
Lamine Yamal auf der Bank: Spaniens behutsamer Umgang mit dem Juwel zum WM-Start
Obwohl nach einem Muskelfaserriss wieder vollständig genesen, setzt Trainer Luis de la Fuente den 18-jährigen Offensivstar im Auftaktspiel gegen Kap Verde zunächst nur als Einwechselspieler ein.
Zum Auftakt der Gruppe H der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta hat Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente eine ebenso erwartete wie strategisch bedeutsame Personalentscheidung getroffen: Lamine Yamal, das vielleicht größte Offensivtalent des Weltfußballs, sitzt gegen den Turnierneuling Kap Verde auf der Bank. Der 18‑Jährige, der mit seinen Auftritten bei der Europameisterschaft 2024 die internationale Bühne eroberte, hatte sich Ende April einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und seither kein Pflichtspiel mehr bestritten. Zwar betonte de la Fuente noch am Vorabend der Partie, Yamal befinde sich „in perfekter Verfassung“ und habe die gesamte Trainingswoche absolviert, doch die medizinische Abteilung und das Trainerteam entschieden sich für eine dosierte Rückkehr. „Er ist bereit für einige Minuten, aber nicht für 90 Minuten“, zitierte die spanische Sportpresse den Coach – eine klare Absage an einen Startelfeinsatz, die in den sozialen Netzwerken umgehend diskutiert wurde.
Aus Madrider Sicht ist die Vorsicht nachvollziehbar. Yamal ist nicht nur ein Schlüsselspieler für die Gegenwart, sondern das Gesicht einer ganzen Generation, die nach dem EM‑Triumph 2024 nun den Weltmeistertitel anstrebt. Die medizinische Abteilung des Verbandes hatte nach der Hamstring-Verletzung vom 22. April zunächst sogar befürchtet, der Flügelstürmer könne die ersten beiden Gruppenspiele verpassen. Dass er nun zumindest als Einwechselspieler zur Verfügung steht, wertet man in Spanien als Erfolg. De la Fuente, der parallel auf die Flügelspieler Nico Williams und Victor Muñoz setzen kann, will jedes Risiko vermeiden – ein Muskelrückfall bei einem so jungen Spieler könnte dessen Turnier und langfristige Entwicklung gefährden.
Die Partie gegen den WM‑Debütanten Kap Verde, die am Montag um 23 Uhr Ortszeit angepfiffen wurde, gilt für den Europameister als Pflichtsieg. Die Auswahl von den Kapverden bringt jedoch eine Reihe von Akteuren mit Erfahrung aus europäischen Top‑Ligen mit und hat sich in der Qualifikation als diszipliniert und konterstark erwiesen. In Atlanta, wo das Spiel vor einer großen hispanischen Gemeinde stattfindet, wird Spanien dennoch die Spielkontrolle übernehmen müssen. Die Entscheidung, Yamal zunächst zu schonen, ist daher auch ein Signal an die Mannschaft: Die Verantwortung für den erfolgreichen Start liegt auf den Schultern der etablierten Kräfte, während das Supertalent als Joker für die Schlussphase bereitsteht.
Der Blick geht bereits über das Auftaktspiel hinaus. Sollte Spanien früh in Führung gehen, könnte Yamal in der zweiten Halbzeit behutsam Spielpraxis sammeln, ohne unter Druck gesetzt zu werden. Für die weiteren Gruppenspiele und die K.o.-Phase ist der Barcelona-Profi als Stammkraft eingeplant. Die behutsame Belastungssteuerung zeigt, dass de la Fuente und sein Stab die WM als Marathon und nicht als Sprint begreifen. Gelingt der Auftakt ohne den Jungstar, wäre das nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein psychologischer Gewinn – und die Gewissheit, dass Spaniens größtes Juwel bereit ist, wenn die wirklich entscheidenden Momente kommen.
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Spanien schont sein Juwel Lamine Yamal und setzt ihn zum WM-Auftakt gegen Kap Verde auf die Bank. Eine pragmatische Entscheidung angesichts des Außenseiters, um den Barcelona-Star für härtere Prüfungen frisch zu halten.
Trotz überstandener Verletzung wird Lamine Yamal Spaniens WM-Auftakt nicht von Beginn an bestreiten. Die überraschende Ankündigung des Trainers wirft Fragen nach der tatsächlichen Fitness des Stars und einer möglicherweise übervorsichtigen Strategie auf.
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