
Krim verbietet nächtlichen Motorradverkehr zum Schutz vor Drohnenangriffen
Die von Russland eingesetzten Behörden der annektierten Halbinsel untersagen ab 17. Juni Fahrten mit Motorrädern, Mopeds und Quads zwischen 20 und 6 Uhr – offiziell wegen Störgeräuschen für die Luftabwehr.
Die russische Verwaltung der annektierten Krim hat ein nächtliches Fahrverbot für sämtliche motorisierte Zweiräder und Quads verhängt. Von Mittwoch, dem 17. Juni, an dürfen Motorräder, Mopeds, Pitbikes, Quads und Motorroller zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens nicht mehr bewegt werden, wie der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow am Dienstag mitteilte. Der Erlass gilt bis auf Weiteres und wird vom Innenministerium der Republik kontrolliert. Bereits in der vergangenen Woche war der nächtliche Zugverkehr auf der Halbinsel eingeschränkt worden; Personenzüge verkehren seither nur noch in der Zeit von 5 bis 23 Uhr.
Als Begründung für die neue Maßnahme nannte Aksjonow offiziell die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sowie den Schutz militärischer und wichtiger staatlicher Objekte. Sein Berater Oleg Krjutschkow wurde deutlicher: Die Geräusche von Mopeds und ähnlicher Technik überdeckten den Motorenklang ukrainischer Drohnen und störten damit die Arbeit mobiler Feuergruppen der Luftverteidigung. Diese Einheiten sind darauf angewiesen, anfliegende unbemannte Fluggeräte akustisch zu orten. Russische Staatsmedien verbreiteten zudem den Vorwurf, Motorradfahrer hätten während ukrainischer Drohnenangriffe gezielt Lärm verursacht – angeblich auf Bestellung über Messenger-Dienste gegen kleine finanzielle Belohnungen.
Die Einschränkungen spiegeln die wachsende Bedrohung der Krim durch ukrainische Angriffe wider. Seit Anfang Juni hat Kiew mehrfach die Eisenbahninfrastruktur der Halbinsel attackiert, die für den russischen Militärnachschub von zentraler Bedeutung ist. Aus westlicher Sicht sind die Verbote ein weiteres Indiz dafür, dass die Ukraine ihren Druck auf die logistischen Knotenpunkte der Schwarzmeerregion systematisch erhöht. Beobachter in Moskau werten die Maßnahmen hingegen als notwendige Reaktion auf eine veränderte Bedrohungslage, bei der zivile Geräuschkulissen die Abwehrfähigkeit unterminieren.
Für die Bevölkerung der Krim bedeuten die Verbote eine zusätzliche Einschränkung der ohnehin angespannten Bewegungsfreiheit. Die Behörden erwägen sogar, Fahrzeuge bei Verstößen während eines Luftalarms zu konfiszieren. Während der Personenverkehr auf der Schiene tagsüber weiterläuft, bleibt der Gütertransport – und damit die Versorgung der Truppen – von den nächtlichen Zugausfällen betroffen. Die Maßnahmen zeigen, wie sehr der Krieg inzwischen den Alltag auf der 2014 annektierten Halbinsel durchdringt.
Die Entwicklung dürfte vorerst nicht abreißen. Solange die Ukraine über weitreichende Drohnen und Raketen verfügt, wird die russische Führung versuchen, die Verwundbarkeit der Krim durch immer neue Sicherheitsauflagen zu verringern. Für Deutschland und seine europäischen Partner unterstreicht die Episode, dass der Konflikt trotz aller diplomatischen Bemühungen an Intensität zunimmt und die Schwarzmeerregion zu einem dauerhaften Krisenherd macht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Behörden der Krim haben ein nächtliches Fahrverbot für Motorräder und ähnliche Fahrzeuge von 20 bis 6 Uhr verhängt, um zu verhindern, dass Motorlärm ukrainische Drohnenangriffe verschleiert und militärische sowie staatliche Einrichtungen gefährdet. Die Maßnahme ist vorübergehend und wird von der Polizei durchgesetzt.
Die vom Kreml gestützte Verwaltung auf der annektierten Krim hat nächtliche Motorradfahrten verboten, mit der Begründung, der Lärm störe die Drohnenabwehr. Kritiker sehen darin einen Vorwand, um das zivile Leben unter Besatzung weiter einzuschränken.
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