
Iran kann die Straße von Hormus jederzeit sperren – ein Druckmittel, mächtiger als die Bombe
Laut neuen US-Geheimdiensterkenntnissen hat Teheran durch den Krieg die Fähigkeit erlangt, die globale Ölschlagader nach Belieben zu blockieren – unabhängig von einem bevorstehenden Abkommen.
Die jüngsten Erkenntnisse amerikanischer Nachrichtendienste zeichnen ein grundlegend verändertes Kräfteverhältnis am Persischen Golf: Iran besitzt demnach nun die operative Fähigkeit, die Straße von Hormus jederzeit und effektiv zu schließen. Was früher als Drohgebärde galt, ist nach den Kampfhandlungen der vergangenen Monate zu einer realen strategischen Option geworden. Aus Washingtoner Sicht hat der Konflikt dem Regime in Teheran damit ein Instrument in die Hand gegeben, das – so ein mit den Bewertungen vertrauter Insider – „mächtiger ist als jede Atombombe“. Selbst das für Freitag erwartete Rahmenabkommen zur Wiedereröffnung der Wasserstraße und zur Anbahnung neuer Nukleargespräche ändert an dieser Einschätzung nichts: Die Geheimdienste gehen davon aus, dass der Iran die Blockadefähigkeit nach eigenem Ermessen einsetzen kann, sobald politische oder militärische Interessen dies gebieten.
Die strategische Bedeutung dieser Entwicklung lässt sich kaum überschätzen. Durch die Straße von Hormus verläuft ein Fünftel des globalen Ölhandels und ein Grossteil der Flüssiggas-Exporte. Während des jüngsten Konflikts hatte Teheran bereits bewiesen, dass es mit einer Kombination aus Seeminen, Schnellbooten und landgestützten Raketen den Schiffsverkehr massiv stören kann. Die US-Geheimdienste warnen nun, dass Iran diese Fähigkeiten nicht nur behalten, sondern sogar ausbauen will. Sollten die Verhandlungen mit Washington scheitern, plane Teheran, die Blockadetaktik auf die Meerenge Bab el-Mandeb auszuweiten – mithilfe der Huthi-Rebellen im Jemen, die den Zugang zum Roten Meer kontrollieren. Damit könnte Iran zwei der wichtigsten globalen Schifffahrtsrouten gleichzeitig bedrohen.
Aus europäischer Perspektive sind diese Szenarien alarmierend. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind in hohem Maße von stabilen Energieimporten abhängig, und ein erheblicher Teil des Rohöls sowie des verflüssigten Erdgases erreicht den Kontinent über die Route Hormuz–Suez oder Hormuz–Kap der Guten Hoffnung. Eine längerfristige Blockade würde die Preise für Öl und Gas sprunghaft steigen lassen und Lieferketten in der Industrie gefährden. In Wien und Berlin beobachtet man die Entwicklung mit Sorge, zumal die strategischen Reserven begrenzt sind und alternative Bezugsquellen kurzfristig kaum den Ausfall kompensieren könnten. Auch in Asien, insbesondere in Peking und Neu-Delhi, wächst die Nervosität: China und Indien zählen zu den größten Abnehmern von Rohöl aus der Golfregion und wären von einer Schließung der Meerenge unmittelbar betroffen.
Die Geheimdienstbewertung relativiert zudem die Darstellung der US-Regierung, man habe Irans Militär „zerschlagen“. Trotz erheblicher Verluste verfügt Teheran weiterhin über signifikante Bestände an Unterwasserminen und kleinen, schwer zu ortenden Booten, die für asymmetrische Operationen in der engen Wasserstraße prädestiniert sind. Die faktische Kontrolle über die Straße von Hormus, so die Analyse, sei ein Ergebnis des Krieges selbst: Die Konfrontation habe dem Iran die Verwundbarkeit des globalen Handels vor Augen geführt und ihm zugleich die Mittel zu deren Ausnutzung bestätigt. Das geplante Abkommen, das als erster Schritt zur Deeskalation gedacht ist, könnte sich daher als brüchig erweisen, denn es beseitigt nicht die neu gewonnene Fähigkeit, sondern setzt lediglich auf politische Zurückhaltung.
Für die internationale Gemeinschaft stellt sich damit die Frage, wie verlässlich die künftige Sicherheit der Energieversorgung sein kann. Die bloße Existenz einer Blockadeoption verleiht Teheran ein Druckmittel, das in künftigen Verhandlungen – sei es über das Nuklearprogramm, Sanktionen oder regionale Einflusssphären – jederzeit aktiviert werden könnte. Die Golfstaaten, deren Wirtschaften existenziell von offenen Seewegen abhängen, drängen auf robuste Sicherheitsgarantien, während europäische Hauptstädte ihre Bemühungen um Diversifizierung der Energiequellen beschleunigen müssen. Die Erkenntnisse der US-Geheimdienste markieren eine Zeitenwende: Die Straße von Hormus ist nicht länger nur eine geografische Engstelle, sondern ein strategischer Hebel, der die Verwundbarkeit der Weltwirtschaft dauerhaft erhöht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trumps Krieg hat dem Iran eine neue strategische Waffe in die Hand gegeben: die erwiesene Fähigkeit, die Straße von Hormus nach Belieben zu schließen und damit die globalen Energieströme zu bedrohen. Trotz einer bevorstehenden Vereinbarung hindert Teheran nichts daran, diesen Hebel erneut zu nutzen, und es gibt bereits Pläne, die Blockade mit Hilfe der Houthis auf das Rote Meer auszuweiten.
Laut US-Geheimdiensten hat das Abkommen mit Washington dem Iran faktisch die Kontrolle über die Straße von Hormus übergeben – eine Waffe, die mächtiger ist als jede Atombombe. Teheran kann die Wasserstraße nun nach Belieben schließen und verfügt damit über eine gewaltige neue Fähigkeit, der Weltwirtschaft zu schaden.
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