe acknowledges the British gesture but places it in a broader framework of shared institutional failures, demanding structural reforms.
By linking Starmer's apology to the Swedish LVU case, it creates a supranational category of 'forced adoptions' that shifts focus from the single apology to the need for systemic change across Europe.
It does not mention that the Swedish LVU case is politically contested and that criticism often comes from right-wing actors, which could weaken the parallel.
Latin America shows solidarity with British victims, but recalls that thousands of children were forcibly taken in Brazil and Argentina as well, demanding that the apology not remain an isolated case.
The narrative humanizes the conflict through stories of mothers separated from their children, turning the apology into a symbol of a global struggle against institutional injustice.
It does not discuss the specific political context of the UK nor the differences between British forced adoption programs and those in Latin America, which occurred under dictatorships.
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