
Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah in Kraft – doch die Lage bleibt fragil
Trotz einer von den USA und Katar vermittelten Feuerpause kam es unmittelbar zu neuen Gefechten und Luftschlägen im Südlibanon.
Am Freitagnachmittag trat eine zwischen Israel und der Hisbollah ausgehandelte Waffenruhe in Kraft. Vermittelt durch die Vereinigten Staaten und Katar, mit Unterstützung Irans, sollte die Vereinbarung die jüngste Eskalation im Libanon eindämmen. Doch bereits in den ersten Stunden nach Inkrafttreten meldeten libanesische Staatsmedien einen israelischen Luftangriff auf den Ort Sjad sowie anhaltenden Artilleriebeschuss nahe Nabatäa. Das libanesische Gesundheitsministerium bezifferte die Opfer der vorausgegangenen 24-stündigen Intensivoperationen auf 47 Tote und rund 100 Verletzte, während die israelische Armee den Tod von vier eigenen Soldaten, darunter eines Offiziers, bekanntgab.
Aus israelischer Sicht ist die Präsenz der Streitkräfte im Südlibanon weiterhin notwendig. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, die Truppen blieben „solange es erforderlich ist“, und drohte der Hisbollah nach dem Verlust der Soldaten mit einem „sehr hohen Preis“. Verteidigungsminister Israel Katz präzisierte, die Armee werde ein Sicherheitsgebiet vom Mittelmeer bis zu den Beaufort-Höhen halten und zerstörte Dörfer nicht zur Wiederbesiedlung freigeben. Die Hisbollah wiederum warf Israel vor, die Waffenruhe wiederholt gebrochen zu haben, und kündigte an, in Hinterhalten auf israelische Kräfte zu lauern. Ein Abgeordneter der Miliz im libanesischen Parlament, Hassan Fadlallah, gab an, Teheran habe der Hisbollah mitgeteilt, dass die iranisch-amerikanischen Gespräche nicht fortgesetzt würden, sollte die Feuerpause im Libanon scheitern.
Die Waffenruhe ist Teil einer umfassenderen diplomatischen Architektur. Sie gründet auf einer von US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian unterzeichneten Absichtserklärung, die ein Ende der Kampfhandlungen „an allen Fronten, einschließlich des Libanon“ vorsieht. Die für Freitag in der Schweiz angesetzten Fachgespräche zwischen Washington und Teheran zur Umsetzung des Abkommens wurden jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Aus Schweizer Regierungskreisen hieß es, die Verschiebung sei logistisch bedingt; ein namentlich nicht genannter Diplomat verwies hingegen auf die „fragile Lage“ und nannte Israel sowie konservative Stimmen in Iran als mögliche Störfaktoren. Die ursprünglich geplante formelle Unterzeichnung in der Schweiz, zu der US-Vizepräsident J.D. Vance und der pakistanische Premierminister Shahbaz Sharif erwartet wurden, kam nicht zustande, nachdem beide ihre Reisen absagten.
Für die libanesische Regierung unter Präsident Joseph Aoun ist ein Ende der israelischen Angriffe die Grundvoraussetzung für jeden politischen oder sicherheitspolitischen Fortschritt. Aoun verurteilte die jüngste Eskalation als einen Angriff auf die amerikanisch-iranische Übergangsvereinbarung, betonte jedoch, dass dies die Bemühungen um einen umfassenden Waffenstillstand nicht behindern werde. Er wies die libanesische Verhandlungsdelegation an, dieses Ziel in der nächsten Gesprächsrunde in Washington zu verfolgen, wo auch über einen israelischen Rückzug, die Stationierung der libanesischen Armee und die Rückkehr von Gefangenen beraten werden soll. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die brüchige Feuerpause in ein belastbares Arrangement überführt werden kann oder ob die Region vor einer erneuten Konfrontationsspirale steht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die von den USA und Katar mit iranischer Hilfe vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah trat als erster Schritt zu einer breiteren regionalen Entspannung in Kraft. Doch ein israelischer Angriff im Südlibanon kurz nach der Waffenruhe ließ sofort Zweifel an ihrer Beständigkeit aufkommen.
Trotz der Waffenruhe-Vereinbarung gingen die Kämpfe weiter: Die Hisbollah feuerte Raketen und Drohnen ab, und Israel bombardierte weite Gebiete im Süd- und Ostlibanon. Israelische Quellen warnten, man werde auf Angriffe reagieren, und wenige Stunden nach Beginn der Waffenruhe traf ein Luftschlag den Südlibanon.
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