
Iran reicht Beschwerde bei der FIFA ein – Reisebeschränkungen prägen die WM-Teilnahme
Die iranische Fußballföderation protestiert offiziell gegen Auflagen der US-Behörden, die der Mannschaft nur einen Tag vor den Spielen die Einreise gestatten und sie zur sofortigen Abreise zwingen.
Die Spannungen um die Teilnahme Irans an der Weltmeisterschaft 2026 haben eine neue Eskalationsstufe erreicht: Am Donnerstag kündigte die Football Federation of the Islamic Republic of Iran (FFIRI) an, bei der FIFA offiziell Beschwerde gegen die von den US-Organisatoren verhängten Reisebeschränkungen einzulegen. Auslöser war die erneute Ablehnung eines Antrags, wonach das Team zwei Tage vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Belgien am Sonntag in Los Angeles anreisen wollte. Stattdessen darf die Mannschaft, die ihr Basislager im mexikanischen Tijuana aufgeschlagen hat, erst am Vortag in die Vereinigten Staaten einfliegen und muss das Land unmittelbar nach dem Abpfiff wieder verlassen.
Bereits vor dem Auftaktmatch gegen Neuseeland, das 2:2 endete, war der iranische Verband mit derselben Regel konfrontiert. Cheftrainer Amir Ghalenoei bezeichnete sein Team daraufhin als die „am meisten unterdrückte Mannschaft des Turniers“. Die FFIRI argumentiert, die Auflagen widersprächen dem Grundsatz gleicher Bedingungen für alle Teilnehmer und gefährdeten die technische Vorbereitung. Konkret fehle die Zeit zur Akklimatisierung an die Mittagshitze in Los Angeles sowie für abschließende Trainingseinheiten. Auch die Regeneration nach dem Neuseeland-Spiel sei beeinträchtigt worden, weil die Delegation noch in der Nacht nach Mexiko zurückkehren musste.
Aus Washingtoner Sicht handelt es sich um seit langem kommunizierte Sicherheitsvorkehrungen. Andrew Giuliani, Leiter der FIFA-Taskforce im Weißen Haus, erklärte, der Iran sei frühzeitig darüber informiert worden, dass die Einreise nur am Tag vor dem Spiel („match day minus one“) gestattet werde und die Abreise am Spieltag selbst zu erfolgen habe. Diese Prozedur gelte auch für die Partie in Seattle gegen Ägypten am 27. Juni. Das US-Heimatschutzministerium betonte, die Aufmerksamkeit solle auf dem sportlichen Geschehen liegen, und verwies auf umfassende Sicherheitsmaßnahmen rund um Stadien und Teamquartiere.
Die logistischen Hürden für die iranische Mannschaft gehen über die Reisebeschränkungen hinaus. Ursprünglich war ein Camp in Tucson, Arizona, geplant; kurz vor Turnierbeginn musste es an die mexikanische Grenze verlegt werden. Mehreren Mitgliedern des Betreuerstabs und Verbandsfunktionären wurden Visa verweigert, ein Spieler verfügt nur über eine einmalige Einreiseerlaubnis. Nach dem Neuseeland-Spiel wurden Kapitän Mehdi Taremi und ein Assistenztrainer am Flughafen von Los Angeles vorübergehend festgehalten. Die iranische Seite spricht von „ungerechtfertigten Verzögerungen“ bei der Passkontrolle.
Sportlich steht das Team vor einer schwierigen Ausgangslage: Nach dem Remis gegen Neuseeland ist ein Erfolg gegen Belgien nahezu Pflicht, um die Chancen auf das Weiterkommen in Gruppe G zu wahren. Die Beschwerde bei der FIFA wird den unmittelbaren Reiseplan kaum ändern, doch sie verschärft die ohnehin politisch aufgeladene Atmosphäre um die erste WM-Teilnahme Irans auf US-Boden seit Jahrzehnten. Das nächste Kapitel folgt am Sonntag um 12 Uhr Ortszeit in Los Angeles – mit einer Mannschaft, die sich trotz aller Widrigkeiten auf das Sportliche konzentrieren will.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der iranische Fußballverband hatte seinen Vorbereitungsplan frühzeitig eingereicht und beantragt, zwei Tage vor jedem Spiel anzureisen, um optimale technische und physische Bedingungen zu gewährleisten. FIFA und Organisatoren lehnten diesen Antrag ab, sodass das Team nur einen Tag vorher reisen musste, was die Planung beeinträchtigt. Der Verband legt nun formelle Beschwerde gegen diese Reisebeschränkungen ein.
Die iranische Mannschaft sieht sich in den USA neuen Reisebeschränkungen ausgesetzt: Sie darf erst einen Tag vor dem Spiel anreisen, statt der üblichen zwei Tage, und muss unmittelbar danach wieder abreisen. Dies folgt auf frühere Visa-Ablehnungen für Teammitglieder, was die Weltmeisterschaft zunehmend politisch macht. Der Verband reicht bei der FIFA Beschwerde wegen Ungleichbehandlung ein.
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