
Iran rüstet sich für das Staatsbegräbnis des getöteten Ajatollah Chamenei
Die auf Juli verschobene Zeremonie soll Millionen mobilisieren und die innere Geschlossenheit demonstrieren – Indiens zurückhaltende Delegation wird von Beobachtern als Signal einer regionalen Neuausrichtung gedeutet.
In Teheran laufen die Vorbereitungen für das mehrtägige Staatsbegräbnis des Ende Februar bei einem US-israelischen Luftschlag getöteten Ajatollah Ali Chamenei. Die Zeremonie, die ursprünglich unmittelbar nach dem Kriegsausbruch stattfinden sollte, beginnt am 4. Juli und endet am 9. Juli mit der Beisetzung in der Stadt Maschhad. Die Behörden erwarten allein in der Hauptstadt zwischen 15 und 20 Millionen Trauernde; die Stadt wird für drei Tage weitgehend stillgelegt, der Autoverkehr im Zentrum massiv eingeschränkt. Bereits jetzt sind Hauptverkehrsadern blockiert, und die Staatssicherheitskräfte zeigen massive Präsenz.
Aus Sicht der iranischen Führung dient das Begräbnis mehreren Zwecken. Ali-Akbar Pourjamshidian, Sekretär des nationalen Organisationskomitees, erklärte, es gehe um die Stärkung des nationalen Zusammenhalts und der Einheit aller politischen, sozialen und religiösen Gruppen. Zugleich solle die Zeremonie die Solidarität der islamischen Gemeinschaft bekräftigen und die Loyalität zum neuen Obersten Führer, Chameneis Sohn Mojtaba, erneuern. Brigadegeneral Hassan Hassanzadeh, Kommandeur der zuständigen Einheit der Revolutionsgarden, sprach von einem „historischen Ereignis“. Die staatlichen Medien senden seit Tagen Dokumentationen über den Verstorbenen und Sicherheitshinweise für die erwarteten Menschenmassen bei Temperaturen um 45 Grad Celsius.
Die Trauerfeierlichkeiten finden in einem regionalen Umfeld statt, das von einem vorläufigen Waffenstillstandsabkommen mit den USA und Israel sowie von innenpolitischen Spannungen geprägt ist. Sechs Monate nach landesweiten Protesten gegen Teuerung und Regierungskurs wird die Mobilisierungsfähigkeit der Führung auf die Probe gestellt. Internationale Aufmerksamkeit erregt die Zusammensetzung der indischen Delegation. Neu-Delhi entsandte anstelle des von Präsident Pezeshkian persönlich eingeladenen Premierministers Modi lediglich einen Staatsminister und einen Gouverneur. Indische Strategieexperten wie Brahma Chellaney und der Jurist Navroop Singh werten dies als bewusste Abwertung der Beziehungen zu Teheran und als Zeichen einer anhaltenden Hinwendung zu Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Andere Beobachter verweisen auf den Präzedenzfall der Beisetzung von Ajatollah Chomeini 1989, zu der Indien ebenfalls nicht das Staatsoberhaupt entsandte. Aus westlicher Sicht unterstreicht die zurückhaltende Geste die schwierige Balance Neu-Delhis zwischen der strategischen Partnerschaft mit Washington, der Energieabhängigkeit von Iran und dem Ausbau des Hafens Chabahar.
Nach den Trauerfeiern in Teheran wird der Leichnam über die heilige Stadt Ghom nach Irak überführt, wo in Nadschaf und Kerbela Prozessionen geplant sind. Die Beisetzung erfolgt am 9. Juli in Maschhad. Offen bleibt, ob der neue Oberste Führer Mojtaba Chamenei, der seit seiner Ernennung Anfang März nicht öffentlich aufgetreten ist, an den Zeremonien teilnehmen wird. Das Organisationskomitee erklärte, dies liege nicht in seiner Zuständigkeit. Vertreter aus rund 30 Ländern werden erwartet; die iranische Führung hofft, mit der Inszenierung der Trauer die innere und äußere Legitimität des Nachfolgers zu festigen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Iran's state-aligned media portrays the funeral of Ayatollah Khamenei as a monumental event of national mourning and spiritual renewal. The narrative emphasizes the martyrdom of the leader, calling for the continuation of his 'school' and framing revenge as a mission of awareness and the dismantling of imperialist systems. The fragile ceasefire is downplayed, with focus on internal unity and the legacy of the supreme leader.
Indian and South Asian media approach the funeral with analytical detachment, focusing on the unprecedented question of whether Mojtaba Khamenei will make his first public appearance. The narrative highlights the uncertainty surrounding the leadership transition, the health and authority of the new supreme leader, and the implications for Iran's stability. The ceasefire is mentioned as a backdrop but not central.
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