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Geopolitik & PolitikFreitag, 19. Juni 2026

Iran erlässt Gebühren in der Straße von Hormus – doch Genfer Gespräche stocken

Teheran setzt das Memorandum mit Washington um und verlangt Anmeldungen 48 Stunden vor Durchfahrt; die geplanten Verhandlungen sind nach israelischen Angriffen im Libanon ausgesetzt.

Die iranische Persische Golfstraßenbehörde (PGSA) hat am Freitag neue Verfahren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bekanntgegeben. Schiffe, die die strategische Wasserstraße passieren wollen, müssen demnach mindestens 48 Stunden vor Ankunft einen Antrag über offizielle Kanäle stellen und ihre Route sowie Transitzeiten mit der Behörde abstimmen. Für einen Zeitraum von 60 Tagen – die im Memorandum of Understanding (MoU) mit den Vereinigten Staaten vorgesehene Verhandlungsphase – werden keine Gebühren für Sicherheits-, Umwelt- und Versicherungsdienste erhoben; die Kosten trägt nach Angaben Teherans die iranische Regierung. Die PGSA begründet die Auflagen mit verminten Zonen und der Notwendigkeit, Kollisionen zu vermeiden, und warnt, dass Verstöße in der Verantwortung der Eigner lägen.

Aus Teheraner Sicht handelt es sich um die vertragsgemäße schrittweise Wiedereröffnung der Meerenge, die nach dem am Mittwoch elektronisch von Präsident Massoud Pezeshkian und US-Präsident Donald Trump unterzeichneten MoU binnen 30 Tagen von Minen geräumt werden soll. Washington hingegen hatte die selbsternannte PGSA zuvor sanktioniert; Finanzminister Scott Bessent bezeichnete sie als „einen Witz“ und warnte Reedereien vor einer Kooperation. In westlichen Hauptstädten, namentlich in London, wird nach Angaben aus Regierungskreisen mit Nachdruck darauf gedrungen, dass die Trump-Administration keine dauerhafte Gebührenhoheit Irans akzeptiert. Das nun veröffentlichte Dokument der PGSA nährt diese Sorge, denn es behält sich ausdrücklich das Recht vor, künftig Versicherungsprämien einzuführen, die dann für alle passierenden Schiffe verpflichtend wären. Eine solche Abgabe würde nach Auffassung westlicher Seerechtsexperten das internationale Seerecht verletzen und einen Präzedenzfall für andere Wasserstraßen schaffen.

Die faktische Kontrolle über den Schiffsverkehr liegt damit vorerst bei Iran. Alternative Routen entlang der omanischen Küste, die westliche Marineverbände empfohlen hatten, sind ebenfalls durch Minen gefährdet; die pakistanische Marine meldete am Freitag eine Mine nahe der omanischen Küste. Das sichtbare Öltransportvolumen durch Hormus brach nach einem kurzen Anstieg unmittelbar nach der Unterzeichnung wieder ein, während Tanker häufig mit abgeschalteten Transpondern fahren. Iran hat unterdessen begonnen, Millionen Barrel Rohöl aus dem Hafen Chabahar zu verschiffen, die zuvor unter der US-Blockade lagen.

Die maritime Verfahrensregelung ist Teil eines umfassenderen, auf 60 Tage angelegten Waffenstillstands- und Verhandlungsrahmens, der auch das iranische Nuklearprogramm und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte umfasst. Doch die für Freitag in Genf geplanten Gespräche zur technischen Umsetzung wurden nach Mitteilung des Schweizer Außenministeriums abgesagt, nachdem US-Vizepräsident JD Vance seine Reise kurzfristig gestrichen hatte. Wie der Sender CNN unter Berufung auf einen Diplomaten berichtet, verlangt Teheran Garantien für ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon, die trotz des im MoU vereinbarten umfassenden Waffenstillstands fortgesetzt werden. Israel, das das Abkommen nicht unterzeichnet hat, hält an seiner Militärpräsenz im Südlibanon fest; Vance hatte die israelische Reaktion als „seltsame Panik“ kritisiert. Die Vermittler arbeiten nach eigenen Angaben an einer Lösung, doch der Beginn der 60-Tage-Frist bleibt politisch blockiert.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Chinesische PresseIndische & südasiatische Presse
Chinesische Presse
PragmatismusDistanz

Der Iran setzt im Rahmen der Friedensverhandlungen für 60 Tage die Gebühren in der Straße von Hormus aus. Am Donnerstag passierten 25 Handelsschiffe die Meerenge, die höchste Zahl seit Mitte April. Schiffe müssen 48 Stunden vorher einen Transitantrag stellen und Routen sowie Zeiten wegen verminter Gebiete abstimmen.

Indische & südasiatische Presse
SkepsisAlarm

Der Iran bereitet sich darauf vor, nach einem 60-tägigen Verhandlungsfenster maritime Transitgebühren in der Straße von Hormus einzuführen, und beansprucht einen historischen Sieg über die Vereinigten Staaten. Teheran erklärte, die strategische Wasserstraße bleibe unter seiner Kontrolle und lehnt jede internationale Präsenz ab. Die vorübergehende Gebührenbefreiung ist nur eine Atempause vor einer kostenpflichtigen Zukunft.

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Freitag, 19. Juni 2026

Iran erlässt Gebühren in der Straße von Hormus – doch Genfer Gespräche stocken

Teheran setzt das Memorandum mit Washington um und verlangt Anmeldungen 48 Stunden vor Durchfahrt; die geplanten Verhandlungen sind nach israelischen Angriffen im Libanon ausgesetzt.

Die iranische Persische Golfstraßenbehörde (PGSA) hat am Freitag neue Verfahren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bekanntgegeben. Schiffe, die die strategische Wasserstraße passieren wollen, müssen demnach mindestens 48 Stunden vor Ankunft einen Antrag über offizielle Kanäle stellen und ihre Route sowie Transitzeiten mit der Behörde abstimmen. Für einen Zeitraum von 60 Tagen – die im Memorandum of Understanding (MoU) mit den Vereinigten Staaten vorgesehene Verhandlungsphase – werden keine Gebühren für Sicherheits-, Umwelt- und Versicherungsdienste erhoben; die Kosten trägt nach Angaben Teherans die iranische Regierung. Die PGSA begründet die Auflagen mit verminten Zonen und der Notwendigkeit, Kollisionen zu vermeiden, und warnt, dass Verstöße in der Verantwortung der Eigner lägen.

Aus Teheraner Sicht handelt es sich um die vertragsgemäße schrittweise Wiedereröffnung der Meerenge, die nach dem am Mittwoch elektronisch von Präsident Massoud Pezeshkian und US-Präsident Donald Trump unterzeichneten MoU binnen 30 Tagen von Minen geräumt werden soll. Washington hingegen hatte die selbsternannte PGSA zuvor sanktioniert; Finanzminister Scott Bessent bezeichnete sie als „einen Witz“ und warnte Reedereien vor einer Kooperation. In westlichen Hauptstädten, namentlich in London, wird nach Angaben aus Regierungskreisen mit Nachdruck darauf gedrungen, dass die Trump-Administration keine dauerhafte Gebührenhoheit Irans akzeptiert. Das nun veröffentlichte Dokument der PGSA nährt diese Sorge, denn es behält sich ausdrücklich das Recht vor, künftig Versicherungsprämien einzuführen, die dann für alle passierenden Schiffe verpflichtend wären. Eine solche Abgabe würde nach Auffassung westlicher Seerechtsexperten das internationale Seerecht verletzen und einen Präzedenzfall für andere Wasserstraßen schaffen.

Die faktische Kontrolle über den Schiffsverkehr liegt damit vorerst bei Iran. Alternative Routen entlang der omanischen Küste, die westliche Marineverbände empfohlen hatten, sind ebenfalls durch Minen gefährdet; die pakistanische Marine meldete am Freitag eine Mine nahe der omanischen Küste. Das sichtbare Öltransportvolumen durch Hormus brach nach einem kurzen Anstieg unmittelbar nach der Unterzeichnung wieder ein, während Tanker häufig mit abgeschalteten Transpondern fahren. Iran hat unterdessen begonnen, Millionen Barrel Rohöl aus dem Hafen Chabahar zu verschiffen, die zuvor unter der US-Blockade lagen.

Die maritime Verfahrensregelung ist Teil eines umfassenderen, auf 60 Tage angelegten Waffenstillstands- und Verhandlungsrahmens, der auch das iranische Nuklearprogramm und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte umfasst. Doch die für Freitag in Genf geplanten Gespräche zur technischen Umsetzung wurden nach Mitteilung des Schweizer Außenministeriums abgesagt, nachdem US-Vizepräsident JD Vance seine Reise kurzfristig gestrichen hatte. Wie der Sender CNN unter Berufung auf einen Diplomaten berichtet, verlangt Teheran Garantien für ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon, die trotz des im MoU vereinbarten umfassenden Waffenstillstands fortgesetzt werden. Israel, das das Abkommen nicht unterzeichnet hat, hält an seiner Militärpräsenz im Südlibanon fest; Vance hatte die israelische Reaktion als „seltsame Panik“ kritisiert. Die Vermittler arbeiten nach eigenen Angaben an einer Lösung, doch der Beginn der 60-Tage-Frist bleibt politisch blockiert.

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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
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PragmatismusDistanz

Der Iran setzt im Rahmen der Friedensverhandlungen für 60 Tage die Gebühren in der Straße von Hormus aus. Am Donnerstag passierten 25 Handelsschiffe die Meerenge, die höchste Zahl seit Mitte April. Schiffe müssen 48 Stunden vorher einen Transitantrag stellen und Routen sowie Zeiten wegen verminter Gebiete abstimmen.

Indische & südasiatische Presse
SkepsisAlarm

Der Iran bereitet sich darauf vor, nach einem 60-tägigen Verhandlungsfenster maritime Transitgebühren in der Straße von Hormus einzuführen, und beansprucht einen historischen Sieg über die Vereinigten Staaten. Teheran erklärte, die strategische Wasserstraße bleibe unter seiner Kontrolle und lehnt jede internationale Präsenz ab. Die vorübergehende Gebührenbefreiung ist nur eine Atempause vor einer kostenpflichtigen Zukunft.

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