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Gesellschaft & KulturDonnerstag, 18. Juni 2026

Italien trotzt dem Trend: Politecnico di Milano erstmals unter den Top 100

Während Europas Hochschulen im QS-Ranking 2027 zurückfallen, setzt Italien mit 26 Aufsteigern ein Ausrufezeichen – Indien und Brasilien kämpfen derweil mit Rückschlägen.

Die neueste Ausgabe der QS World University Rankings offenbart eine bemerkenswerte Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Während die großen Universitätssysteme Europas mehrheitlich an Boden verlieren, stemmt sich Italien mit einer positiven Ausnahme gegen den Trend. Von 47 gelisteten italienischen Hochschulen verbesserten sich 26, nur 15 rutschten ab – als einziges großes EU-Land weist Italien damit mehr Aufsteiger als Absteiger auf. Angeführt wird diese Entwicklung vom Politecnico di Milano, das sich um elf Plätze auf Rang 87 verbesserte und damit nicht nur zum zwölften Mal in Folge die Spitzenposition unter den italienischen Universitäten behauptet, sondern auch das beste Ergebnis seiner Geschichte und den höchsten jemals von einer italienischen Institution erreichten Rang erzielt.

An der globalen Spitze bleibt das Massachusetts Institute of Technology unangefochten, gefolgt vom Imperial College London und der Stanford University. Dahinter reihen sich Oxford, Harvard, Cambridge und die ETH Zürich ein – für den deutschsprachigen Raum bleibt die Zürcher Hochschule damit ein Leuchtturm, während asiatische Institutionen aus Singapur, Hongkong und Peking zunehmend in die Phalanx der traditionellen Elite vorstoßen. Die italienische Dynamik steht in scharfem Kontrast zur allgemeinen europäischen Erosion: In den meisten großen Universitätssystemen des Kontinents überwiegen die Verlierer, was die strukturellen Herausforderungen vieler staatlicher Hochschulen unterstreicht.

Aus indischer Perspektive zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Das Indian Institute of Technology Delhi kletterte von Rang 123 auf 118 und ist damit zum zweiten Mal in Folge die bestplatzierte Institution des Landes. Das Bildungsministerium in Neu-Delhi wertete dies als Beleg für wachsende globale Anerkennung indischer Exzellenz in Lehre und Forschung. Dennoch bleibt die Breitenwirkung begrenzt: Nur drei indische Einrichtungen – IIT Delhi, IIT Bombay und IIT Madras – schafften es überhaupt unter die besten 200. Der Abstand zur Weltspitze ist damit für die Mehrheit der indischen Hochschulen weiterhin beträchtlich.

Noch deutlicher fällt der Rückschlag aus brasilianischer Sicht aus. Keine Universität des Landes erreichte die Top 100; die Universidade de São Paulo, traditionell das Aushängeschild, stürzte um 25 Plätze auf Rang 133 ab. Brasilien verzeichnete mit 14 abgerutschten und nur acht stabilen Institutionen die siebthöchste Verlustquote unter allen Systemen mit mindestens zehn gerankten Hochschulen – 64 Prozent der gelisteten Universitäten büßten an Boden ein. Noch 2024 hatte die USP mit Platz 85 die beste jemals für Brasilien erzielte Position erreicht, seither folgte ein kontinuierlicher Abstieg.

Die Rangliste spiegelt tiefgreifende geopolitische und wissenschaftspolitische Verschiebungen. Während asiatische Standorte von massiven Investitionen und strategischer Internationalisierung profitieren, kämpfen viele traditionelle Wissenschaftsnationen mit stagnierenden Budgets und Reformstau. Italiens Sonderweg könnte auf gezielte Exzellenzinitiativen und eine stärkere Internationalisierung der Curricula zurückgehen – ein Modell, das auch für deutsche und österreichische Hochschulen von Interesse sein dürfte, deren Abschneiden in dieser Ausgabe nicht im Detail thematisiert wird, die aber vom allgemeinen europäischen Abwärtstrend kaum unberührt bleiben. Die Botschaft der Zahlen ist eindeutig: Beharrung bedeutet Rückstand, und die globale Konkurrenz schläft nicht.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

48%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Kontinentaleuropäische PresseLateinamerikanische Presse
Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
TriumphPragmatismus

Italienische Universitäten klettern im QS-Ranking, entgegen dem Abwärtstrend im übrigen EU-Raum. Mit 26 verbesserten und nur 15 gefallenen Hochschulen ist Italien das einzige große europäische System mit mehr Aufsteigern als Absteigern. Das Politecnico di Milano stößt in die weltweiten Top 100 vor.

Lateinamerikanische Presse/ Markt
AlarmSkepsis

Brasilianische Universitäten rutschen im QS-Ranking weiter ab, keine schafft es in die Top 100. Das Land verzeichnete die siebthöchste Rückgangsrate unter Systemen mit mindestens 10 gelisteten Hochschulen: 14 fielen, nur 8 blieben stabil. Die USP bleibt am besten platziert, aber weiterhin außerhalb der Elite.

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Donnerstag, 18. Juni 2026

Italien trotzt dem Trend: Politecnico di Milano erstmals unter den Top 100

Während Europas Hochschulen im QS-Ranking 2027 zurückfallen, setzt Italien mit 26 Aufsteigern ein Ausrufezeichen – Indien und Brasilien kämpfen derweil mit Rückschlägen.

Die neueste Ausgabe der QS World University Rankings offenbart eine bemerkenswerte Verschiebung der Kräfteverhältnisse: Während die großen Universitätssysteme Europas mehrheitlich an Boden verlieren, stemmt sich Italien mit einer positiven Ausnahme gegen den Trend. Von 47 gelisteten italienischen Hochschulen verbesserten sich 26, nur 15 rutschten ab – als einziges großes EU-Land weist Italien damit mehr Aufsteiger als Absteiger auf. Angeführt wird diese Entwicklung vom Politecnico di Milano, das sich um elf Plätze auf Rang 87 verbesserte und damit nicht nur zum zwölften Mal in Folge die Spitzenposition unter den italienischen Universitäten behauptet, sondern auch das beste Ergebnis seiner Geschichte und den höchsten jemals von einer italienischen Institution erreichten Rang erzielt.

An der globalen Spitze bleibt das Massachusetts Institute of Technology unangefochten, gefolgt vom Imperial College London und der Stanford University. Dahinter reihen sich Oxford, Harvard, Cambridge und die ETH Zürich ein – für den deutschsprachigen Raum bleibt die Zürcher Hochschule damit ein Leuchtturm, während asiatische Institutionen aus Singapur, Hongkong und Peking zunehmend in die Phalanx der traditionellen Elite vorstoßen. Die italienische Dynamik steht in scharfem Kontrast zur allgemeinen europäischen Erosion: In den meisten großen Universitätssystemen des Kontinents überwiegen die Verlierer, was die strukturellen Herausforderungen vieler staatlicher Hochschulen unterstreicht.

Aus indischer Perspektive zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Das Indian Institute of Technology Delhi kletterte von Rang 123 auf 118 und ist damit zum zweiten Mal in Folge die bestplatzierte Institution des Landes. Das Bildungsministerium in Neu-Delhi wertete dies als Beleg für wachsende globale Anerkennung indischer Exzellenz in Lehre und Forschung. Dennoch bleibt die Breitenwirkung begrenzt: Nur drei indische Einrichtungen – IIT Delhi, IIT Bombay und IIT Madras – schafften es überhaupt unter die besten 200. Der Abstand zur Weltspitze ist damit für die Mehrheit der indischen Hochschulen weiterhin beträchtlich.

Noch deutlicher fällt der Rückschlag aus brasilianischer Sicht aus. Keine Universität des Landes erreichte die Top 100; die Universidade de São Paulo, traditionell das Aushängeschild, stürzte um 25 Plätze auf Rang 133 ab. Brasilien verzeichnete mit 14 abgerutschten und nur acht stabilen Institutionen die siebthöchste Verlustquote unter allen Systemen mit mindestens zehn gerankten Hochschulen – 64 Prozent der gelisteten Universitäten büßten an Boden ein. Noch 2024 hatte die USP mit Platz 85 die beste jemals für Brasilien erzielte Position erreicht, seither folgte ein kontinuierlicher Abstieg.

Die Rangliste spiegelt tiefgreifende geopolitische und wissenschaftspolitische Verschiebungen. Während asiatische Standorte von massiven Investitionen und strategischer Internationalisierung profitieren, kämpfen viele traditionelle Wissenschaftsnationen mit stagnierenden Budgets und Reformstau. Italiens Sonderweg könnte auf gezielte Exzellenzinitiativen und eine stärkere Internationalisierung der Curricula zurückgehen – ein Modell, das auch für deutsche und österreichische Hochschulen von Interesse sein dürfte, deren Abschneiden in dieser Ausgabe nicht im Detail thematisiert wird, die aber vom allgemeinen europäischen Abwärtstrend kaum unberührt bleiben. Die Botschaft der Zahlen ist eindeutig: Beharrung bedeutet Rückstand, und die globale Konkurrenz schläft nicht.

Divergenz der Quellen

Gesellschaft & Kultur · 6 Quellen · 3 Sprachen

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Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig60%
Kritisch40%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Kontinentaleuropäische PresseLateinamerikanische Presse
Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
TriumphPragmatismus

Italienische Universitäten klettern im QS-Ranking, entgegen dem Abwärtstrend im übrigen EU-Raum. Mit 26 verbesserten und nur 15 gefallenen Hochschulen ist Italien das einzige große europäische System mit mehr Aufsteigern als Absteigern. Das Politecnico di Milano stößt in die weltweiten Top 100 vor.

Lateinamerikanische Presse/ Markt
AlarmSkepsis

Brasilianische Universitäten rutschen im QS-Ranking weiter ab, keine schafft es in die Top 100. Das Land verzeichnete die siebthöchste Rückgangsrate unter Systemen mit mindestens 10 gelisteten Hochschulen: 14 fielen, nur 8 blieben stabil. Die USP bleibt am besten platziert, aber weiterhin außerhalb der Elite.

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