
Israel weitet Angriffe auf Südlibanon aus, während USA und Iran vor Einigung stehen
Trotz vorsichtiger Optimismus in Washington und Teheran über eine mögliche Waffenruhe setzt Israel seine Luft- und Artillerieangriffe auf den Südlibanon fort und fordert die Evakuierung von über 20 Ortschaften.
Israel hat seine Militäroperationen im Südlibanon am Wochenende deutlich intensiviert. Die Armee gab Evakuierungsbefehle für die Stadt Nabatija und mehr als 20 weitere Ortschaften heraus, bevor sie Luftangriffe und Artilleriebeschuss auf die Region ausweitete. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA kamen bei den Angriffen mindestens fünf Menschen ums Leben, darunter der Bürgermeister von Ar-Rihan, Ali Badie. Die israelische Armee erklärte, sie habe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 70 Hisbollah-Stellungen attackiert und mehrere Kämpfer der Miliz getötet. Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, da sowohl die USA als auch Iran signalisieren, einer Einigung zur Beendigung des Nahostkrieges nahe zu sein, die nach iranischen Angaben auch eine Waffenruhe im Libanon einschließen soll.
Die Hisbollah ihrerseits setzt ihre Angriffe auf israelische Stellungen fort. Die Miliz meldete den Einsatz von Kamikazedrohnen vom Typ „Ababil“, mit denen sie einen Militärjeep und ein Kommandozentrum der israelischen Armee zerstört haben will. Zudem habe man eine neu errichtete Basis in Marun al-Ras mit Raketen beschossen. Die israelische Luftabwehr fing nach eigenen Angaben eine von der Hisbollah abgefeuerte Rakete ab, die auf israelische Soldaten im Südlibanon gezielt war. In der südisraelischen Stadt Eilat löste ein mutmaßlicher Drohnenvorfall kurzzeitig Alarm aus, der sich später als Fehlalarm herausstellte.
Aus libanesischer Sicht verschärft sich die humanitäre Lage dramatisch. Die Stadt Nabatija ist nach Berichten der Nachrichtenagentur AFP nahezu entvölkert, während die Bewohner der betroffenen Gebiete aufgefordert wurden, sich nördlich des Flusses Zahrani in Sicherheit zu bringen. Die libanesische Armee meldete zudem, dass ein Soldat bei einem israelischen Drohnenangriff schwer verletzt wurde. Präsident Joseph Aoun warnte, das Land stehe vor einer schicksalhaften Entscheidung: Entweder der Staat monopolisiere die Waffen oder bleibe der Milizenlogik ausgeliefert. Ministerpräsident Nawaf Salam forderte die Hisbollah auf, ihre Waffen abzugeben und die Verhandlungen mit Washington zu unterstützen.
Die israelische Regierung begründet die Offensive mit der Notwendigkeit, die Hisbollah von der Grenze zu vertreiben und die Sicherheit der eigenen Bevölkerung zu gewährleisten. Aus Washingtoner Sicht könnte eine Einigung mit Iran jedoch den Weg für eine umfassende Deeskalation ebnen, die auch den Libanon einbezieht. Beobachter in Teheran zeigen sich vorsichtig optimistisch, dass eine solche Übereinkunft auch einen Waffenstillstand im Libanon vorsehen könnte. Ob die derzeitige Eskalation Teil einer letzten militärischen Druckphase vor einer diplomatischen Lösung ist oder in eine weitere Verschärfung der Krise mündet, bleibt abzuwarten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Iranian media condemn Israeli aggression in Lebanon, highlighting Hezbollah's resistance and civilian casualties. They emphasize Israel's failure to stop attacks and the determination of Lebanese resistance. The narrative is strongly critical of Israel and supportive of Lebanon.
Gulf media report Israeli strikes and casualties in Lebanon with measured tones, focusing on facts and figures. They cover evacuations and damage without taking sides. The coverage is more detached compared to other blocs.
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