
Kleinflugzeug kollidiert mit Pekings höchstem Wolkenkratzer
Die Maschine vom Typ Sunward SA 60L Aurora schlug am Freitagabend in der Fassade des CITIC Tower ein; die Behörden schweigen, die Unglücksursache ist unklar.
Am Freitagabend (Ortszeit) ist ein einmotoriges Leichtflugzeug mit dem CITIC Tower, dem mit 528 Metern höchsten Gebäude Pekings, kollidiert. Die Maschine traf die oberen Stockwerke des auch als China Zun bekannten Wolkenkratzers im zentralen Finanzdistrikt Guomao. Trümmerteile stürzten auf die umliegenden Straßen und Grünflächen; mindestens zwei Glasscheiben der Fassade wurden zerstört. Einem brasilianischen Nachrichtenportal zufolge kam der Pilot, der einzige Insasse, ums Leben – eine offizielle Bestätigung der chinesischen Behörden steht bislang aus.
Bei dem Flugzeug handelt es sich nach übereinstimmenden Medienberichten um eine in China hergestellte Sunward SA 60L Aurora mit dem Kennzeichen B-12PP. Die Maschine war laut Flugdaten des Dienstes Flightradar24 vom Flugplatz Shifosi am östlichen Stadtrand Pekings gestartet und bewegte sich auf direktem Kurs ins Stadtzentrum, was erheblich von früheren Flugrouten abwich. Die Eigentümerin, das Unternehmen Shuangyue General Aviation, bietet Pilotenausbildung und Rundflüge an.
Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall, gefolgt von einer raschen Evakuierung des rund 12.000 Arbeitsplätze umfassenden Turms. Die Polizei riegelte das Areal weiträumig ab und hinderte Passanten daran, Aufnahmen zu machen; in chinesischen sozialen Netzwerken wurden entsprechende Beiträge nach Beobachtungen von Nutzern umgehend gelöscht. Eine offizielle Stellungnahme der Pekinger Stadtregierung oder der Zivilluftfahrtbehörde blieb zunächst aus.
Der Vorfall wirft Fragen zur Luftraumüberwachung auf, da Peking insbesondere nach einer im Mai in Kraft getretenen Drohnenverbotsverordnung zu den am strengsten kontrollierten Lufträumen weltweit zählt. Leichtflugzeuge benötigen für Flüge über der Hauptstadt Genehmigungen sowohl der zivilen als auch der militärischen Luftfahrtbehörden. Ob es sich um einen Unfall oder ein vorsätzliches Handeln handelte, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
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