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Geopolitik & PolitikDonnerstag, 18. Juni 2026

Irans Oberster Führer billigt Abkommen mit USA – und wirft Trump Verzweiflung vor

Mojtaba Khamenei autorisierte das Memorandum of Understanding trotz eigener Vorbehalte, nachdem Präsident Peseschkian Garantien für die Rechte Irans und der „Achse des Widerstands“ gegeben hatte.

In einer mit Spannung erwarteten ersten öffentlichen Reaktion hat Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei das am Mittwoch unterzeichnete Memorandum of Understanding mit den Vereinigten Staaten gebilligt – und zugleich den amerikanischen Präsidenten scharf attackiert. Donald Trump habe „aus Verzweiflung alle Arten von Druckmitteln eingesetzt“, um das Abkommen zu erreichen, ließ Khamenei am Donnerstagabend über das Staatsfernsehen verlesen. Er selbst habe ursprünglich eine andere Auffassung vertreten, doch die Zusicherungen von Präsident Massud Peseschkian und des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, die Rechte der iranischen Nation und der „Achse des Widerstands“ zu wahren, hätten ihn zur Genehmigung bewogen. Künftige persönliche Verhandlungen mit Washington bedeuteten keineswegs die Akzeptanz der „Position des Feindes“, und überzogenen amerikanischen Forderungen werde Teheran nicht nachgeben.

Das Abkommen, das Trump und Peseschkian unter pakistanischer Vermittlung digital unterzeichneten, sieht ein sofortiges und dauerhaftes Ende aller Kampfhandlungen vor, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die Aufhebung der US-Marineblockade sowie die Lockerung der Ölsanktionen gegen Iran. Im Gegenzug verpflichtet sich Teheran, keine Nuklearwaffen zu produzieren oder zu erwerben. Ein Fonds von mindestens 300 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau Irans ist vorgesehen. Beide Seiten haben nun 60 Tage Zeit, um ein umfassendes Folgeabkommen auszuhandeln; die Gespräche sollen am 19. Juni in der Schweiz beginnen, wobei Pakistan und Katar als Vermittler fungieren. Aus Washingtoner Sicht betonte Vizepräsident JD Vance, dass in der ersten Nacht nach der Unterzeichnung bereits 12,5 Millionen Barrel Öl die Meerenge passiert hätten und die US-Marine ihre Blockade aufgehoben habe, jedoch in der Region präsent bleibe, um die Einhaltung zu überwachen.

Die Reaktionen auf das Abkommen fallen regional höchst unterschiedlich aus. In Teheran würdigte Außenminister Abbas Araghtschi die Botschaft des Obersten Führers als „weise“ und versprach, die außenpolitischen Instrumente des Landes vollständig für die Wahrung der nationalen Interessen einzusetzen. Gleichzeitig bleibt die Skepsis in der iranischen Bevölkerung groß: Viele bezweifeln, dass der Waffenstillstand von Dauer sein wird. Aus europäischer Perspektive äußerte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der die Unterzeichnung im Rahmen des G7-Gipfels in Versailles begleitete, zurückhaltend; er glaube nicht, dass der Krieg wirklich vollständig beendet sei. In Israel, das seinen Feldzug gegen die Hisbollah im Libanon fortsetzt, wächst unterdessen die Sorge vor einer einseitigen Begünstigung Irans. Vance warnte israelische Kritiker davor, „den einzigen mächtigen Verbündeten“ anzugreifen, den das Land noch habe.

Für die globalen Energiemärkte und insbesondere für Europa ist die Wiederaufnahme des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus ein Signal der Entspannung. Die Rohölpreise fielen am Freitag auf den tiefsten Stand seit Anfang März, und die Internationale Energieagentur rechnet mit einer schrittweisen Normalisierung der Versorgung bis 2027. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Industrien auf stabile Öl- und Gaspreise angewiesen sind, verringert sich damit vorerst das Risiko einer akuten Versorgungskrise. Allerdings bleibt die Lage fragil: Teheran hat binnen 48 Stunden mehr als 80 israelische Verstöße gegen die Waffenruhe im Südlibanon gemeldet und warnt, dass das Überleben des Memorandums vom Ende dieser Angriffe abhänge.

Analysten deuten Khameneis distanzierte Zustimmung als politisches Kalkül. Wie schon sein Vater, der bei den US-israelischen Luftschlägen am 28. Februar getötet wurde, hält der neue Oberste Führer bewusst Abstand zum Verhandlungsprozess, um im Falle eines Scheiterns die Verantwortung Peseschkian zuschieben zu können. Gelingt hingegen ein für Iran vorteilhafter Abschluss, wird er es als eigenen Erfolg reklamieren. Die dynastische Machtübergabe – die erste in der Geschichte der Islamischen Republik – wirft zudem grundsätzliche Fragen über die Legitimität des politischen Systems auf. Während die Welt auf die für Anfang Juli erwartete Trauerfeier für Ali Khamenei blickt, bleibt Mojtaba Khamenei der Öffentlichkeit weiterhin verborgen; seine Botschaften erreichen das Volk nur über staatliche Kanäle oder soziale Netzwerke.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa atlantica / anglosferaStampa russa e CSI
Stampa atlantica / anglosfera
pragmatismodistacco

Der Bericht stellt neutral fest, dass der oberste Führer Irans das MoU mit den USA trotz seiner abweichenden Meinung genehmigt hat, nachdem ihm zugesichert wurde, dass die Rechte Irans und die Interessen der Widerstandsfront geschützt würden. Die Entscheidung wird als pragmatischer Schritt unter konkreten Garantien dargestellt.

Stampa russa e CSI/ stato
scetticismopragmatismo

Der russische Bericht vermerkt, dass der oberste Führer die Unterzeichnung des Memorandums trotz seiner abweichenden Meinung erlaubte, und betont, dass der US-Präsident aus Verzweiflung handelte und verschiedene Druckmittel einsetzte. Das Abkommen wird als vorsichtiger Schritt Irans dargestellt, wobei die Zustimmung des Führers an Garantien des Präsidenten und des Sicherheitsrats geknüpft war.

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Donnerstag, 18. Juni 2026

Irans Oberster Führer billigt Abkommen mit USA – und wirft Trump Verzweiflung vor

Mojtaba Khamenei autorisierte das Memorandum of Understanding trotz eigener Vorbehalte, nachdem Präsident Peseschkian Garantien für die Rechte Irans und der „Achse des Widerstands“ gegeben hatte.

In einer mit Spannung erwarteten ersten öffentlichen Reaktion hat Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei das am Mittwoch unterzeichnete Memorandum of Understanding mit den Vereinigten Staaten gebilligt – und zugleich den amerikanischen Präsidenten scharf attackiert. Donald Trump habe „aus Verzweiflung alle Arten von Druckmitteln eingesetzt“, um das Abkommen zu erreichen, ließ Khamenei am Donnerstagabend über das Staatsfernsehen verlesen. Er selbst habe ursprünglich eine andere Auffassung vertreten, doch die Zusicherungen von Präsident Massud Peseschkian und des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, die Rechte der iranischen Nation und der „Achse des Widerstands“ zu wahren, hätten ihn zur Genehmigung bewogen. Künftige persönliche Verhandlungen mit Washington bedeuteten keineswegs die Akzeptanz der „Position des Feindes“, und überzogenen amerikanischen Forderungen werde Teheran nicht nachgeben.

Das Abkommen, das Trump und Peseschkian unter pakistanischer Vermittlung digital unterzeichneten, sieht ein sofortiges und dauerhaftes Ende aller Kampfhandlungen vor, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die Aufhebung der US-Marineblockade sowie die Lockerung der Ölsanktionen gegen Iran. Im Gegenzug verpflichtet sich Teheran, keine Nuklearwaffen zu produzieren oder zu erwerben. Ein Fonds von mindestens 300 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau Irans ist vorgesehen. Beide Seiten haben nun 60 Tage Zeit, um ein umfassendes Folgeabkommen auszuhandeln; die Gespräche sollen am 19. Juni in der Schweiz beginnen, wobei Pakistan und Katar als Vermittler fungieren. Aus Washingtoner Sicht betonte Vizepräsident JD Vance, dass in der ersten Nacht nach der Unterzeichnung bereits 12,5 Millionen Barrel Öl die Meerenge passiert hätten und die US-Marine ihre Blockade aufgehoben habe, jedoch in der Region präsent bleibe, um die Einhaltung zu überwachen.

Die Reaktionen auf das Abkommen fallen regional höchst unterschiedlich aus. In Teheran würdigte Außenminister Abbas Araghtschi die Botschaft des Obersten Führers als „weise“ und versprach, die außenpolitischen Instrumente des Landes vollständig für die Wahrung der nationalen Interessen einzusetzen. Gleichzeitig bleibt die Skepsis in der iranischen Bevölkerung groß: Viele bezweifeln, dass der Waffenstillstand von Dauer sein wird. Aus europäischer Perspektive äußerte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der die Unterzeichnung im Rahmen des G7-Gipfels in Versailles begleitete, zurückhaltend; er glaube nicht, dass der Krieg wirklich vollständig beendet sei. In Israel, das seinen Feldzug gegen die Hisbollah im Libanon fortsetzt, wächst unterdessen die Sorge vor einer einseitigen Begünstigung Irans. Vance warnte israelische Kritiker davor, „den einzigen mächtigen Verbündeten“ anzugreifen, den das Land noch habe.

Für die globalen Energiemärkte und insbesondere für Europa ist die Wiederaufnahme des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus ein Signal der Entspannung. Die Rohölpreise fielen am Freitag auf den tiefsten Stand seit Anfang März, und die Internationale Energieagentur rechnet mit einer schrittweisen Normalisierung der Versorgung bis 2027. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Industrien auf stabile Öl- und Gaspreise angewiesen sind, verringert sich damit vorerst das Risiko einer akuten Versorgungskrise. Allerdings bleibt die Lage fragil: Teheran hat binnen 48 Stunden mehr als 80 israelische Verstöße gegen die Waffenruhe im Südlibanon gemeldet und warnt, dass das Überleben des Memorandums vom Ende dieser Angriffe abhänge.

Analysten deuten Khameneis distanzierte Zustimmung als politisches Kalkül. Wie schon sein Vater, der bei den US-israelischen Luftschlägen am 28. Februar getötet wurde, hält der neue Oberste Führer bewusst Abstand zum Verhandlungsprozess, um im Falle eines Scheiterns die Verantwortung Peseschkian zuschieben zu können. Gelingt hingegen ein für Iran vorteilhafter Abschluss, wird er es als eigenen Erfolg reklamieren. Die dynastische Machtübergabe – die erste in der Geschichte der Islamischen Republik – wirft zudem grundsätzliche Fragen über die Legitimität des politischen Systems auf. Während die Welt auf die für Anfang Juli erwartete Trauerfeier für Ali Khamenei blickt, bleibt Mojtaba Khamenei der Öffentlichkeit weiterhin verborgen; seine Botschaften erreichen das Volk nur über staatliche Kanäle oder soziale Netzwerke.

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Der Bericht stellt neutral fest, dass der oberste Führer Irans das MoU mit den USA trotz seiner abweichenden Meinung genehmigt hat, nachdem ihm zugesichert wurde, dass die Rechte Irans und die Interessen der Widerstandsfront geschützt würden. Die Entscheidung wird als pragmatischer Schritt unter konkreten Garantien dargestellt.

Stampa russa e CSI/ stato
scetticismopragmatismo

Der russische Bericht vermerkt, dass der oberste Führer die Unterzeichnung des Memorandums trotz seiner abweichenden Meinung erlaubte, und betont, dass der US-Präsident aus Verzweiflung handelte und verschiedene Druckmittel einsetzte. Das Abkommen wird als vorsichtiger Schritt Irans dargestellt, wobei die Zustimmung des Führers an Garantien des Präsidenten und des Sicherheitsrats geknüpft war.

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