
Huthi-Angriffe auf saudische Tanker erzwingen Kursänderungen im Roten Meer
Nach der Ausrufung einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien haben die Huthi-Rebellen zwei Öltanker angegriffen, woraufhin mehrere Schiffe den Bab al-Mandab umgehen und die Ölpreise steigen.
Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben am Mittwoch nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker – die „Encelia“ und die „Layla“ – im Roten Meer mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen und in Brand gesetzt. Das britische Zentrum für Seehandelsoperationen (UKMTO) bestätigte den Treffer eines unbekannten Projektils auf ein Schiff südwestlich des saudischen Hafens Al Shuqaiq und meldete ein Feuer an Bord. Zuvor hatten die Huthi am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und internationalen Reedereien per E-Mail mitgeteilt, dass Schiffe, die saudische Häfen anlaufen, „überall in der Reichweite“ der Gruppe angegriffen werden könnten. In der Folge drehten nach Daten von MarineTraffic und Kpler mindestens sieben Tanker auf dem Weg zum oder vom Bab al-Mandab ab, darunter Rohöltanker mit Ziel China und Indien; zwei signalisierten den Suezkanal als neues Ziel.
Die Huthi, die den Nordwesten Jemens kontrollieren und von Iran unterstützt werden, begründen die Blockade als Vergeltung für eine jahrelange saudische Blockade jemenitischer Häfen und Flughäfen sowie für einen Luftangriff auf den Flughafen von Sanaa, den sie Riad zuschreiben. Ein Sprecher der Gruppe erklärte, man werde das Prinzip „Auge um Auge“ durchsetzen und bei weiteren saudischen Aktionen mit massiven Angriffen tief im Königreich antworten. Saudi-Arabien wies die Vorwürfe zurück und betonte, im ersten Halbjahr 2026 den Transit von über 300 Schiffen mit Nahrungsmitteln und Treibstoff in den Norden Jemens ermöglicht zu haben. Das Königreich kündigte an, alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz seiner Schiffe gemäß internationalem Recht zu ergreifen.
Die Eskalation trifft eine für die globale Energieversorgung kritische Route. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormuz durch Iran im Zuge des Krieges mit den USA ist der Bab al-Mandab zur zentralen Ausweichstrecke für saudische Ölexporte geworden. Nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde passierten 2024 täglich rund 4,1 Millionen Barrel Erdölprodukte die Meerenge; inzwischen werden über die Pipeline nach Yanbu und durch das Rote Meer schätzungsweise sieben Millionen Barrel pro Tag verschifft. Die EU-Marinemission Aspides riet Handelsschiffen mit Verbindungen zu Israel, den USA oder Saudi-Arabien, das Rote Meer und den Golf von Aden zu meiden, bis die Bedrohungslage sinkt. Die Ölpreise stiegen daraufhin deutlich: Brent-Rohöl notierte am Mittwoch bei über 94 US-Dollar je Barrel, der höchste Stand seit Mitte Juni.
Aus Washingtoner Sicht eröffnet die Huthi-Offensive eine weitere Front in der Auseinandersetzung mit Iran. Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden sich der Sache annehmen, falls es zu Angriffen komme, und verwies auf frühere Militäroperationen gegen die Gruppe. Das US-Zentralkommando flog unterdessen in der zwölften Nacht in Folge Luftangriffe auf Ziele in Iran, darunter erstmals eine Militäranlage nahe Täbris. Iranische Quellen hatten zuvor gegenüber Reuters erklärt, Teheran habe die Huthi angewiesen, sich auf eine Schließung des Bab al-Mandab vorzubereiten, falls die USA die Energieinfrastruktur Irans angreifen. Die iranische Führung betrachtet die Meerenge demnach als Teil der „Achse des Widerstands“ und als Druckmittel. Vermittlungsversuche, zuletzt durch den Besuch des iranischen Innenministers in Pakistan, blieben ohne greifbares Ergebnis; ein Sprecher des Ministeriums erklärte, es gebe keine Verhandlungen, nur einen Austausch von Botschaften. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob die Huthi ihre Drohungen in dauerhafte Angriffe umsetzen und wie die USA und Saudi-Arabien darauf reagieren.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.50 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
A US-aligned security analyst frames the Houthi blockade as a direct extension of the US-Iran war, positioning the United States as the guarantor of global trade and security.
By linking the Houthi action to the broader US-Iran conflict, the bloc creates a narrative of symmetrical escalation that justifies US military intervention.
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