
JD Vance im Kreuzfeuer: Vizepräsident bekennt sich zu Epstein-Verschwörungstheorien und bereut „katzenlose Damen“
Bei seinem ersten Auftritt in der ABC-Talkshow „The View“ geriet der amerikanische Vizepräsident mit den Moderatorinnen aneinander, räumte Fehler ein und nährte Spekulationen über den Epstein-Fall.
Der Auftritt von US-Vizepräsident JD Vance in der ABC-Talkshow „The View“ geriet zu einem politischen Minenfeld. Im Gespräch mit den sechs Moderatorinnen bekannte sich Vance unumwunden als „eine Art Verschwörungstheoretiker, was die Epstein-Sache angeht“. Er forderte vollständige Transparenz der Regierung zu den Akten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und bestätigte damit indirekt einen Medienbericht, wonach seine eigene Stabschefin ihn privat als Konspirationstheoretiker bezeichnet hatte. Diese Äußerung, über die brasilianische und amerikanische Nachrichtenkanäle prominent berichteten, verlieh der Sendung eine unerwartete Sprengkraft – schließlich war Vance ursprünglich angetreten, um für seine Memoiren „Communion“ zu werben und sein Image für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur 2028 zu polieren.
Die Sendung „The View“ gilt in Washingtoner Regierungskreisen als feindliches Terrain; indonesische Medien beschrieben sie als „rote Zone“ für Vertreter der Trump-Administration. Vance selbst hatte sich im Vorfeld gegenüber Fox News betont optimistisch gezeigt: Er wolle das Gespräch auch mit Andersdenkenden suchen. Doch die Strategie, über die Beschreibung seines Wegs zum katholischen Glauben weibliche Wähler anzusprechen, stieß schnell an Grenzen. Die Moderatorinnen konfrontierten ihn mit seiner umstrittenen Äußerung von 2021 über „kinderlose Katzenfrauen“, die das Land regierten. Vance bezeichnete den Satz als seinen „dümmsten Kommentar aller Zeiten“, verteidigte aber die familienpolitische Stoßrichtung. Britische Beobachter sahen darin einen schwerfälligen Versuch, frühere verbale Entgleisungen einzufangen, ohne die konservative Basis zu verprellen.
Zusätzlich eskalierte die Diskussion beim Thema Einwanderung. Auf kritische Fragen der Co-Moderatorinnen Ana Navarro und Sunny Hostin zu den Bedingungen in US-Abschiebezentren reagierte Vance mit scharfen Attacken auf die Medienberichterstattung und verteidigte die strikte Migrationspolitik der Regierung. Aus lateinamerikanischer Perspektive, wie sie Navarro verkörperte, wirkte diese Haltung als Verharmlosung menschenunwürdiger Zustände. Vance hingegen nutzte die Konfrontation, um sich als standhafter Verfechter von Recht und Ordnung zu profilieren – ein Balanceakt, der in der hitzigen Debatte kaum vermittelnd wirkte.
Aus Washingtoner Sicht offenbart der Auftritt das Dilemma des Vizepräsidenten: Er muss einerseits die polarisierende Basis der Republikaner bedienen, andererseits für eine mögliche Kandidatur 2028 Wechselwähler erreichen. Internationale Beobachter, etwa in Brasilien und Indonesien, verfolgen die Kontroverse vor allem wegen der Epstein-Äußerungen, die globale Verschwörungsnarrative befeuern könnten. Für Europa bleibt der Vorfall ein Indiz, wie tief die kulturellen Gräben in den USA nach wie vor sind – und wie sehr selbst erfahrene Politiker in der aufgeheizten Atmosphäre einer quotenstarken Talkshow ins Straucheln geraten können.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Vizepräsident JD Vance bezeichnete sich als 'Verschwörungstheoretiker' im Fall Epstein und zeigte sich beunruhigt über die Verbindungen eines Sexualstraftäters zu mächtigen Personen. Er forderte vollständige Transparenz.
Vance gab zu, ein Epstein-Verschwörungstheoretiker zu sein, und nahm seine umstrittene Äußerung über 'kinderlose Katzenfrauen' als Fehler zurück. In The View geriet er mit den Moderatorinnen über Einwanderung aneinander und verteidigte eine harte Linie.
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